At All Costs - User Kurzgeschichte

  • Hi,


    ich
    schreibe in meiner Freizeit hin und wieder Geschichten bzw.
    Kurzgeschichten. Im Sommer habe ich dann mal angefangen etwas mit
    Autos zu schreiben, weil Autos halt cool sind, aber irgendwann ist
    jede Geschichte halt auch zu ende und nachdem ich sie vor ein paar
    Tagen fertig geschrieben hatte, kam mir der Gedanke sie auch hier zu
    veröffentlichen. Ansonsten haben bisher nur Freunde und Bekannte sie
    vorgesetzt bekommen.
    Es wird sicher einige an Initial D oder The
    Fast And The Furious erinnern. Ein paar Sachen sind sicher etwas bei
    den Haaren herbei gezogen, einfach aufgrund dessen das es nur ein
    Hobby ist und ich nicht immer ewig recherchieren wollte. Nehmt mir
    das also bitte nicht übel :D
    Jeh nachdem wie das hier ankommt
    werde ich immer Montags einen Teil hier posten.
    Ich hoffe
    natürlich das es euch gefällt.
    Konstruktive Kritik ist immer
    willkommen!

    Part 1:

    At All Costs


    Downhill



    Naoji öffnete die Haustür und trat
    nach draußen. Eine frische, nächtliche Sommerbrise empfing ihn. Er
    atmete tief ein und blickte auf die andere Straßenseite. Dort stand
    er, sein Nissan Silvia S15 Spec R. Man brauchte nicht lange, um fest
    zu stellen das es kein gewöhnlicher S15 war, denn der große
    Heckspoiler, der Diffusor und der schnittige Frontspiltter sprachen
    eine ganz eigene Sprache. Es war unschwer zu erkennen das der Wagen
    nicht mehr Serienmäßig war, doch das was man nicht sehen konnte,
    dass was still und leise unter der Carbonmotorhaube schlummerte, war
    das eigentlich faszinierende und zu gleich furchterregende.

    „Heute ist es also soweit, mal sehen
    ob du diesmal davon kommst.“ Dachte Naoji. Er lief über die Straße
    und stieg in den Wagen. Als er den Zündschlüssel umdrehte erwachte
    die Bestie mit einem tiefen schnaufen.



    Kagami schloss die Tür ihres
    Fahrschulautos.

    „So, dann ist das also deine letzte
    Stunde vor der Prüfung?“ Fragte Jiro.

    „Genau.“Antwortete sie knapp und
    startete den Motor.

    „Okay, dann fahren wir auch schon
    los.“ Meinte Jiro etwas überrumpelt. „Wir fahren heute ne kleine
    Runde über die Berge.“

    „Ja.“ Antwortete sie wieder kurz.
    „Ist sonst alles okay bei dir?“
    Fragte er nach, da sie offensichtlich nicht gut drauf war.

    „Ach naja, es ist so öde hier auf
    dem Land.“

    Jiro lachte. „Achso, na wenn es nur
    das ist. Was ist denn mit deinen freunden? Du hast doch sicher viele
    aus der Schule?“

    „Ja klar, aber die meisten sind doch
    irgendwie öde, niemand sucht nach Abenteuern. Also, verstehen sie
    mich nicht falsch, ich mag meine Freunde, aber manchmal wünsche ich
    mir einfach aus diesem öden Alltag aus zu brechen.“ Erzählte sie.



    Naoji kam bei dem großen Parkplatz in
    den Hügeln an, die Gegend hier, außerhalb der Stadt führte zum
    Berg Ishi. Fast jeder verkehr der in die Stadt wollte musste hier
    lang, also gab es etliche Strecken und Pässe die Nachts wie
    ausgestorben erschienen. Ryo stand schon auf dem Parkplatz neben
    seinem schwarzen RX-7 FD. Naoji hielt neben ihm an und stieg aus, er
    lief zu ihm rüber, doch er starrte vertieft ins Tal hinunter.
    Überall waren lichter aus der Stadt zu sehen, wie ein kleiner
    Sternenhimmel. So weit abgelegen war kaum ein Geräusch zu hören,
    nur das sanfte Rauschen der Blätter im Wind.

    „Du fährst zuerst runter und ich
    folge dir.“ Ryo unterbrach die magische stille.

    Naoji war überrascht, er war fest
    davon ausgegangen das Ryo als erster starten will, so wie er es sonst
    meistens tat. Es schien ihm zu gefallen die Lichter seines Verfolgers
    im Nacken zu haben und sie letztendlich doch verschwinden zu sehen.

    Ryo lief zu seinem Wagen und stieg ein.
    Naoji tat es ihm gleich. „Wie auch immer du willst, diesmal werde
    ich dich schlagen“ Dachte er und fuhr langsam vom Parkplatz. Mit
    normaler Geschwindigkeit fuhren sie die Straße herab bis zur ersten
    Kurve, ab hier würde das Rennen beginnen.



    „Fahr hier den Pass hoch.“ Sagte
    Jiro. Kagami setzte den Blinker und bog auf die Landstraße ab.

    „Naja, wenn du bald deinen
    Führerschein hast kannst du ja ab und zu in die Großstadt fahren,
    vielleicht ist es da nicht so langweilig.“

    Kagami runzelte die Stirn und zog eine
    Augenbraue hoch. „Ich glaube das ist nicht die Art von Abenteuer
    die ich suche.“

    „Naja, wie willst du das wissen ohne
    es mal ausprobiert zu haben?“

    „Da haben sie wohl auch wieder recht,
    vielleicht geh ich auch ins Ausland nach der Schule.“

    „Und wie kommst du dann zum
    Flughafen?“ Fragte Jiro lächelnd.

    Kagami rollte die Augen. „Mit dem
    Auto.“ Sie gab ihm die Antwort die er haben wollte.

    „Genau, also streng dich gut an bei
    der Prüfung.“

    „Ist ja nicht so, als könnte ich
    nicht auch mit dem Zug fahren. Die Prüfung ist sowieso überflüssig.“

    Jiro lachte. „Du wirst bestimmt noch
    viel lernen selbst nachdem die Prüfung vorbei ist“ Meinte er und
    öffnete das Fenster, um die frische, kühlende Luft zu genießen.

    „Ja, aber Fahren kann ich doch
    sowieso schon. Ist ja auch nicht so schwer. Immer brav blinken und
    sich an die Geschwindigkeit halten.“

    Plötzlich war ein Hallendes Knallen zu
    hören, nur ganz kurz, ein, zwei mal.

    „Was war das denn?“ Fragte Kagami.



    Naojis Herz raste, vermutlich genau so
    schnell, wie sie diesen Hügel herunter preschten. Wie an Silvester
    knallten ein paar Fehlzündungen ins Tal. Er schaffte es in den
    Kurven immer etwas Abstand zu Ryo zu gewinnen, doch auf den Graden,
    wenn der Turbolader des RX-7s sein volles Potential entfaltete, war
    er nicht zu stoppen. Er war hoch konzentriert und doch fragte er sich
    warum Ryo nicht zuerst gefahren war.



    „Du hast also dein Fahrwerk neu
    abgestimmt, deswegen kommt der Wagen so gut um die Kurven“

    Dachte Ryo und analysierte den Fahrstil
    seines Gegners. Obwohl sie mit einer Halsbrecherischen
    Geschwindigkeit über den Asphalt jagten war er völlig ruhig und
    konzentriert.



