Eine (fahrer-) philosophische Frage

  • Die geringe Verbreitung des von uns präferierten Fahrzeugs provoziert bei mir die Frage, ob des sich bei den Fahrern des Toyobaru um eine besondere Spezies Autofahrer handelt. Wir nehmen es hin, dass unser neu erworbenes Fahrzeug allerlei Mängel bezüglich moderner Ausstattung und Assistenzsysteme mitbringt. Wir verzichten freiwillig auf die schon bei nur zu Einkaufsfahrten angeschafften Kleinwagen zu findende Drehmomentwoge. Ein Hinterradantrieb, der sich kaum von einem Frontantrieb unterscheiden lässt, ist uns ein Gräuel. Wir fahren mit unserem Sportwagen auf der AB auf die rechte Spur, wenn sich im Spiegel ein Vertreterturbodieselkombinationskraftwagen nähert.


    Was sind wir eigentlich für Fahrertypen? Sind wir hoffnungslose Träumer, Gentlemandriver mit dem Hang zum Besonderen, Motorauspresser mit dauerleuchtendem Schaltblitz, aggessive Kurvenräuber oder einfach nur die Ignoranten, die einfach nicht erkennen, dass ein GTI sowieso viel besser ist?

    Gruß aus dem Bergischen Land
    Andreas


    Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.


    "Christian schnall Di o, weil jez foar i eana hi, dass's all die Lizenz abgebn." W. Röhrl in Arganil

  • Ich muss jetzt nachholen, was ich damals mangels Mut zur eigenen Entscheidung versäumt habe und einen Opel Kadett C Coupé GT/E bekomme ich heute nicht mehr ohne Mühe :).


    Von daher wohl sentimentaler Träumer Gentleman Kurvenräuber.

    J.C.:"He who shall be last shall be sideways and smiling"
    Jango:"Alles für den GT, Alles für das Forum, mein Leben für das Auto"
    満月-86

  • Ich versuche immer der Gentleman Driver zu sein, und im Cabrio gelingt mir das auch oefter und laenger. Aber irgendwann kippt es dann doch zum agressiven Kurven- und Drehzalauspresser mit Schaltstroboskop im Cockpit.

  • Ich kann nur für mich sprechen, daher:
    Aussterbende Spezies des aktiven Autofahrers: Wir wissen noch, was ein Schulterblick ist; können es einschätzen, ob ein Tempo-40 vor einer Kurve nur für Fahranfänger und mißratene Straßenkreuzer gedacht sind; haben Spaß daran noch selbst mit echten Tasten etwas bewegen und einem Lenkrad tatsächlich lenken zu können (und nicht nur einem Computer einen Befehl zu erteilen, auf dass 2 Räder die Himmelrichtung um X,x Grad zu änden), den Kontakt zur Umwelt (im Sinne des Wortes, bei uns eben Asphalt oder Schotter) spüren wollen. Petrolheads eben. Die noch Spaß am Autofahren haben.
    All das können die meisten Brot-und-Butter-Autos eben nicht bieten und allzuoft verstehen es die jeweiligen Fahrer auch gar nicht wovon wir sprechen.

  • Ich bin der Typ, der praktisch jeden Tag 2x 35min lang grinst, weil da keine Autobahn im Weg steht, und mein Weg zur Arbeit tatsächlich durch einen Weinberg führt. Alter ist die Karre immer dreckig. Ich hab enge Kurven, Kreisverkehre, „Berg“Passagen, usw. was ich jeden Tag bei den Kollegen an Testwagen stehen sehe (McLaren, Ferrari, u.ä.) interessiert mich nicht die Bohne. Das passt nicht auf meine Straßen. Nicht dass ich das fahren könnte/dürfte, aber zu breit, zu wenig schlechtwegegeeignet. Am ehesten hat mich die Alpine angemacht und der Z4 Nachfolger letztens. Natürlich. Und ja, ich hab nen Schaltblitz bei 7000 und den sehe ich auch nicht ganz selten

  • Was mir noch einfällt: In einer anderen Zeit (vor 2014) bin ich Opel Astra Diesel gefahren. Total frustriert vom Verkehr war ich kurz davor das Auto zu verkaufen und durch eine Dauerbahnkarte zu ersetzen. Doch dann hat mir ein Freund gesagt: In dieser perfekten Situation hast du das Glück ein Auto zu kaufen, das du willst und nicht eins das du brauchst. Kurz war ein 3er coupe und ein Z4 coupe im Rennen, aber dann hab ich mich für nen Exoten entschieden. Der Rest ist Geschichte.
    Aber S-Bahn fahr ich schon noch ab und zu.

