An die Polizisten hier (Frage zu Fahrzeugkolonnen)

  • Servus,


    hier gibts doch 3-4 Polizisten an Bord. Ich habe gehört, dass Kolonnen ab 20 Fahrzeugen unangemeldet nicht zusammen fahren dürfen. Stimmt das? Müssten wir eine große Kolonne (z.B. beim Forumstreffen) anmelden? Wenn ja, wo? Gilt das pro Gemeinde?


    Danke!

  • Ich bin zwar nicht der angesprochene Polizist, kann aus meiner Erfahrung mit der Organisation von Rennradreiseveranstaltungen jedoch etwas dazu beitragen.
    Was Du mit Fahrzeugkolonne meinst, ist nach StVO der Geschlossene Verband und wird grundsätzlich in § 27 geregelt. Darüber hinaus gibt es noch Aus- und Durchführungsbestimmungen dazu, wo Einzelheiten geregelt werden. Hier z.B. (http://www.verwaltungsvorschri…_26012001_S3236420014.htm) sind noch ein paar Anmerkungen zum § 27. Besonders beachtenswert sind die Verwaltungsvorschriften zum § 29, darin kann man von der Genehmigungsbehörde leicht verwickelt werden, wenn man gedenkt, die gemeinsame Ausfahrt irgendwo anzumelden.
    Eine gemeinsame Ausfahrt von mehreren PKW würde ich nicht als geschlossenen Verband organisieren und deklarieren.

    Gruß aus dem Bergischen Land
    Andreas


    Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.


    "Christian schnall Di o, weil jez foar i eana hi, dass's all die Lizenz abgebn." W. Röhrl in Arganil

    Einmal editiert, zuletzt von 860 ()

  • Kenne das nur von diversen 2cv Veranstaltungen. Mit geschlossenem Verband darf man nach Anmeldung dann auch über rote Ampeln fahren, oder geschlossen durch Kreisverkehre, weil die Kolonne sozusagen als ein Fahrzeug gilt. Generell Ausfahrten auch mit mehr als 20 Fahrzeugen sind aber kein Problem, solange man eben dennoch die 'normalen' Verkehrsregeln beachtet.

  • Die Regelung mit den roten Ampeln darf man nicht missverstehen. Das Führungsfahrzeug des Verbands hält bei rot und fährt bei grün. Der komplette Verband (gilt als ein Verkehrsteilnehmer) fährt danach über die Ampel, dabei spielt es keine Rolle, ob die Ampel in der Zwischenzeit wieder auf rot springt. Das selbe gilt für Stopstraßen und wartepflichtige Einmündungen. Dem Führungsfahrzeug des geschlossenen Verbands werden besondere Pflichten bezüglich umsichtigen Verhaltens im öffentlichen Verkehr auferlegt. Der Verband muss auch immer geschlossen bleiben. Alle Verkehrsvorschriften insbesondere die Beachtung von Höchstgeschwindigkeiten müssen zwingend eingehalten werden. Das bedeutet z.B. dass das Führungsfahrzeug bei passieren des Ortsende Schildes seine Geschwindigkeit von 50 km/h beibehalten muss, bis das letzte Fahzeug des Verbandes das Schild auch passiert hat. Erst dann kann beschleunigt werden. Verbandfahrten haben also nichts mit Spass zu tun, sonder stellen ganz besondere Anforderungen an die Disziplin der Teilnehmer.


    Die Worte "Renn", "Wettbewerb", Zeitnahme", "schnell", usw. würde ich im Behördenschriftverkehr dringend unterlassen. Sobald die auch nur annähernd den Geruch einer Veranstaltung mit "Wettbewerbscharakter" in die Nase bekommen, greift sofort §29. Da kann man sich abgesehen davon dass sowas kaum genehmigt wird, auf saftige Auflagen, Gebühren und Versicherungsprämien gefasst machen. Bei jeder Art Behördenkontakt würde ich dringend darauf bestehen, dass die geplante Veranstaltung keinen Wettbewerbscharakter hat.

    Gruß aus dem Bergischen Land
    Andreas


    Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.