    Naoji schoss durch die engen Kurven,
    ständig war er am Schalten, um die Drehzahl möglichst hoch zu
    halten, doch er hasste den Downhill. Er fürchtete sich davor, er
    fürchtete sich den richtigen Zeitpunkt zum Bremsen zu verpassen und
    alles kam ihm viel schneller und unkontrollierter vor als beim
    Uphill. Er musste es doch nur schaffen nicht überholt zu werden und
    könnte ihn dann beim Uphill schlagen. Er lenkte in die langgezogene
    Kurve ein um sie zu schneiden und stieg aufs Gaspedal.

    „Noch ein paar Kurven mehr! Diesmal
    kriegst du mich nicht“ Dachte er und erhaschte einen Blick in den
    Rückspiegel. Licht! So hell das es den Innenraum seines S15
    erleuchtete, das konnte nicht sein, er richtete seinen Blick wieder
    auf die Straße. In der langgezogenen Kurve kam ihm ein Auto
    entgegen, er erschrak sich, riss weit die Augen auf und trat
    reflexartig auf die Bremse. Das Heck des Wagens brach schlagartig
    aus, blitzschnell lenkte er ein und Driftete immer näher an die
    Leitplanke.

    „Jetzt!“ Dachte Ryo, schaltete
    runter und gab Vollgas. Es kam ihm vor wie in Zeitlupe als er genau
    zwischen dem Quer driftendem S15 und dem anderen Wagen in der Kurve
    hindurch jagte. Höchstens ein Blatt Papier hätte noch zwischen die
    Seitenspiegel gepasst. Naoji sah Ryo vorbei schnellen. „Wie?
    Unmöglich in der Kurve genug Grip zu haben!“ Dachte er und zeigte
    die Zähne als er spürte wie die Rücklichter seines Wagens die
    Leitplanke berührten und er etwas an ihr entlang schliff. Er stand
    auf der Bremse und hatte voll eingelenkt, als die Hinterräder dann
    plötzlich Grip bekamen riss es ihn wieder in die andere Richtung,
    doch er war darauf gefasst und fing den Wagen wieder ein.

    „Fuck!“ Platze es wütend aus ihm
    heraus und er fuhr mit mäßigem Tempo den Rest der Strecke hinunter.
    Das Rennen war für ihn gelaufen.

    Ryo peitschte noch immer durch die
    Nacht und gab dem RX-7 die Sporen.

    „So spät in der Nacht ist es noch
    nicht, mit Gegenverkehr hättest du rechnen müssen.“ Dachte er
    sich. Da war es wieder, ein Gefühl, etwas das ihm klar machte noch
    am leben zu sein. Er wusste nicht ob es Angst war, aber für einen
    Sekundenbruchteil war er im Stande etwas zu Fühlen und zu wissen das
    er lebendig ist.



    Jiro hatte den Wagen angehalten und den
    Warnblinker betätigt. „Ist alles in Ordnung?“ Fragte er
    aufgeregt. „Diese verdammten Idioten, das hier ist doch keine
    Rennstrecke!“ Brüllte er.

    „Man, das war knapp.“ Sagte Kagami.
    „Ich glaub mir geht’s gut.“

    „Die haben nicht mal angehalten!“
    Beschwerte sich Jiro, der völlig außer sich vor Wut war.

    „Komm lass uns zurück fahren, die
    Stunde ist für Heute vorbei.“ Meinte er und regte sich ab.

    Die ganze Fahrt über verarbeitete
    Kagami das Erlebte. Drei Autos waren da, auf einer zweispurigen
    Strecke, alles ging so schnell. „Wie hat es der eine geschafft beim
    Ausweichen keinen Unfall zu bauen? Und wie Hat der schwarze Wagen
    abschätzen können das er genau durch die Lücke passt?“ Diese
    Fragen und wie jemand sein Auto so beherrschen konnte beschäftigten
    sie noch, als sie Zuhause schon im Bett lag. Für einen kurzen Moment
    hatte sie gedacht womöglich zu sterben, doch diese ganze Aufregung,
    diese wahnsinnige Geschwindigkeit, ließen sie nicht mehr los.



    Der
    schwarze Wagen



    Ein schriller, unnachgiebiger Ton
    weckte Kagami. Sie hatte die halbe Nacht damit verbracht die
    Situation des beinahe Unfalls zu verarbeiten und daher wenig Schlaf
    bekommen. Ächzend öffnete sie die Augen und schlug nach dem Wecker.
    Er verstummte für ein Paar Minuten, doch aufstehen musste sie
    Ohnehin.

    Nachdem sie sich aus dem Bett gequält
    und fertig gemacht hatte ging sie zum Bus, welcher sie, wie die
    anderen Schüler, zur Schule beförderte. Die Musik in ihren
    Kopfhörern übertönte das geplaudere und das lästern der anderen.
    Der Bus war so voll, dass sie keinen Sitzplatz bekam und sich an
    einer Stange festhalten musste. Es war ein ziemliches Gedränge und
    sie wurde plötzlich von hinten angerempelt, als der Bus kurz
    abbremste. Grade als sie sich umdrehte, ihren Kopfhörer heraus nahm
    und sich beschweren wollte bemerkte sie, wie die zwei Jungs hinter
    ihr eine Zeitschrift durchblätterten. Die Überschrift über dem
    großen Bild titelte imposant und in großen Buchstaben „Nissan!“.
    Das war der Wagen von gestern Nacht, es bestand kaum ein zweifel.
    Natürlich, es war dunkel und ging alles sehr schnell, doch der S
    förmige Blitz auf der Motorhaube war unverkennbar.

    „Wie heißt der Wagen?“ Fragte sie
    aufgeregt und deutete auf das Bild.

    Die Jungs sahen sie erstaunt an, auch
    sie war von ihrer Art überrascht, normalerweise war sie nicht so
    direkt.

    „Ähm, das ist ein Nissan Silvia.“
    Sagte der eine. „Ein S15, um genau zu sein.“ Ergänzte der andere
    und lächelte besserwisserisch.

    „Ok, wisst ihr wer so einen fährt?“
    Fragte Kagami neugierig.

    Die Beiden lachten.

    „Also ich kann mir keinen Leisten.“
    Der Bus erreichte die Schule und die
    Türen öffneten sich.

    „Okay, danke ihr habt mir trotzdem
    geholfen.“ Sagte sie und verschwand in der Menschenmenge die aus
    dem Bus strömte.

    „Oh Gott, ich hab mich verliebt! Hab
    ich Nasenbluten?“ Fragte der eine seinen Kumpel und lachte.



    „Dem hast du's ordentlich gegeben.“
    Sagte Deisuke, als er sich das Kaputte Rücklicht an Naojis Wagen
    anguckte. Dieser lehnte schlecht gelaunt an der Wand und kaute auf
    einem Zahnstocher herum. Er trug seine graue, verwaschene Jeans und
    ein weißes T-Shirt. Die Sachen hatte er meistens an, wenn irgendwas
    am Auto zu machen war. Seine dunkle, karierte Jacke hatte er sich
    über die Schulter geworfen. Er verschränkte die Arme und fragte auf
    dem Punkt gebracht.

    „Wie viel?“
    Deisuke grinste. „Lass stecken, bist
    ja öfter hier.“

    Naoji trat von der Wand weg und nickte
    ihm zustimmend und etwas demütig zu.