  • Ich gehöre wohl auch zur Kategorie "Gentleman Driver mit Hang zum Besonderen, Exotischem und besonders Exotischem". Außerdem denke ich stets an die Worte meiner Patin, die die Ansicht vertritt: "wo mehr dran ist, kann mehr kaputt gehen."


    Darüber hinaus hasse ich die gemeine Golf-Form. Ein "Sports Hatch" kann auf dem Papier und auf der Strecke noch so gut und noch so überlegen sein: keine 97.365 Pferde kriegen mich in so eine Kiste. Meine automobile Welt beschränkt sich auf klassische Coupés, Cabrios (inkl. Roadster), Targas und Sportwagen. Und ein Coupé hat gefälligst höchstens drei Türen zu haben.

  • Um etwas hinzunehmen oder auf etwas zu verzichten, muss ich überhaupt erst einmal in diese Situation kommen können.
    Ich muss etwas als einen Mangel empfinden oder einen Wunsch bzw. Anspruch haben.


    Ich für meinen Teil vermisse beim Toyobaru sehr wenig, bei anderen Autos inzwischen sehr viel. Wo verzichte ich also?


    Ich vermisse keinen Hecktriebler der Richtung Kurvenrand bremst wenn ich Gas gebe oder den Turbo, den ich in Sport+ schalten muss um nicht gefühlte Sekunden zu brauchen um zu entscheiden was er jetzt vielleicht tun soll. Ich kann die Faszination eines Komfortblinkers nicht nachvollziehen und vermisse ihn nicht.


    Ich muss auch keine 200 über eine Rennstrecke fahren um ein Grinsen im Gesicht zu haben und traue mich auch nicht im Straßenverkehr den Rennfahrer zu spielen. Aber das Grinsen, welches man bekommt wenn man in eine Kurve fährt und das Auto lebt und mitfährt und mit mir fährt, das würde ich vermissen.


    Vielleicht gibt es auch andere Autos die das können. Aber dann kenne ich sie nicht oder ich kann sie mir nicht leisten oder, ganz profan, ich passe nicht rein.

  • Ich sortiere mich auch in die Kategorie Gentleman und Genießer ein. Mit spontanen Ausbrüchen, die das "befriedigende Gefühl hinterlassen, die Karre richtig ausgewrungen zu haben."


    Ich zitiere nochmal aus dem selben Artikel: "Es ist mir egal, dass ein Ford Focus RS mit seinen über 300 PS ab Werk bessere Rundenzeiten stanzt, das hier macht einfach so viel mehr Spaß! Wenn der RS eine Flasche Tequila ist, wäre der GT86 Single Malt Scotch Whisky. Klar eignet sich der Tequila besser dazu, möglichst schnell für möglichst wenig Geld betrunken zu werden, aber Gentlemen und Genießer greifen aus Gründen der Trinkkultur dennoch lieber zum Whisky."


    Den kompletten Artikel gibt's hier.

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    Toyota GT86 - Bj. 2016 - inferno orange metallic
    Centerplate "86"-Emblem - Pivot Dual Gauge DXW-W - Weathertech Kofferraumschale - Tachoabdeckung Leder mit doppelter, roter Ziernaht -
    Soundtube-Stopfen "86" - Subaru Öl-/Wasser-Wärmetauscher - Radium Brake Master Cylinder Brace - TRD-Domstrebe - TRD-Schaltknauf -
    Nappa-Leder-Lenkrad mit 12-Uhr-Markierung - 2017er Center Dash Assembly mit roter Ziernaht

  • Ich wollte unbedingt ein besonderes Fahrzeug, bin also die Kategorie "Hoffnungslos in Absurditäten und Spezialitäten verknallt"


    Hier meine Historie:


    1. Renault Megane 1.6 16V (der mit dem hässlichen Heck)
    2. Peugeot 407 SW 2.7 V6 HDI
    3. MG TF 160
    4. Renault Vel Satis 3.5 V6
    5. Mini Cooper S Clubman


    6. Toyota GT86




    Erst bei der Probefahrt habe ich gemerkt, was der GT86 eigentlich für ein Auto ist.


