Leichte Schwungscheibe (Beschleunigungswerte?)

  • Meine kurze Meinung:


    Eingekuppelt kann es bei geringen Geschwindigkeiten (0-100kmh) durchaus merkbare Unterschiede geben.
    Schleifen lassen gebe ich TRS vollkommen recht... Dann könnte man eine schwerere Schwungmasse als Energiespeicher betrachten dessen Energie in Geschwindigkeit umgewandelt wird (pro Zeit) zusätzlich zur Motorleistung.


    Und jetzt stellen wir uns noch die Schwungmasse auf der Autobahn vor... Hier glaube ich nicht an messbare Werte. Theoretisch wird das Auto schneller beschleunigen, klar. Praktisch wird es aber bestimmt weder fühlbar noch messbar sein, da die Beschleunigung hier durch die hohe Übersetzung natürlich sowieso schon geringer ist und dadurch auch die Beschleunigung der Schwungscheibe so bedeutend geringer und damit praktisch fast auszuklammern ist. Die Schwungscheibe wird, im Vergleich zur Beschleunigung 0-60 im ersten Gang / 60-100 im zweiten Gang wo der Motor ja noch recht schnell hochdreht, ja kaum noch wirklich beschleunigt.
    (Falls ich mich jetzt irre, weil ich von Autos selbst leider nur wenig Ahnung habe und die Schwungscheibe hinter dem Getriebe sitzt, was ich nicht glaube weil es irgendwie unsinnig wäre, dann würde das natürlich nicht gelten.)


    Ich hoffe, dass man die Mechanik, die ich hier rüber bringen möchte, versteht... Erklären ist nicht so meins... :D

  • Je niedriger die Geschwindigkeit und je schneller die Motordrehzahl ansteigt (also je kleiner der Gang), desto stärker ist der Effekt einer leichten Schwungscheibe.
    Die Motorleistung, die nicht zum Beschleunigen der Masse benötigt wird, steht an den Rädern zum Vortrieb zur Verfügung. Gleichzeitig bremst der Motor im Schiebebetrieb stärker ab.
    Im 1. und 2 Gang spürt man es richtig, im 3. auch noch und danach kann man es nur messen.
    Je höher die Geschwindigkeit desto größer ist der Fahrwiderstand durch den Luftwiderstand.
    Man kann beim GT86 den Effekt einer 4.3er Schwungscheibe etwa mit der Gewichtsreduzierung des Fahrzeugs um grob geschätzt 100 kg vergleichen.
    Die Messwerte bringen demnächst halbwegs objektive Ergebnisse.
    Beim nächsten Einbau einer leichte Schwungscheibe messen wir nach.

    "Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit, die Lehrfreiheit, die Versammlungsfreiheit, die Vereinigungsfreiheit, das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis, das Eigentum oder das Asylrecht zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte...." Art 18 GG

  • Wir alle kennen doch den Friktionsmotor (auch Schwungradmotor genannt 8o) aus unseren Spielzeugen. Je leichter, desto weniger Energie vorhanden..da gibt's eigentlich nix zu diskutieren ;).


    Edit:..und desto weniger Energie nötig um zu beschleunigen.

  • Mal rein von der Logik her kann es doch nur so sein, dass der Wagen mit der leichteren Schwungscheibe deutlich besser beschleunigt - der Motor bei hohen Geschwindigkeiten aber dann auch mehr Energie aufwenden muss um die Geschwindigkeit zu halten weil der Strömungs- und Abrollwiderstand das Fahrzeug bremst, wobei der Motor dann aufgrund der fehlenden Schwungmasse (die das etwas ausgleichen würde) mehr gefordert wird als mit einer schweren Schwungscheibe.


    Ich vermute, dass man auch den Lastwechsel in niedrigen Gängen deutlicher spüren wird.

  • Mal rein von der Logik her kann es doch nur so sein, dass der Wagen mit der leichteren Schwungscheibe deutlich besser beschleunigt - der Motor bei hohen Geschwindigkeiten aber dann auch mehr Energie aufwenden muss um die Geschwindigkeit zu halten weil der Strömungs- und Abrollwiderstand das Fahrzeug bremst, wobei der Motor dann aufgrund der fehlenden Schwungmasse (die das etwas ausgleichen würde) mehr gefordert wird als mit einer schweren Schwungscheibe.


    Ich vermute, dass man auch den Lastwechsel in niedrigen Gängen deutlicher spüren wird.