    „Hast ihn wenigstens geschlagen?“
    Er schnaufte, holte tief Luft und
    antwortete. „Nein, da kam plötzlich so n scheiß Fahrschulauto um
    die Kurve.“

    Deisuke schüttelte den Kopf.
    „Lappen... Aber, um die kurven geht’s jetzt besser?“

    „Ja, das ist super. Nur dieser
    verdammte, aufgeladene Wankelmotor. Das Ding geht so ab.“ Fluchte
    Naoji.

    „Wenn du dem S15 noch mehr PS
    verpasst bringst du dich damit hundert prozentig um, vielleicht ist
    es nicht nur der Wankel und der Turbo der dich fertig macht.“ Gab
    Deisuke zu denken.



    Als Kagami auf dem Heimweg war
    beschloss sie diesmal nicht den Bus zu nehmen, auch wenn es ziemlich
    warm war und der Fußweg etwa eine halbe Stunde länger dauerte.
    Nachdem sie einer tratschenden Freundin erzählt hatte, was ihr bei
    der Fahrstunde passiert war, stand sie den Rest des Tages im
    Mittelpunkt und wurde von allen bemitleidet, als wäre ein
    Familienmitglied gestorben. Ihr war das viel zu viel und so stieg sie
    nicht in den Bus ein, um ein wenig Zeit für sich zu haben. Sie
    schlenderte ein bisschen durch die Straßen und beschloss, sich bei
    der Hitze nicht zu sehr zu beeilen. Die Stadtkaffees und Bars waren
    gut besucht, überall waren lächelnde Leute unterwegs. Familien,
    Mütter mit Kindern. Der Gedanke daran eines Tages Kinder zu bekommen
    und als Hausfrau zu enden lies sie erschaudern. Sie wollte irgendwas
    aus ihrem Leben machen und kein alltägliches, normales, langweiliges
    Leben bestreiten. Plötzlich wurde sie aus ihren Gedanken gerissen
    als ihr blick an einer flachen, schwarzen Silhouette vorbei streifte.
    Sofort wendete sie ihren Blick wieder auf das Objekt und da stand er.
    Eindeutig und ohne Zweifel. Der schwarze Wagen von letzter Nacht.



    Ryo lies den leeren Becher seinen
    Milchshakes in den Mülleimer fallen. Grade als er sich umdrehte und
    in seinen Wagen steigen wollte bemerkte er eine junge Frau, die wie
    gebannt davor stand. Er legte den Kopf zur Seite und musterte sie.
    Schuluniform, lange dunkle Haare, groß, schlank. „Sieht ganz
    passabel aus.“ Dachte er und wartete darauf das sie ihn bemerkte.
    Peinlich berührt erschrak Kagami, als sie feststellte wie sie von
    dem vermeintlichen Besitzer des Wagens angestarrt wurde.

    „Oh, Entschuldigung. Ähm, ist das
    ihr Wagen?“ Fragte sie schüchtern.

    „Ja.“ Antwortete Ryo knapp.
    „Ich hab dich gestern Nacht gesehen.“
    Er nickte „Mhm.“
    „Du bist fast in uns rein gefahren,
    das war Sau knapp.“

    „Ah, Fahrschule.“ Ging es ihm auf.
    „Ja, du hättest uns fast alle
    umgebracht.“

    „Naja...“ Er zögerte.
    „Ist dir das denn egal?“ Fragte sie
    etwas geschockt.

    Er legte fragend den Kopf auf die
    Seite. „Was?“

    „Na, das wir alle hätten sterben
    können. Hast du gar keine Angst?“ Irgendwie ging das Gespräch
    nicht in die Richtung die sie sich vorgestellt hatte.

    „Ich hab keine Ahnung wovon du
    redest.“ Sein Ton war kalt und abweisend. Er trat an das Auto heran
    und öffnete die Tür.

    „Warte, was ist mit dem Anderen? In
    dem S...“ Ihr war schon wieder die Zahl entfallen.

    „Fünfzehn.“ Sagte Ryo während er
    einstieg. „Wenn du ihn suchst, fahr nachts in die Berge.“ Grade
    wollte er die Tür schließen, doch er stoppte noch kurz. „Aber
    komm nicht mit dem Fahrschulwagen.“

    „Nachts in die Berge?“ Fragte sie
    verwirrt, doch er hatte die Tür schon geschlossen und den
    Ohrenbetäubenden Motor angelassen.

    „Soll das n Witz sein?“ Rief sie,
    als er einfach los fuhr und sie stehen lies.



    Angst? War es das was er gespürt
    hatte? Dieses Gefühl, das sein Herz höher schlagen lies, wenn auch
    nur für einen Augenblick. „Verurteilt sie mich? Dafür das ich
    schnell fahre? Dafür das ich mich lebendig fühle?“ Fragte er
    sich. Von Anfang an hatte er mit Gegenverkehr gerechnet, deswegen
    entschied er sich auch Naoji zu verfolgen und nicht voraus zu fahren.
    „Ich wäre wohl doch besser zuerst gefahren, in der Kurve hätte
    ich Naoji mit dem neuen Heckspoiler sowieso abgehängt.“



    Eine
    weitere Nacht



    „Ich bin mir sicher, dass du die
    Prüfung schaffen wirst.“
    Sagte Kagamis Mutter am Telefon.

    „Wenn du deinen Führerschein hast
    ruf uns an, wir haben extra etwas Geld zurück gelegt damit du dir
    ein Auto kaufen kannst.“

    Kagami lief etwas rot an.
    „Oh, das ist so lieb von euch.“
    „Ach, wozu hat man denn Eltern? Aber
    halt dich Nachts besser von den Strecken in den Bergen fern, wenn da
    solche Idioten herum fahren.“

    „Ja.“ Sagte sie augenrollend. „Sag
    daddy einen schönen Gruß, ich melde mich. Hab dich lieb.“
    Verabschiedete sie sich.

    „Hm, Geld für ein Auto.“ Grübelte
    sie und griff zu ihrem Laptop der auf dem Nachttisch lag. Sie saß
    auf ihrem Bett und klappte Den Laptop auf, um sich im Internet über
    günstige, gebrauchte Wägen schlau zu machen. Nachdem sie eine weile
    nach allem möglichen mit vier Sitzen und einem Lenkrad geguckt hatte
    schweifte sie etwas ab.

    „Oh Gott, sehen die alle langweilig
    aus.“ Sagte sie vor sich hin, dann wählte sie Nissan in der Leiste
    aus.

    Silvia.

    „Hm, die sehen schon besser aus.“
    Dachte sie und sah sich verschiedene Inserate an, welche außerhalb
    ihrer Preisspanne lagen. Es faszinierte sie wie viel Liebe und Mühe
    sich die Leute gemacht hatten. Bilder wie aus einer Zeitschrift und
    in den Beschreibungen prangerten lange Listen von verbauten
    Ersatzteilen. Meistens fingen die Beschreibungen mit einem Satz an
    wie: „Ich trenne mich schweren Herzens...“

    Die Leute mussten ihre Autos wirklich
    lieben. Noch nie hatte sie darüber nachgedacht, dass es mehr als nur
    ein Transportmittel sein könnte, ja sogar eine Art Leidenschaft.
    Plötzlich erschrak sie als sie Quietschende Reifen vor ihrem Fenster
    hörte. Sie sprang auf und sah heraus, doch es war nur ein
    Rollerfahrer der die abendliche Ruhe durcheinander brachte. Das
    letzte Wochenende war sie extra mit ihrem Rad den verdammten Hügel
    hoch gefahren, nur um dort die halbe Nacht allein rum zu sitzen. Der
    Typ in dem schwarzen Auto hatte sie bestimmt nur verarscht.
    Vermutlich sind solche Leute lieber unter sich.