    Ab jetzt findet ihr mich unter "Drehzahlpresser mit Spaß an Kurven". Dieses Auto hat meine Sicht auf das Fahren fundamental verändert.

  • Als der GT angekündigt wurde, fand ich ihn optisch schick und bemerkenswert mutig in der Welt der Plattformbaukästen.


    Bei einer dienstlichen Veranstaltung konnte ich ihn mir in Ruhe ansehen und wurde zu einer Probefahrt genötigt.


    Nach 5min, davon 3 mit VSC off habe ich fröhlich gekräht: "ich will auch einen!!!!"


    Drei Monate später war er da!


    Warum:


    Weil er meinen Spieltrieb befriedigt und ein höchst taktiles Fahrvergnügen zulässt, ohne im Alltag so nervig zu sein wie zb eine `Lise.
    Letzteres habe ich allerdings erst viel später gemerkt, das war beim Erstkontakt völlig unwichtig.


    Bezüglich Design und Ausstattung war ich schon immer konservativ, heutzutage würde ich mich da als reaktionär bezeichnen.


    In einer Welt, in der sich die Marken mehr im Infotainment als in den Motoren und Fahrwerken unterscheiden, freue ich über jeden Knopf/Schieberegler, der
    noch eine haptische Rückmeldung bietet und eine Lenkung, die tatsächlich weitererzählt, was die Reifen auf der Strasse so treiben.
    Ganz zu schweigen von einem Handschaltgetriebe und ECHTEN Nadeln in den Instrumenten.


    So gesehen ist die Anzahl der ITler in diesem Forum besonders bemerkenswert, wo man an dem GT doch ohne Werkzeug eigentlich nur das Klima konfigurieren kann :whistling:


    MFG Carsten

    Gwehrfahrdeblom Sachsenring 10/11/12/13/14/16
    denn geradeaus kann jeder :D



    Es geht nicht darum, wie schnell ein Auto ist, sondern WIE ein Auto schnell ist.
    ( überliefert von T. Schrick)

  • hoffnungslose Träumer, Gentlemandriver mit dem Hang zum Besonderen, Motorauspresser mit dauerleuchtendem Schaltblitz, aggessive Kurvenräuber oder einfach nur die Ignoranten, die einfach nicht erkennen, dass ein GTI sowieso viel besser ist

    Ein bisschen was von allem würde ich meinen. Ich sehe mich wohl auch eher als den "gentleman driver" obwohl ich auf der Landstraße wohl eher den Motorauspresser mache.


    Ich für meinen Teil sehe den "Verzicht" nicht als Not sondern viel mehr als Tugend. Ich habe mich für den 86 sehr bewusst entschieden - was nicht heißen soll, dass es eine reine Vernunftentscheidung war, soll aber gleichzeitig auch nicht bedeuten, dass gar keine Vernunft im Spiel war. Vernünftig war es getreu dem Motto "weniger ist mehr" zu handeln und nicht an das All-you-care-to-eat-buffet der modernen Automobilwelt (explizit ist damit die "Siebengangschweinslederabblendabstandstempotronic" gemeint) zu stürmen, stattdessen viel lieber ein Gourmet Menü aus mehreren kleinen aber wohl ausgewogenen Speisen zu bestellen...

  • Ich denke mal in einer Sache sind wir uns alle einig: Wir wollen alles selber machen und ein Auto, das uns fahrerisch alle Freiheiten lässt, Spaß macht und bezahlbar ist.
    Da gibt es zur Zeit zwei: GT86 und BRZ.