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  • Vorallem sollte man beachten das kaum ein Verkehrsteilnehmer die Regeln kennt. Selbst wir als THW werden meistens missachtet und wenn man sich mal Kollonen von der BW auf der Autobahn anschaut interessiert/kennt kaum einer die Regelung

    Ich verstehe nicht den Sinn von Busspuren. Wieso müssen ärmere Leute schneller zum Ziel kommen als ich?"
    Jeremy Clarkson

  • Vorallem sollte man beachten das kaum ein Verkehrsteilnehmer die Regeln kennt. Selbst wir als THW werden meistens missachtet und wenn man sich mal Kollonen von der BW auf der Autobahn anschaut interessiert/kennt kaum einer die Regelung

    In der Realität ist es noch viel schlimmer. Die Stadt Köln hatte uns 2009 die Einfahrt im geschlossenen Verband (30 Rennradfahrer in Zweierreihe) mit folgender Begründung (Achtung Gedächtnisprotokoll des diesbezüglichen geführten Telefonats) untersagt:
    "Dä kölsche Autofahrer im alljemeinen ess esu doof, dä kann mitenem jeschlossene Verband nix aanfange."
    Da wir damals bezüglich der StVO und deren Verwaltungsvorschriften noch nicht so erfahren waren, hatte wir das widerwillig akzeptiert. Heute nach einem gewonnenen Rechtsstreit gegen den Freistaat Bayern wissen wir, dass ein geschlossener Verband aus 16 - 99 Radfahrern weder angemeldet, noch genehmigt werden muss, dass die Radwegebenutzungspflicht für so einen Verband nicht gilt und dafür einfach nur die in der StVO niedergeschriebenen Festlegungen gelten.

    Gruß aus dem Bergischen Land
    Andreas


    Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.


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  • Habe leider gerade wenig Zeit, um Paragraphen zu wälzen. Verstehe ich das also richtig: Man kann einfach mit vielen Autos drauf losfahren wie man möchte, solange man die Stvo beachtet?

    Ja, du verstehst das richtig. Bei der Eifel 4.0 (mit 42 Fahrzeugen) war auch nichts angemeldet. Wenn alle die StVo beachten gibt es ja auch keinen Unterschied zu "lose" fahrenden Fahrzeugen.

  • Dann waren es da aber wirklich 42 Einzelfahrzeuge und nicht eine Kolonne.

    Ja, genau. Und auf dem Forentreffen werden es halt um die 100 Einzelfahrzeuge.

  • Man kann einfach mit vielen Autos drauf losfahren wie man möchte, solange man die Stvo beachtet?



    So ist es. 100 GT86/BRZ zur selben Zeit in der selben Richtung auf der selben Straße sind schließlich nichts anderes als 100 beliebige andere PKW zur selben Zeit in der selben Richtung auf der selben Straße. Man könnte ein Forumstreffen mit einer Konzertveranstaltung oder einem Sportevent vergleichen. Der Veranstaltungsort ist Privatgelände oder die Nutzung eines eventuell öffentlichen Geländes wird von der Kommune (gegen Auflagen) genehmigt. Der unmittelbar an das Veranstaltungsgelände angrenzende öffentliche Verkehrsraum müsste mit Hilfe der Polizei oder eigenen Ordnungskräften geregelt werden. Die Anfahrt an den Veranstaltungsort (Niemals das Wort "Sternfahrt" verwenden) ist immer eine Individualangelegenheit.


    Genehmigungspflichtig wird die gemeinsame Ausfahrt für KFZ erst, wenn die Fahrzeuge einen geschlossenen Verband bilden. § 29 StVO (http://dejure.org/gesetze/StVO/29.html) definiert den geschlossenen KFZ-Verband als "Übermäßige Straßenbenutzung". Aus schon genannten Gründen würde ich aber davon abraten.

    Gruß aus dem Bergischen Land
    Andreas


    Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.