    Naoji kniete in Deisukes Werkstatt
    neben seinem Wagen und begutachtete seine Reifen.

    „Sehen noch Top aus.“ Meinte er.
    „Sind ja auch so gut wie neu.“
    Erwiederte Deisuke. „Fährst du heute wieder hoch?“ Fragte er.

    „Ach, ich weiß nicht. Ich bin etwas
    frustriert seit dem letzten mal.“

    „Ich hab heute Abend noch was vor,
    aber wie wärs wenn du mich nächstes mal mit nimmst? Vielleicht
    fällt mir während der Fahrt irgendwas auf, das ich noch verbessern
    könnte.“

    „Klar, gerne, aber nur wenn du mir
    nicht die Sitze voll kotzt.“ Scherzte Naoji.

    „Haha.“ Lachte Deisuke sarkastisch.
    „Würde in der Kiste doch gar nicht auffallen.“

    „Was, so dreckig ist er doch gar
    nicht?“ Meinte Naoji und lächelte verlegen.

    In der Tat war der Wagen alles andere
    als dreckig, allerdings sahen die meisten Autos von Enthusiasten zu
    jeder Zeit und bei jedem Wetter aus wie geleckt. Davon war der S15
    weit entfernt.

    „Okay, ich hau dann auch ab.“
    Deisuke schnappte sich seine Jacke. „Wenn du gehst, mach das Licht
    aus und zieh einfach das Garagentor zu.“ Grade wollte er zum Tor
    hinaus gehen als er sich noch einmal umdrehte. „Oder... Willst du
    vielleicht mit kommen? Wir gehen was trinken, also ich und ein paar
    alte Kumpels die für n paar Tage in der Nähe sind.“

    Naoji grübelte kurz, spontane Aktionen
    waren absolut nicht sein Ding.

    „Ähm, ich erledige das hier noch und
    dann komm ich vielleicht nach. Ich schreib dir einfach.“ Sagte er,
    um sich alle Möglichkeiten offen zu halten.

    Deisuke streckte den Daumen nach oben,
    nickte und verabschiedete sich. „Okay, bis dann.“

    Als Naoji nun allein mit seinem Wagen
    in der Werkstatt stand, wurde ihm bewusst, dass er eigentlich
    überhaupt nichts mehr zu tun hatte. Das Licht war Repariert, die
    schrammen ausgebessert, selbst die Reifen waren noch absolut in
    Ordnung. Vorsichtig legte er seine Hand auf die Carbonmotorhaube, als
    wollte er, wie bei einem Tier, das tiefe Atmen spüren. Die sanfte
    Bewegung wenn sich die Lunge mit Luft füllte und dann wieder
    ausatmete.



    „Du bist so kalt.“ Las Ryo in dem
    Messenger des Social Networks, auf seinem Handy. Kurz darauf folgte
    die nächste Nachricht.

    „Ich hasse dich!“
    Ryo klickte kurzer Hand auf
    „Blockieren“ und steckte das Handy wieder weg. Er stand von dem
    reich gedeckten Tisch auf.

    „Mutter, das Abendessen war wieder
    hervorragend. Danke, dass du dir so viel Mühe gemacht hast.“ Sagte
    er und nickte dabei, um seiner Aussage mehr Ausdruck zu verleihen.
    Obwohl er es ernst meinte, wirkten die Worte dennoch wie eine gut
    einstudierte Phrase. Seine Mutter lächelte. „Schön das es euch
    geschmeckt hat.“ Sagte sie und begann den Tisch ab zu räumen.

    „Ich werde mich jetzt zurück ziehen,
    wenn es euch recht ist.“ Sagte Ryo und sah dabei seinen Vater an.
    Er saß noch, genau wie sein Arbeitskollege, der zum Essen eingeladen
    war, am Tisch. Grade zog er eine Zigarre aus seinem Etui und zündete
    sie sich an.

    „Sicher, geh nur. Beim essen warst du
    ja schon lieber mit deinem Handy beschäftigt.“ Sagte er abweisend
    und bot seinem Gast ebenfalls eine Zigarre an. Ryo nickte mehr oder
    weniger zustimmend und verließ das Esszimmer. Egal wie sehr sein
    Vater ihn mit solchen Sticheleien versuchte zu ärgern, er blieb
    immer cool. Es ärgerte ihn, für den Moment in dem es passierte,
    doch danach prallte es von ihm ab, als wäre nichts gewesen. Manchmal
    fragte er sich wie seine richtigen Eltern wohl waren. Er hatte keine
    Erinnerungen an sie, so früh hatten sie ihn schon zur Adoption
    freigegeben. Ryo beschloss nicht auf sein Zimmer zu gehen, sondern
    lieber einen kleinen Ausritt mit seinem FD zu machen. Auf dem Weg in
    die Garage ging er durch die große Eingangshalle und trat durch die
    riesige Pendeltür nach draußen. „So viel Geld für dieses riesige
    Haus und es gibt nicht mal eine Verbindung zwischen Haus und Garage.“
    Dachte er sich kritisierend.

    In der, ebenfalls riesigen, Garage
    stand sein schwarzer RX-7. Rund herum waren allerhand Luxuskarossen
    von seinem Vater. Viele waren Oldtimer die er versuchte zu
    restaurieren, dementsprechend lagen überall Teile und Werkzeug
    herum, alles jedoch gut und fein säuberlich sortiert. Allerdings
    befanden sich auch ein paar modernere Modelle in seinem Besitz.
    Direkt neben Ryos FD parkte ein Mercedes AMG GT R , doch Ryo
    interessierte sich weniger für diese Supersportwägen. Er fand es
    interessanter etwas besser zu machen, etwas aus dem Mittelmaß empor
    zu heben und daraus etwas zu kreieren, das sich niemand hätte
    erträumen lassen. Er ging an dem Wagen vorbei und wieder rümpfte er
    die Nase als ihm das GT R Logo auffiel. Er schüttelte den Kopf und
    stieg in den FD. Wie konnte jemand nur die Frechheit besitzen seinen
    Wagen GT R zu nennen. Es gab nur einen wahren GT-R und dessen Ruhm
    und Bekanntheit würde diese Schüssel nie erreichen. Er startete den
    Motor und fuhr vom Grundstück.



    Naoji setzte sich wieder in den S15
    nachdem er getankt hatte. Sein Handy vibrierte. Es war eine Nachricht
    von Deisuke. Auf dem Bild sah man ihn mit vielen anderen Leuten, sie
    lächelten und schienen sich gut zu amüsieren. „Komm vorbei, die
    Mädels hier sind fast alle noch zu haben.“ Lautete die nächste
    Nachricht. Naoji lächelte, das Angebot war verlockend, doch er hatte
    sich vorgenommen noch mal die Strecke zu fahren bei der er letztes
    Wochenende geschlagen wurde und wenn er sich erst mal etwas
    vorgenommen hatte, machte er es auch. Er fuhr los und versuchte sich
    die Strecke noch besser ein zu prägen, als er sie sowie schon
    kannte. Während er den Hügel herauf fuhr hielt er sich an die
    Geschwindigkeit, den Uphill beherrschte er ohne hin gut genug. Als er
    an der Stelle vorbei kam wo er überholt wurde fragte er sich wie das
    Wohl ausgesehen haben muss. Wie sich die Leute in dem Fahrschulauto
    gefühlt haben müssen, doch vermutlich konnten sie dem ganzen nichts
    abgewinnen und haben sich nur aufgeregt, dachte er. Während er
    seinen Wagen auf den Parkplatz steuerte sah er plötzlich eine Frau,
    neben ihrem Fahrrad, auf der Leitplanke sitzen. „Wer zum Teufel
    fährt mitten in der Nacht mit dem Rad hier hoch?“ Dachte er sich
    überrascht.