    Diese ganzen elektronischen Helfer empfinden wir als Belästigung/Bevormundung und "ist sinnlos und kann kaputt gehen"-Zeug.


    Für mich hat der GT86 nur einen einzigen Nachteil: Man kann nur zu zweit drin sitzen.

  • Ich denke mal in einer Sache sind wir uns alle einig: Wir wollen alles selber machen und ein Auto, das uns fahrerisch alle Freiheiten lässt, Spaß macht und bezahlbar ist.
    Da gibt es zur Zeit zwei: GT86 und BRZ.


    Diese ganzen elektronischen Helfer empfinden wir als Belästigung/Bevormundung und "ist sinnlos und kann kaputt gehen"-Zeug.


    Genau so.

  • nicht an das All-you-care-to-eat-buffet der modernen Automobilwelt...stattdessen viel lieber ein Gourmet Menü aus mehreren kleinen aber wohl ausgewogenen Speisen zu bestellen...


    Sehe ich da eine Parallele im meinem Verhalten beim Chinesen? Ein riesen Buffet ist aufgebaut und ich Ignorant bestehe als einziger Gast darauf, à la carte zu speisen.
    Kann es sein, dass der Wahl meines persönlichen PKW ähnlich strukturierte Überlegungen zu Grunde liegen, wie bei der Entscheidung einen Titanrahmen als Basis für "mein" Rennrad zu bestimmen?

    Gruß aus dem Bergischen Land
    Andreas


    Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.


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    Einmal editiert, zuletzt von 860 ()

  • Vielleicht noch eine Ergänzung meinerseits.


    Ursprünglich hat mir der GT einfach nur gefallen. Klassische Coupéform, Heckantrieb, 2+2 Sitze, anständiger Kofferraum und natürlich bezahlbar. Das sagenumwobene Fahrverhalten hatte ich damals so explizit gar nicht auf der Liste, noch nicht einmal nach der Probefahrt. Letzteres hat sich eigentlich erst eine Zeitlang nach dem Kauf in Tateinheit mit ersten Rennstreckenbesuchen als Main Feature herauskristallisiert.


    Mittlerweile habe ich nun in Anbetracht des in die Jahre gekommenen Familientraktors diverse Probefahrten mit Familienkutschen gemacht, die up-to-date sind. Was mir ausnahmslos bei alle mächtig auf den Zeiger ging, waren die überall präsenten Mäusekinos, Anzeigen, Screens (zum Betatschen) in Verbindung mit den einhergehenden elektronischen Bevormundungsfunktionen Helferlein. Und da waren noch nicht einmal BMW, Audi & Co. dabei.


    Lange Rede, schwacher Sinn: Speziell seit diesen Probefahrten weiß ich die gewisse Schlichtheit des GT (und auch des Familientreckers) umso mehr zu schätzen. Da kann man sich noch auf das Fahren konzentrieren und wird nicht durch die Überwachung der ganzen technischen Funktionen abgelenkt.

  • Ein Problem habe ich allerdings in diesem zusammenhang schon mit dem 86:


    Man wird viel zu sehr verwöhnt und allzu "feinschmeckerisch" unterwegs! Die ganzen Karren die mir mal so richtig gefallen haben und die auf meiner "ToDo-Liste" waren (darunter wären Crossfire, 350Z, Opel GT, Alfa Brera, Audi A5 - selbst der neue Mustang) sind inzwischen ob des Gewichts, der Behäbigkeit oder ob der allgemeinen Unausgewogenheit des Fahrverhaltens komplett geflogen.


    Immer wieder, wenn ich so die Anzeigen durchschmöckere komme ich (seit ich den 86 habe) immer wieder zu ein und der selben Schlussfolgerung: "Eh hübsch! Fährt sich sicher wieder nur wie ein Fass!!!"


    Nachdem ich üblicherweise ein mal jährlich das Fahrzeug wechsle, wäre ich prinzipiell schon wieder in der "Anbahnungsphase" aber ganz ehrlich! Was besseres finde ich einfach nicht!