    Mehr Energie muss der Motor nicht aufwenden.
    Mit der leichter Schwungscheibe musst du weniger Energie beim Beschleunigen in das System bringen um auf eine bestimmte Geschwindigkeit zu kommen.
    Was aber der Unterschied ist, dass der Motor auf Bodenwellen, Windstöße und Steigungen schneller reagiert. Die Energie, die du mit der leichten Schwungscheibe zum Beschleunigen nicht einbringen musstest fehlt dir dann bei so kleinen Änderungen wie Bodenwellen. Stichwort Massenträgheitsmoment.


    Hier kommt hinzu das sie dies auf Grund unterschiedlicher Übersetzungen das ganze auch unterschiedlich stark bemerkbar macht.
    In unteren Gängen wird das Auto/der Motor sensibel auf Änderungen der Gaspedalstellung reagieren.

    Gruß
    Skin


    • Toyota IQ • 1,33l • MT • 1G3 •
    • Toyota GT86 • 2,0l • MT • H8R •

  • Bei mir ist sie wegen NVH Problemen mit der Sachs Kupplung wieder rausgeflogen. Es sind natürlich 400€ und nicht 4.000€. Für meinen Anwendungszweck (immer oberer Drehzahlbereich und nie unter dem 3. Gang) war es auch nicht nötig, wenn man grad mal dran war hat es sich aber angeboten. Mir ist 100-200 wichtiger als 0-100. Dass Leute die verbauen kann ich absolut verstehen. Dass er "im sechsten deutlich besser zieht" ist aber für mich so ne Foren-Aussage, um seine Investition zu rechtfertigen (deswegen der Verweis auf die hintere Domstrebe ;)).

  • Ich habe lediglich die Theorie wiedergegeben. Wie relevant welcher Fall ist kann zusätzlich zu meiner Einschätzung jeder selbst beurteilen. Freie Meinung für jeden!


    Zudem ist es nicht so, das ich nie ein KfZ mit einer leichten Schwungscheibe bewegt hätte. Sehr wohl habe ich solche Komponenten schon des öfteren Verbaut und gefahren, wenn auch nicht im GT. In einem meiner ehemaligen FWD Fahrzeug mit zuviel Kraft zum laufen hat die leichte Scheibe KEINERLEI Vorteile beim Beschleunigen gebracht. Im Gegenteil, ich wurde langsamer. Und zwar aus ganz anderen Gründen: die Dosierung einer (insbosondere giftigen, ala Sinterpad) Kupplung wird weit schwieriger mit einer solchen leichten Schwungscheibe. Der Ritt bei der allgemein relativ geringen Haftung die (bis zu) deutlich über 500Nm an zur Verfügung stehendem Drehmoment an der Kupplung in Balance mit lastwechselbedingter Achslastverlagerung an die VA so abzugeben, das der optimale Vortrieb erzielt wird und dabei die Drehzahl in einem Bereich zu halten in dem der für die vorliegende Literleistug entsprechend hoch einsetzende Lader nicht in Bereiche fällt wo plötzlich garnix mehr los ist, kann wirklich eine Herausforderung sein.


    Ich erinnere hier mit Bezug auf das absprechen "jeglicher Relevanz" auf meinen Hinweis zwischen dem Verhältnis von Drehmoment und Trägheitsmoment ivm der Wechselwirkung der vorhandenen Haftung.


    Ich bin sicherlich kein Michael Schumacher, vllt können das alle hier in Perfektion. Fakt ist, das für MICH aufgrund dieser Effekte die leichte Schwungmasse ein Nachteil für die 0-100 war. Der beste je erzielte Wert (Messung jeweils per Torque mit dem identischen Setup welches über ein Profitool mehrfach gegengemessen wurde um ein Gefühl für die mittlere Abweichung bzw den Offset zu bekommen) war eine 6.45 auf 100. Nach einem Ausfallbedingten Getriebewechsel ivm Rückrüstung auf die "standard" Sachs Sport EMS war der beste erzielte Wert eine 5.98 auf 100. Selbstverständlich auf der selben Strecke, natürlich nicht am selben Tag. Dafür aber mehrfach bestätigt.


    Für einen ansonsten OEM oder OEM nahen GT trifft das siherlich so nicht zu. Eben ganz andere Randbedingungen.