  • Ui, ein Kurzgeschichten-Thread. Dann kram ich auch mal eine aus. Sie ist Teil eines Tagebuchs, Teil einer Reise um die Welt und Teil eines Werdegangs. Die Station dieser Geschichte ist Dubai, eine sehr auto-geprägte Stadt...




    Dubai…


    … im Vorbeifahren erledigt



    Das derzeit höchste Gebäude, der Burj Khalifa, steht in Dubai. Ich stand an diesem schönen Tag im November ebenfalls in dieser schönen Stadt. Um genau zu sein: ich stand auf der mittleren Aussichtsplattform, also im 125. Stockwerk, des besagten Gebäudes. Blickte auf die Stadt. Ein wenig hatte ich das Gefühl, auf eine Spielzeugstadt herabzublicken. Ich erinnerte mich an die Zeit, als ich Kind war und mit Duplo, Lego, Playmobil und ähnlichen Baustein-Systemen spielte. In diesen Gedanken vertieft nahm ich einen Schluck von meinem Gin Tonic.


    Meine Gedanken ließ ich kreisen. Direkt nach dem Vorfall im Repetitorium war ich untergetaucht, also über Shanghai, Tokio, Hong Kong und Singapur, wo ich meinen nächsten Auftrag erhielt, nach Dubai geflogen. Die Angelegenheit in meiner Heimat wurde von den dortigen Behörden unter den Teppich gekehrt und die Anwesenden zum Stillschweigen verdonnert. Im Falle der Zuwiderhandlung drohte den beiden Zeugen, also Tobias und dem Repetitor, die Todesstrafe wegen schwerer Gefährdung der Sicherheit eines meiner Auftraggeberländer. Ich hatte mir bereits das Passende herausgesucht.


    Ein junger Mann, vielleicht Ende vierzig, stellte sich neben mich.


    „Sie sind aus Singapur?“ wollte er wissen. Augenscheinlich.


    „Sie sind ganz schön neugierig“, stellte ich fest.


    „Gut. Dann sind ja die Eckdaten abgestimmt.“


    Er gab mir eine Mappe. Ungefähr zwei Zentimeter dick. Ich knickte sie vorsichtig. Nur Papier, keine Bombe, kein mit irgendeiner Flüssigkeit gefülltes Behältnis.


    „Hier drin sind alle Informationen, die Sie brauchen werden. Wir haben auch die Hälfte Ihrer Entlohnung bereits angewiesen. Über die Ihnen bekannte Nummer bin ich für Sie erreichbar. Falls Sie also Fragen haben, falls es tatsächlich Unklarheiten geben sollte… können Sie mich erreichen.“


    Eigentlich hätte er auch sagen können: „Eigentlich sollte es keine Unklarheiten geben. Falls doch… lesen Sie nochmals oder fangen Sie an zu denken.“


    Ich nickte nur. Denn insgeheim musste ich ihm zustimmen. Eigentlich wusste ich schon, was ich tun sollte. Das einzige, was mir noch fehlte, war das Bild von meiner Zielperson. Aber zugegeben: der Umfang der Mappe machte mir ein wenig Angst. Das Ding war ungefähr drei Zentimeter dick. Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder fand ich in der Mappe das, was ich ohnehin schon wusste und hatte und dazu ein paar ergänzende Informationen - oder der komplette Auftrag wurde geändert.


    Ohne dem Inhalt eines Blickes zu würdigen, steckte ich die komplette Mappe in meinen Rucksack.


    „Dann sind wir durch, oder?“


    Er nickte nur. Trank seinen Wodka Martini aus und ging anschließend direkt von dannen.


    Ich widmete mich meinem Gin Tonic. Auf eine deutlich intensivere Art und Weise wohl gemerkt. Man ist ja Genussmensch.


    Eine halbe Stunde und einen japanischen Single Malt später fand ich mich ein paar Etagen weiter unten auf meinem Bett in meinem Hotelzimmer. Die Mappe lag neben mir. Nur kurz überlegte ich, mich in eines der Einkaufszentren zu begeben und einen Textmarker zu kaufen, um dann, beim Studium der Mappe, die wichtigen Stellen markieren zu können. Aber die Neugier siegte. Ich warf entgegen jeder Intention und Vernunft einen Blick in die Mappe.


    Nachdem ich selbige durchgeblättert hatte, kam ich mir ein wenig verarscht vor. Ungefähr 80 Prozent der Mappe bestand aus Bildern und Datenblättern von Fahrzeugen. Die Hälfte der Autos gehörte meiner Zielperson. Dieser junge Mann, den ich beseitigen sollte, schien das Sammeln von Autos toll zu finden, aber ein Problem mit Fahrzeugen zu haben, die entweder neu und nackt weniger kosten als (umgerechnet - beziehungsweise beim deutschen Vertragshändler) 100.000 Euro oder weniger als acht Zylinder haben. Sonst gab es keine Einschränkungen. Ich fand Porsches, BMWs, Ferraris, Bentleys, Lamborghinis, Astons und Bugattis auch Exoten wie Koenigseggs, Paganis, DeTomasos, Vipern und viele mehr. Sowohl Sportwagen als auch Limousinen und Geländewagen waren dabei. Ein durchschnittliches, privat geführtes deutsches Automuseum würde vor Neid erblassen.


    Die zweite Hälfte der Autos - die kleinere Hälfte wohl gemerkt - war weitaus bunter. Ich fand neben einem Ferrari, drei Porsches, einem Rolls Royce und zwei Lamborghinis auch ein paar Hyundais, ein paar Toyotas, ein paar Volkswagen und sogar einen Smart. Aus dieser Hälfte durfte ich mir einen Wagen aussuchen.


    Was ich bei der weiteren Literatur auch feststellte: mein Auftraggeber wollte gar keinen Distanzschuss mehr. Oder sagen wir so: ein Distanzschuss war nach derzeitiger Sachlage nicht wirklich durchführbar. Ich sollte die Zielperson, ein führendes Mitglied einer terroristischen Vereinigung, der sich einbildete, in Dubai untertauchen zu können, im Rahmen eines Drive-By-Shootings erledigen. Toll.


    Klar hatte ich auch meine P99 mit Zubehör und Munition dabei, aber zumindest die Accuracy hätte ich mir sparen können. Dem Ding wohnt der Nachteil einer gewissen Unhandlichkeit bei. Außerdem war ich von Natur aus ein distanzierter Typ. Ich fühlte mich einfach sicherer, wenn ich irgendwo in ungefähr einem halben Kilometer Entfernung lag und wartete, bis mir mein Ziel ins Visier hüpfte.


    Ich unterdrückte einen Fluch.


    Aber gut. Dann sollte es halt so sein.