    Klar es kann in Richtung Stoffdach gehen (der erste Z4 macht mich immer noch ziemlich an) - aber 1. Wie bringe ich dann meine kleine Prinzessin in den KiGa? und 2. bei 1,4 Tonnen wird sich der Kübel sicher auch nicht besser fahren. Man kann auch in Richtung Cayman denken - aber siehe 1. und ausserdem ist der Kübel recht teuer, dafür dass er auch nicht viel mehr kann.


    Bis jetzt habe ich gefühlsmäßig nur eine einzige Evolutionsstufe auf dem Radar: Einen Aston Vantage V8. Klar: Schwer, Doppelsitzig, Durstig, etc... Aber Mann Mann Mann... Da würde ich doch noch schwach werden (plus: bis ich mir den einigermaßen anständig leisten kann - heißt mit einer eigenen Garage samt Werkzeug, einem Zweitwagen für die Frau - ist die Kleine vermutlich gar nicht mehr so klein und das Doppelsitzigkeitsproblem löst sich in Wohlgefallen auf)

  • Ich suchte nach einer weißen Leinwand und dafür gibt es meiner Ansicht nach kein besseres Auto als der 86.
    Vernunft... hmm... Vernünftig war es für mich definitiv nicht den 86 zu kaufen. Dennoch bereue ich den Kauf nicht. Jede Fahrt mit dem Auto fühlt sich an wie ein Kurzurlaub in dem man dem grauen, müden Alltag entflieht.
    Das einzige manko ist eigentlich die ständige Besserwisserei der Mitmenschen.


    Wenn ich im 86 sitze, sehe ich mich eigentlich nur als ein Kind mit seinem Spielzeug.


    Ich hoffe der Winter geht schnell um... ich vermisse es dieses Auto zu fahren ;(



    Für mich hat der GT86 nur einen einzigen Nachteil: Man kann nur zu zweit drin sitzen.


    So verschieden können die Ansichten sein :D
    Ich freue mich darüber, dass man nur zu 2 drin sitzen kann. Spart Spritt wenn die anderen auch mal fahren.

  • Ich möchte nochmal die Richtung der Diskussion korrigieren. Mir ging es bei meiner Frage weniger um das "warum gerade dieses Auto?" als vielmehr um "wie ticken eigentlich die Typen, die allen Widerständen zum Trotz genau dieses Auto kaufen?". Es muss doch eine Gemeinsamkeit geben, die es zulässt, gemeinschaftlich abseits des Hauptstroms (oder sogar gegen den Hauptstrom) zu schwimmen.
    Ich hatte ja bereits mehrfach das uneingeschränkte Vergnügen, an Erichs Vollgasveranstaltungen teilzunehmen. Obwohl das Motto "Gasgasgas" ausgegeben war, durfte ich bei beiden von mir besuchten Veranstaltungen nur Leute erleben, die bei aller Suche nach der schnellsten, schönsten oder driftträchtigsten Linie äußerst diszipliniert fuhren und rücksichtsvoll miteinander umgingen. Das ist doch bei gaskranken Petrolheads nicht normal, oder?
    Wie verträgt es sich eigentlich sich in seiner Selbstwahrnehmung als überzeugten Sportwagenfahrer zu sehen, Kurven sehr bewusst zu durchfahren, die mitlenkende Hinterachse noch vor dem Eingriff des VSC zu fühlen und dann doch mit Spritverbräuchen knapp über dem Normverbrauch unseres Schätzchens auszukommen?

    Gruß aus dem Bergischen Land
    Andreas


    Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.


    "Christian schnall Di o, weil jez foar i eana hi, dass's all die Lizenz abgebn." W. Röhrl in Arganil

  • Ganz einfach aber nich schnell beantwortet.


    Ich als Junger Mann (22) wollte ein Auto (sportlich) das mir gefällt. GT86 gefällt mir :love:. Ich wollte ein Auto das mir gefällt ich mir aber auch leisten kann. GT86 gefällt mir und ich kann ihn mir leisten.


    Unseren Innenraum finde ich schön. Sitze top, kleines Lenkrad, Old School, erinnert mich an den MR2 meines Vaters nur etwas "moderner". Ein Traum :love: .