    Ohne jeden Zweifel ist eine leichte Scheibe für die 10tel Hatz auf dem Track immer die richtigere Wahl. Auch mein FWD wäre hier mit der leichten Scheibe sicher besser unterwegs gewesen, was ich aber in Ermangelung entsprechender Werte nicht hinterlegen kann.


    Für die blanke Beschleunigung ist ein Vorteil aber kein Muss. Dafür gibt es verschiedenste Gründe die aber ohne Frage nur unter den jeweiligen Randbedingungen greifen. Weiterhin ist die blanke Beschleunigung (wie schon zuvor erwähnt) aus dem Stand nicht die Stärke oder der Kern dessen, warum man eine leichtere Scheibe einbaut. Die Stärke dieser Scheibe liegt eindeutig in der Beschleunigung (und zum Teil Verzögerung) um den mittleren Geschwindigkeitsbereich. (Also hier etwa von obere 1GG bis mittlere 4GG) Was keinesfalls heißt das als "Nebeneffekt" nicht auch die Beschleunigung aus dem Stand im selben Atemzug besser werden kann. Ein Gesetz ist das aber nicht.


    Nicht mehr und nicht weniger wollte ich damit sagen, denn mit einem platten "das ist immer besser" wären wieder bei so einer "Forenaussage". Das ist ein ähnliches Thema wie "Gewicht ist egal, der Bremsweg ist immer gleich weil die Normalkraft proportional steigt."

  • Hab die 4.3kg Schwungscheibe von Budde neulich einbauen lassen samt neuer OEM Kupplung + Druckplatte + 2017er Ausrücklager.


    Anfahren ist nicht anders wie vorher. Etwas mehr Drehzahl beim Anfahren ist nötig, aber kein Weltuntergang. Rangieren/Parken geht in Ordnung.
    Drehzahl bzw Geschwindigkeit halten konnte ich auch nichts negatives feststellen. Tempomat funktioniert prima. Die Scheibe spürt man sehr gut in den ersten drei Gängen.
    Etwas mehr NVH vorhanden, speziell beim Anfahren, untertouriges cruisen und mittlerer Beschleunigung. (Stock Catback, empfand ich nicht als störend)


    Für mich ist die komplett Alltagstauglich :) Post #52 kann ich für mich größtenteils dementieren (Nachteile)

  • Mit der 4.3er ist der Motor im letzten Jahr im kalten Zustand erst zwei mal ausgegangen. Ansonsten geht die Drehzahl an jeder Ampel egal ob warm oder laut und mit zusätzlichen Verbrauchern bei jedem Stop schon merklich und tlw. spürbar runter, aber nicht aus.


    Nochmal kaufen würde ich sie aber nicht wenn man das Fahrzeug hauptsächlich im normalen Straßenverkehr nutzt.

  • Ok, danke.

    480.- und die Nachteile klingen vertretbar. Rezi erwähnt eim 2017er-Ausrücklager. Ist das eine Verbesserung von Toyota? Mir kommt meine (2014er mit 140tkm) Kupplung auch etwas klebrig vor. Könnte es da einen Zusammenhang geben?


    Gilbert

  • Ausrücklager macht Geräusche, fast allen der ersten Baujahre waren beim Ausbau defekt und ja es gab eine Änderung am Lager.


    Außerdem würde ich das immer tauschen wenn die Kupplung gemacht wird, es kostet kein Vermögen und man hat es sowieso in der Hand..

  • Meint ihr, das eine normale Werkstatt im Zuge des Ventilfederntauschs auch direkt das Ausrücklager machen kann, ohne dass direkt ein Haufen Stunden dazu kommen?


    Mein Ausrücklager quietscht beim Kuppeln immer. Schon 2 mal wurde die Gabel gefettete. 2 mal war nur einen Monat Ruhe.

  • Mit der 4.3er ist der Motor im letzten Jahr im kalten Zustand erst zwei mal ausgegangen. Ansonsten geht die Drehzahl an jeder Ampel egal ob warm oder laut und mit zusätzlichen Verbrauchern bei jedem Stop schon merklich und tlw. spürbar runter, aber nicht aus.


    Nochmal kaufen würde ich sie aber nicht wenn man das Fahrzeug hauptsächlich im normalen Straßenverkehr nutzt.

    Im Mapping kannst du definieren, wann er wieder einspritzt im Leerlauf um das "abzufangen". Eingestellt ist es halt für die Serienschwungscheibe. Bei einer leichteren muss man entsprechend anpassen.