    Glücklicherweise war einer der Hyundais, der mir angeboten wurde, im Taxi-Outfit gestaltet. Den wollte ich unbedingt haben. Schließlich ging es bei der Durchführung des Auftrags darum, möglichst unauffällig zu sein. Zusätzlich orderte ich - für die Ermittlungsarbeit - einen Lamborghini. Auch weil ich bis zum damaligen Zeitpunkt noch nie einen solchen Wagen gefahren bin und schon sehr gespannt war, wie sich die Kiste im Vergleich zu meinen Sportflitzern verhielt. Ich „stand“ ja eigentlich auch mehr auf die gediegene, zurückhaltende und elegante Art, mich sportlich fortzubewegen. Gut, zugegeben: elegant war der italienische Kampfstier auch.


    Meine Zielperson wohnte in einer schicken Villa im Stadtteil Jumeirah. Dort postierte ich mich allmorgendlich mit dem Lamborghini und studierte die Verhaltensweisen.


    Ich erkannte schnell: Mir blieb nur das mit dem Drive-By. Meine Zielperson hatte augenscheinlich jenseits des Jobs kein Privatleben. Der Kerl wohnte in einem von hohen Mauern umgebenen Haus, fuhr morgens zur Arbeit, kam abends irgendwann zurück und vergrub sich im Haus. Zwei Wochen lang beobachtete ich Tag für Tag das gleiche Spiel. Ich hatte auch das Gefühl, mein Ziel nahm die Mahlzeiten ebenfalls am Arbeitsplatz ein. Denn ich konnte auch nicht feststellen, dass der Typ einkaufen ging. Die einzige Abwechslung, die sich feststellen ließ, war der Wagen. Hier war er aber wirklich abwechslungsreich, nutzte äußerst selten mal zwei Tage hintereinander das gleiche Auto. Natürlich blieb auch der eine oder andere Wagen in den zwei Wochen, die ich für meine Detektivarbeit genutzt hatte, unbenutzt. Schon weil der Kerl weit mehr als vierzehn Fahrzeuge hatte, die zwei Wochen allerdings nur vierzehn Tage…


    An Tag Nr. 15 meines Aufenthalts in der Stadt teilte ich meinem Auftraggeber mit, dass ich nicht sagen könne, an welchem Tag ich den Auftrag würde erledigen können. In meinem Hotelzimmer teilte ich sodann den Teil der Mappe, der die Fahrzeugsammlung meines Ziels betraf, in drei Stapel. Einer hieß „nein“ und betraf die Fahrzeuge, die für ein Drive-By nicht geeignet waren. Der Zweite war mein „vielleicht“ - Stapel, also der „Kann man probieren“. Der Dritte, der „Ja“-Stapel, stand für „Feuer frei“.


    Sämtliche Exoten wie Pagani, Bugatti, Koenigsegg landeten auf dem „Nein“-Stapel. Ebenso die Fahrzeuge mit mehr als 600 PS und die Cabrios, Roadster und Targas. Insgeheim freute ich mich über jedes exotische Cabrio mit mehr als 600 PS.


    Auf dem „Vielleicht“-Stapel landeten Fahrzeuge, die zwar auffällig waren, aber nicht allzu exotisch - und die in Dubai zum normalen Straßenbild gehören. Also beispielsweise die Ferraris, die Astons, die Bentleys, die auffälligen Porsches - sofern ich sie nicht aus anderen Gründen mit einem „nein“ bezeichnet hatte.


    Der kleinste Stapel war der Stapel mit den Fahrzeugen, die ich mit „Feuer frei“ tituliert hatte. Hier dachte ich an normale und unauffällige Porsches, an die Mercedes-AMG-Limousinen und -Coupes und den BMW M5. Der Stapel war bedenklich klein; keine zehn Fahrzeuge. Zudem musste ich auch beim näheren Betrachten feststellen, dass ich die wenigsten der Fahrzeuge, die ich in dem Stapel fand, bereits in natura gesehen hab. Mit anderen Worten: meine Zielperson fuhr bevorzugt Wagen aus dem „Vielleicht“- und insbesondere aus dem „Nein“-Stapel.


    In Gedanken tat ich das, was jeder vernünftig und rational denkende Mensch in meiner Situation tun würde: ich entwarf einen Brief, in dem ich die durch die Änderung des Auftrags entstandene Brisanz, Gefährlichkeit und den damit erhöhten Schwierigkeitsgrad des Auftrags darstellte, natürlich abgeleitet von der Auftragsänderung zum Drive-By. Weiterhin kündigte, ich an, dass sich die Rechnungssumme für den Auftrag um 33 % erhöhen würde. Die erhöhte Schwierigkeit begründete ich durch die Umstände, die sich durch den Drive-By ergaben.


    Auf Papier fixiert und in einen Briefkasten geworfen hatte ich die Ankündigung dann keine halbe Stunde später. Ich konnte mich also zeitnah und in aller Ruhe dem nächsten Punkt der langen Ermittlungsliste widmen: der Auswahl des richtigen Ortes für die Tötung.


    Ich widmete mich nun der Prüfung des alltäglichen Arbeitsweges. Mit anderen Worten: ich lief die Straße entlang, insgesamt zehn Kilometer, die sich in der dubaianischen Hitze deutlich länger anfühlten als im Zentrum Europas. Auf meiner Karte markierte ich jede Ampel mit einem „X“ und jede begünstigende Besonderheit mit einem „+“. Eine hindernde Besonderheit erhielt ein „-“. Begünstigende Besonderheiten waren beispielsweise lange Rotphasen, ein unübersichtliches Gelände und „abseits der Hauptverkehrsstraßen“. Hindernd war starker Verkehr und freies Feld.


    Schnell war klar: es kam nur eine Ampel in Frage. Dort hat man schließlich eine ganze Rotphase Zeit. Sofern rot war. Vom fahrenden Fahrzeug in ein weiteres fahrendes Fahrzeug wollte ich nicht schießen. Vor allem nicht beim Fahren.


    Kurz grübelte ich über der Möglichkeit, dem Typ eine Bombe ans Auto zu pappen oder in den Wagen zu werfen. Die Möglichkeit verwarf ich jedoch schnell wieder, denn


    ich hatte dummerweise keine Bomben dabei. Erst recht keine zum Fernzünden. Außerdem brachte ich damit andere Menschen in Gefahr. Weiterhin würde der Akt - schon bedingt durch den Knall und die Zerstörung des Fahrzeugs - recht auffällig werden, und auch würde es auffallen, wenn ich dem Kollegen während der Fahrt eine Bombe ins Auto warf oder an selbiges pappte. Vorher und nachher ging nicht; schon weil der Wagen sowohl vor der Fahrt als auch nach der Fahrt auf einem Privatgrundstück stand, das für mich nicht „einfach so“ zugänglich war.


    Die Antwort meines Auftraggebers bezüglich der Erhöhung der Gegenleistung ließ auf sich warten. Meine Ermittlungen waren beendet, und so nutzte die Zeit, um das zu tun, was ein Tourist machte: ich bewunderte die Sehenswürdigkeiten der Stadt (also die Einkaufszentren und die Wolkenkratzer), ich legte mich an den Strand und beobachtete die Wolkenkratzer und ich schwamm im Meer rum und beobachtete dabei die Wolkenkratzer. Bis…


    … nach einer Woche nach der Ankündigung der Erhöhung mein Handy den Eingang einer Textnachricht meldete. Sie sagte einfach „Ok“. Also ging ich in medias res.