    Ich wollte ein Auto das zu mir passt, mit dem ich mich identifizieren kann. Sprich bunt, auffällig, schön... aber gleichzeitig speziell, nicht das was alle mögen, das polarisiert und nicht an jeder Ecke zu sehen ist. Ein Auto das mich wiederspiegelt......nicht der schnellste, nicht der teuerste aber die dies mögen Lieben es und wissen die Werte hinter den nackten Zahlen zu schätzen. GT86 :love: .


    Ich hatte immer den Traum ein asiatischen Auto zu fahren, mich mittels bischen Tuning zu verwirklichen, es einzigartig zu machen. GT86 :love:.


    Ich bin kein schnelllebiger Typ, mir ist Beständigkeit wichtig. Sprich ich möchte aus dem auto einen klassiker machen, wenn ich es nicht muss (gesundheitlich, finanziell o.ä.) werde ich Ihn nicht verkaufen. Bis das der TÜV uns scheidet :D.


    Das die Türgummis nix taugen und die Bremsen quietschen stört mich da nicht weiter. Ist wie in jeder guten Beziehung, perfekt gibt es nicht, man muss auch Kompromisse eingehen und das Große und Ganze betrachten und das ist beim GT86 und mir :love: :love: :love:8o :thumbup: .

  • als vielmehr um "wie ticken eigentlich die Typen, die allen Widerständen zum Trotz genau dieses Auto kaufen?"


    Außer der Begeisterung für das Außergewöhnliche gibts es meiner Meinung nach keine allgemeingültige Verbindung zwischen uns. Wir sind einfach bekloppt. Ganz ernst gemeint.


    In jedem Bereich des Lebens gibts es kleine Sub-Gruppen an Menschen die es gerne besonders, einzigartig oder verrückt mögen. Manche bauen sich abgefahrene Designer-Häuser, andere haben ihrr Bude komplett in schwarz gestrichen, wieder andere essen nur Schokoeis.


    Und wenn man dann noch andere Bekloppte findet, spürt man eine Verbundenheit. Dann geht man auch nett miteinander um. Das werden VAG-Jünger oder Leute die im Sommer nach Ägypten verreisen nie verstehen. Dadurch das man nur wenige seiner Sorte findet, ist man automatisch viel sorgsamer miteinander.

  • durfte ich bei beiden von mir besuchten Veranstaltungen nur Leute erleben, die bei aller Suche nach der schnellsten, schönsten oder driftträchtigsten Linie äußerst diszipliniert fuhren und rücksichtsvoll miteinander umgingen. Das ist doch bei gaskranken Petrolheads nicht normal, oder?


    Doch. Ich glaube ganz genau das ist der Fall.


    Wer sein Auto auf so einer oder ähnlichen Veranstaltung mehr ode weniger schnell bewegt, befindet sich in einem weit fortgeschrittenen Erkenntnisprozess. Im Gegensatz z. B. zu den Vollpfosten, die ihre Rennen mit Mietwagen in Großstadtlagen fahren. An der Stelle komme ich mit dem Dunning-Krueger-Effekt um die Ecke, der mit ein wenig Phantasie genau dieses Phänomen abbildet.


    Während die Großstadtraser (=> Mount Stupid) voller Selbstvertrauen gepaart mit mangelnder Fahrzeugbeherrschung durch die Gegend heizen und Menschenleben gefährden, weiß jeder, der zumindest schonmal ein Fahrsicherheitstraining gemacht hat, wie lang so ein Bremsweg werden kann, wie leicht man die Fahrzeugkontrolle verlieren und wie schwer man sie wiedererlangen kann.


    Wer sich dann im nächsten Step auf die Rennstrecke traut, der weiß zumindest, worum es da geht. Und vor allem, dass es nur miteinander geht. Als Anfänger fährt man daher umso mehr mit Bedacht & Vorsicht, testet sich langsam voran. Irgendwann lernt man dann, sein Auto regelrecht zu erfühlen und wird auch entsprechend schneller und trotzdem nicht unsicher.


    Einverstanden?

  • Einverstanden?