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    Einmal editiert, zuletzt von 860 ()

  • Klingt fuer mich bisschen wie "wo kein klaeger da kein angeklagter" Also wenn jemand, vlt. Ein passant, bloede waere koennte er anzeige erstatten? Abgesehen davon, wenn das deutschlandtreffen wirklich so einen andrang faende und sich der preis deshalb gut durch alle teilnehmer splitten liesse, wir bei etwas ertraeglichem herauskaemen waere es mir das wert

    Siehe Post von 860. wegen was soll der Passant Anzeige erstatten? Benutzung der öffentlichen Straße? :D

  • Ich hab bei ner Ausfahrt schon erlebt, dass die Kollegen dann ein Auto quer in den Kreisverkehr gestellt haben, damit die ganze Kolonne von 15-20 Fahrzeugen in einem Stück bleibt. Das Fahrzeug, was gesperrt hat, war allerdings auch ein aufgemotzter und mit Racing Decals beklebter WRX STi, da hat kein anderer Autofahrer gestresst... :D natürlich hätte da auch einer Anzeige erstatten können... aber da hätten wir dann zur Not 15-20 Zeugen gehabt die das anders sehen ;) :D :D

  • Ich hab bei ner Ausfahrt schon erlebt, dass die Kollegen dann ein Auto quer in den Kreisverkehr gestellt haben, damit die ganze Kolonne von 15-20 Fahrzeugen in einem Stück bleibt. Das Fahrzeug, was gesperrt hat, war allerdings auch ein aufgemotzter und mit Racing Decals beklebter WRX STi, da hat kein anderer Autofahrer gestresst... :D natürlich hätte da auch einer Anzeige erstatten können... aber da hätten wir dann zur Not 15-20 Zeugen gehabt die das anders sehen ;) :D :D


    Daran erinnere ich mich noch :D

  • :D natürlich hätte da auch einer Anzeige erstatten können... aber da hätten wir dann zur Not 15-20 Zeugen gehabt die das anders sehen ;) :D :D

    Genau so natürlich hat heute kaum einer ein Handy zum filmen oder fotografieren dabei und rubbeldiekatz keine 15-20 Falschaussagen :cursing:

    Zu viel Leistung verdirbt nur den Fahrstil 8)


    20140419_155438b200jpymkmb.jpg


    BRZ Sport+ / OZ Ultraleggera 8x17 ET35 / ST XTA / AGA: GTSPEC, Budde Overpipe


    GT86 3/13 - 3/18 BRZ 3/18 - solange ich noch einigermaßen elegant ein- und aussteigen kann

  • Das stimmt so nicht. Persönlichkeitsrechte greifen z. B. bei Portraitaufnahmen (und auch da gibt es Ausnahmen). Ob Aufnahmen (u. a. Dash-Cams) als Beweismittel zugelassen werden, entscheiden letztendlich andere, da wird dich niemand nach deiner Meinung fragen.

    Zu viel Leistung verdirbt nur den Fahrstil 8)


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  • Also da wir uns alle an die StVO halten werden ist somit die Frage von Fox beantwortet. Wir müssen nichts anmelden.

  • bzgl. Persönlichkeitsrechten: wenn Du GEZIELT jemanden fotografierst und veröffentlichen willst (z.B. weil Du damit beabsichtigst, ihn anzuzeigen) ist das NICHT erlaubt und darf daher auch nicht als Beweismittel verwendet werden. Ne Dashcam nimmt nix gezielt auf und bei Filmstart hast Du nicht vor, irgendjemanden den Du da filmst, zu veröffentlichen. So verstehe ich zumindest das Gesetz. Daher: für Anzeige Foto machen nein, Dashcam ja.


    Bzgl. z.B. Fahrevents (ich zitiere aus Wiki, weil ich grad keine Zeit hab den Gesetzestext selbst rauszusuchen):
    § 23 KunstUrhG zählt Ausnahmen auf:
    (1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
    Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
    Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
    Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;

    Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

  • ICh sehe schon wohin das abdriftet....... ACHTUNG: Dieser Thread wird beobachtet ^^ Fox : Was hast Du da bloß losgetreten? ;)


  • Fox : Was hast Du da bloß losgetreten? ;)


    Fox hat ganz sicher nur den allergeringsten Anteil daran, dass der Thread gerade von Fox' Thema abschweift.

    Gruß aus dem Bergischen Land
    Andreas


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