    Pünktlich am nächsten Morgen fand ich mich in meinem Hyundai-Taxi gegenüber der Haustür meiner Zielperson ein. Neben mir lag meine geladene und bereits entsicherte P99, und darauf eine Zeitung.
    Als sich ein Tor öffnete, wusste ich: morgen war auch noch ein Tag. Ein Lamborghini Aventador Roadster verließ das Anwesen. Zu auffällig, zu offen, zu stark. Ich entschied mich für einen weiteren Touri-Tag, bewunderte also die Einkaufszentren von innen und die Wolkenkratzer vom Strand und vom Meer aus.


    Der nächste Tag sah bereits deutlich besser aus. Die Zielperson verließ in einem Ferrari 430 Modena das Anwesen. Solche Dinger stehen hier in Dubai an jeder Ecke. Ich merkte mir das Nummernschild und folgte dem roten Flitzer.


    An der ersten Ampel erwischte ich eine Grünphase.


    Die zweite bis fünfte Ampel hatte ich gestrichen. Sie hatten zu viele Minuspunkte.


    Die siebte Ampel war - nach einer grünen Nummer sechs - dann meine: gerade als wir uns ihr näherten, schaltete sie von grün auf rot. Ich wechselte die Spur und setzte mich neben den Ferrari. Ein kurzer Blick nach drüben ließ mich frohlocken: seine Fenster waren auf. Meine ebenfalls. Auch er blickte kurz zu mir. Und dann wieder geradeaus. Ich griff nach der Waffe, hob sie hoch - und platzierte den Schuss direkt in den Kopf. Machte ich eigentlich gar nicht gern. Im dümmsten Fall platzt selbiger und man erkennt dann nicht mehr, wen man eigentlich erschossen hat. Und es gab in den meisten Fällen eine riesige Sauerei.


    Ich hatte Glück: der Kopf blieb heil - von dem kleinen Loch mal abgesehen. Mein Ziel sackte nach vorn auf das Lenkrad. Ich schoss ein weiteres Mal; diesmal in die Halsregion meiner Zielperson.


    Es wurde grün. Gemütlich fuhr ich los. Nur nicht zu auffällig. Auch wenn hinter mir ein Hupkonzert ertönte.


    Aber sehen wir es positiv: solange gehupt wird, ist noch niemand aufgefallen, dass der Empfänger des Gehupes davon mangels Vitalität nichts mehr davon mitbekommt. Ich war äußerst beruhigt. Offensichtlich dachte man hier tatsächlich nicht daran, mal nachzusehen, ob bei dem Fahrer alles in Ordnung war.


    Ich stellte den Wagen in ein Parkhaus eines Einkaufszentrums, entfernte sämtliche Spuren (auch wenn ich den Wagen ausschließlich mit Gummihandschuhen berührt hatte) und lief zu einer rund drei Kilometer entfernten U-Bahn-Station. Die U-Bahn brachte mich in die Nähe meines Hotels. Auch diesmal lief ich den Rest.


    In meinem Hotelzimmer angekommen packte ich meinen Krempel zusammen und warf ihn in den Kofferraum des Lamborghini. Mit selbigem machte ich mich auf den Weg ins nicht weit entfernte Abu Dhabi, genauer gesagt auf Yas Island. Dort parkte ich den Wagen in einem weiteren Parkhaus einer weiteren Shopping Mall. Zu Fuß machte ich mich auf zu meinem dortigen Hotel, in dem ich bereits seit drei Tagen offiziell wohnte. Dort widmete ich mich den üblichen touristischen Aktivitäten, die man auf dieser Insel so machen konnte. Also… Einkaufszentrum, am Strand rumliegen, im Meer planschen - und auch in die Freizeitparks habe ich mich gewagt. Denn der Spaß kommt bei meiner Arbeit im Großen und Ganzen viel zu kurz…

  • @ Fight:
    Trotz der Gefahr, jetzt als Hater zu gelten:
    Gleich am Anfang schreibst du zweimal "das" an Stellen, wo ", dass" richtig gewesen wäre... das ist für mich ein absolutes No-Go, tut mir wirklich leid; da bin ich allergisch.


    Hier nun das Konstruktive an meiner Kritik (Quelle: Duden.de/Rechtschreibung/dass):


    »das« oder »dass«?
    Mit nur einem s schreibt man das bezügliche Fürwort (Relativpronomen) »das«:
    »Das« bezieht sich auf ein Substantiv im vorangegangenen (Haupt)satz und lässt sich meist durch »welches« ersetzen.•Er betrachtete das Bild, das an der Wand hing.
    Ebenfalls mit nur einem s schreibt man das Demonstrativpronomen »das«:
    Hier lässt sich »das« meist durch »dieses« ersetzen.•Das habe ich nicht gewollt.
    Schließlich wird auch der sächliche Artikel mit nur einem s geschrieben:
    Auch hier lässt sich »das« meist durch »dieses« ersetzen. •Sie hoffte, das Krankenhaus bald verlassen zu können.
    In allen anderen Fällen handelt es sich um die mit zwei s zu schreibende Konjunktion (das Bindewort) »dass«:
    Die Konjunktion »dass« verbindet Nebensätze meist mit Hauptsätzen, in denen Verben wie »behaupten, bestätigen, denken, glauben, hoffen, meinen, sagen, versprechen, wissen« usw. vorkommen. Sie kann nicht durch »dieses« oder »welches« ersetzt werden. •Ich weiß, dass es schon ziemlich spät ist.
    •Dass es schon ziemlich spät ist, weiß ich.

  • Danke, werd nächstes mal besser drauf achten ^^

  • Hier Part 2:


    Der
    schwarze Wagen



    Ein schriller, unnachgiebiger Ton
    weckte Kagami. Sie hatte die halbe Nacht damit verbracht die
    Situation des beinahe Unfalls zu verarbeiten und daher wenig Schlaf
    bekommen. Ächzend öffnete sie die Augen und schlug nach dem Wecker.
    Er verstummte für ein Paar Minuten, doch aufstehen musste sie
    Ohnehin.


    Nachdem sie sich aus dem Bett gequält
    und fertig gemacht hatte ging sie zum Bus, welcher sie, wie die
    anderen Schüler, zur Schule beförderte. Die Musik in ihren
    Kopfhörern übertönte das geplaudere und das lästern der anderen.
    Der Bus war so voll, dass sie keinen Sitzplatz bekam und sich an
    einer Stange festhalten musste. Es war ein ziemliches Gedränge und
    sie wurde plötzlich von hinten angerempelt, als der Bus kurz
    abbremste. Grade als sie sich umdrehte, ihren Kopfhörer heraus nahm
    und sich beschweren wollte bemerkte sie, wie die zwei Jungs hinter
    ihr eine Zeitschrift durchblätterten. Die Überschrift über dem
    großen Bild titelte imposant und in großen Buchstaben „Nissan!“.
    Das war der Wagen von gestern Nacht, es bestand kaum ein zweifel.
    Natürlich, es war dunkel und ging alles sehr schnell, doch der S
    förmige Blitz auf der Motorhaube war unverkennbar.



    „Wie heißt der Wagen?“ Fragte sie
    aufgeregt und deutete auf das Bild.



    Die Jungs sahen sie erstaunt an, auch
    sie war von ihrer Art überrascht, normalerweise war sie nicht so
    direkt.



    „Ähm, das ist ein Nissan Silvia.“
    Sagte der eine. „Ein S15, um genau zu sein.“ Ergänzte der andere
    und lächelte besserwisserisch.