    Ja, selbst auf Trackdays mit europäischer Beteiligung, bei denen man die deutsche Korrektheit mal vernachlässigen kann, ist meine Erfahrung besser als im täglichen Verkehr zur Arbeit.

    J.C.:"He who shall be last shall be sideways and smiling"
    Jango:"Alles für den GT, Alles für das Forum, mein Leben für das Auto"
    満月-86

  • Einverstanden?

    Perfekt auf den Punkt gebracht.

  • Wir sind einfach bekloppt


    Das scheint mir eine sehr komprimierte Zusammenfassung der Analyse zu sein, aber grundlegend falsches kann ich da nicht erkennen. ;)

    Gruß aus dem Bergischen Land
    Andreas


    Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.


    "Christian schnall Di o, weil jez foar i eana hi, dass's all die Lizenz abgebn." W. Röhrl in Arganil

  • Einverstanden?


    Unbedingt! Und doch hat uns der diesbezüglich erfahrene Streckenbetreiber in Rüthen noch ein ausdrückliches Lob hinterhergerufen.

    Gruß aus dem Bergischen Land
    Andreas


    Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.


    "Christian schnall Di o, weil jez foar i eana hi, dass's all die Lizenz abgebn." W. Röhrl in Arganil


  • Das scheint mir eine sehr komprimierte Zusammenfassung der Analyse zu sein, aber grundlegend falsches kann ich da nicht erkennen. ;)


    Ich denke sogar, dass das der einzig gemeinsame Nenner ist. Es gibt doch unterschiedlilche Ansaetze, warum unsereins den Toyobaru gekauft hat: der Kurvenraeuber, der Quertreiber, die Track-Tool-Grundlage, um einfach "schoen" von A nach B zu kommen, oder weil der Heilige Clemens (cgl @ Heise News) den IT'lern gefluestert hat "Fahr ihn!"

  • Ich hoffe der Winter geht schnell um... ich vermisse es dieses Auto zu fahren


    Du sprichst mir aus der Seele! Vorteil: Jedes Frühjahr steigt die Vofreude ins Unermessliche und wenn es dann endlich soweit ist wird man zum kleinen Junge der zur Bescheerung keine Sekunde länger warten kann die Geschenke auszupacken, was dazu führt das man sich plötzlich 15min vor 24Uhr in der Garage beim anklemmen der Batterie und warmlaufenlassen wiederfindet. :thumbsup:


    Nach den in Post 1 vorgegebenen Kategorien muss ich mich wohl in die Drehzalpresser-Riege einreihen. Wobei in meinem Fall das große Verlangen eine Rolle spielte die Erfahrungen zum Thema Quertreiberei auszubauen.


    Aus meinem vorherigen automobilen Leben kommt der "weise Leinwand" Faktor und die "was man nicht hat geht nicht kaputt" Einstellung. Der GT ist ein hervorragendes Schrauber-Auto. Ich könnte glaube ich 5 verschiedene GTs aufbauen und hätte immer noch neue Ideen für den Wagen. Mir fällt kein anderes Auto ein was das kann. Einfach eine geniale Basis die aber auch schon ab Werk ein echt tolles Fahrzeug abgibt.


    Ein weiterer sehr wichtiger Punkt der mir einfällt: Der 86 hat einfach seine ganz eigenen individuelle Formensprache. Ein einzigartiges Design. Nur der MX5 ist entfernt vergleichbar, aber der ist eben kein Coupe. Kein ABM möchtegern Coupe hat ein so eigenständiges Design. Man kann ja kaum noch die Marke zuordnen wenn man das Emblem nicht sieht. Es ist wie mit den Frauen. Es gibt viele die mit den Idealmaßen daher kommen und mit jeder Menge Assesoirs über das Fehlen eines Charakters hinwegzutäuschen versuchen. Vom schönen Teller kann man aber nicht essen. Wenn aber eine kommt die einfach das gewisse Etwas hat, die "Die Richtige" ist, dann merkt man das einfach...


    Der GT hat auch Mängel und Schwächen. Das muss man einfach zugeben und auch dem ein oder anderen Zweckoptimisten den Wind etwas aus den Segeln nehmen. Dennoch, er ist einfach "Der Richtige"...