    „Ok, wisst ihr wer so einen fährt?“
    Fragte Kagami neugierig.


    Die Beiden lachten.



    „Also ich kann mir keinen Leisten.“


    Der Bus erreichte die Schule und die
    Türen öffneten sich.


    „Okay, danke ihr habt mir trotzdem
    geholfen.“ Sagte sie und verschwand in der Menschenmenge die aus
    dem Bus strömte.



    „Oh Gott, ich hab mich verliebt! Hab
    ich Nasenbluten?“ Fragte der eine seinen Kumpel und lachte.



    „Dem hast du's ordentlich gegeben.“
    Sagte Deisuke, als er sich das Kaputte Rücklicht an Naojis Wagen
    anguckte. Dieser lehnte schlecht gelaunt an der Wand und kaute auf
    einem Zahnstocher herum. Er trug seine graue, verwaschene Jeans und
    ein weißes T-Shirt. Die Sachen hatte er meistens an, wenn irgendwas
    am Auto zu machen war. Seine dunkle, karierte Jacke hatte er sich
    über die Schulter geworfen. Er verschränkte die Arme und fragte auf
    dem Punkt gebracht.


    „Wie viel?“


    Deisuke grinste. „Lass stecken, bist
    ja öfter hier.“


    Naoji trat von der Wand weg und nickte
    ihm zustimmend und etwas demütig zu.


    „Hast ihn wenigstens geschlagen?“


    Er schnaufte, holte tief Luft und
    antwortete. „Nein, da kam plötzlich so n scheiß Fahrschulauto um
    die Kurve.“


    Deisuke schüttelte den Kopf.
    „Lappen... Aber, um die kurven geht’s jetzt besser?“


    „Ja, das ist super. Nur dieser
    verdammte, aufgeladene Wankelmotor. Das Ding geht so ab.“ Fluchte
    Naoji.


    „Wenn du dem S15 noch mehr PS
    verpasst bringst du dich damit hundert prozentig um, vielleicht ist
    es nicht nur der Wankel und der Turbo der dich fertig macht.“ Gab
    Deisuke zu denken.




    Als Kagami auf dem Heimweg war
    beschloss sie diesmal nicht den Bus zu nehmen, auch wenn es ziemlich
    warm war und der Fußweg etwa eine halbe Stunde länger dauerte.
    Nachdem sie einer tratschenden Freundin erzählt hatte, was ihr bei
    der Fahrstunde passiert war, stand sie den Rest des Tages im
    Mittelpunkt und wurde von allen bemitleidet, als wäre ein
    Familienmitglied gestorben. Ihr war das viel zu viel und so stieg sie
    nicht in den Bus ein, um ein wenig Zeit für sich zu haben. Sie
    schlenderte ein bisschen durch die Straßen und beschloss, sich bei
    der Hitze nicht zu sehr zu beeilen. Die Stadtkaffees und Bars waren
    gut besucht, überall waren lächelnde Leute unterwegs. Familien,
    Mütter mit Kindern. Der Gedanke daran eines Tages Kinder zu bekommen
    und als Hausfrau zu enden lies sie erschaudern. Sie wollte irgendwas
    aus ihrem Leben machen und kein alltägliches, normales, langweiliges
    Leben bestreiten. Plötzlich wurde sie aus ihren Gedanken gerissen
    als ihr blick an einer flachen, schwarzen Silhouette vorbei streifte.
    Sofort wendete sie ihren Blick wieder auf das Objekt und da stand er.
    Eindeutig und ohne Zweifel. Der schwarze Wagen von letzter Nacht.



    Ryo lies den leeren Becher seinen
    Milchshakes in den Mülleimer fallen. Grade als er sich umdrehte und
    in seinen Wagen steigen wollte bemerkte er eine junge Frau, die wie
    gebannt davor stand. Er legte den Kopf zur Seite und musterte sie.
    Schuluniform, lange dunkle Haare, groß, schlank. „Sieht ganz
    passabel aus.“ Dachte er und wartete darauf das sie ihn bemerkte.
    Peinlich berührt erschrak Kagami, als sie feststellte wie sie von
    dem vermeintlichen Besitzer des Wagens angestarrt wurde.


    „Oh, Entschuldigung. Ähm, ist das
    ihr Wagen?“ Fragte sie schüchtern.


    „Ja.“ Antwortete Ryo knapp.


    „Ich hab dich gestern Nacht gesehen.“


    Er nickte „Mhm.“


    „Du bist fast in uns rein gefahren,
    das war Sau knapp.“


    „Ah, Fahrschule.“ Ging es ihm auf.


    „Ja, du hättest uns fast alle
    umgebracht.“


    „Naja...“ Er zögerte.


    „Ist dir das denn egal?“ Fragte sie
    etwas geschockt.


    Er legte fragend den Kopf auf die
    Seite. „Was?“


    „Na, das wir alle hätten sterben
    können. Hast du gar keine Angst?“ Irgendwie ging das Gespräch
    nicht in die Richtung die sie sich vorgestellt hatte.


    „Ich hab keine Ahnung wovon du
    redest.“ Sein Ton war kalt und abweisend. Er trat an das Auto heran
    und öffnete die Tür.


    „Warte, was ist mit dem Anderen? In
    dem S...“ Ihr war schon wieder die Zahl entfallen.


    „Fünfzehn.“ Sagte Ryo während er
    einstieg. „Wenn du ihn suchst, fahr nachts in die Berge.“ Grade
    wollte er die Tür schließen, doch er stoppte noch kurz. „Aber
    komm nicht mit dem Fahrschulwagen.“


    „Nachts in die Berge?“ Fragte sie
    verwirrt, doch er hatte die Tür schon geschlossen und den
    Ohrenbetäubenden Motor angelassen.


    „Soll das n Witz sein?“ Rief sie,
    als er einfach los fuhr und sie stehen lies.




    Angst? War es das was er gespürt
    hatte? Dieses Gefühl, das sein Herz höher schlagen lies, wenn auch
    nur für einen Augenblick. „Verurteilt sie mich? Dafür das ich
    schnell fahre? Dafür das ich mich lebendig fühle?“ Fragte er
    sich. Von Anfang an hatte er mit Gegenverkehr gerechnet, deswegen
    entschied er sich auch Naoji zu verfolgen und nicht voraus zu fahren.
    „Ich wäre wohl doch besser zuerst gefahren, in der Kurve hätte
    ich Naoji mit dem neuen Heckspoiler sowieso abgehängt.“

  • Macht wirklich spaß zu lesen, schick das ganze doch mal nach Japan, vllt hat irgend ein Verlag bock des ganze als Manga zu veröffentlichen :thumbsup:

    :D Danke, ich hab auch schon daran gedacht das es vielleicht als Comic ganz gut kommen würde. Ich kann zwar relativ gut zeichnen, aber für n Comic reicht das glaub ich nicht.

  • Vielleicht findet sich hier im Forum jemand.

    Mit freundlichem Gruß


    Skorpion / Carsten


    -------------------------
    Toyobaru GT86 Inferno Orange non Aero EZ 09/12 meiner seid 04/16
    Felgen: Oxigin Concave 18 in 18x8,5 et35, Valenti smoked, Bastuck Catback, Edelbrock Kompressor (Juni '17)

  • Jetzt hab ich gestern tatsächlich vergessen zu posten xD Sry...


    Hier Part 3:



    Eine
    weitere Nacht



    „Ich bin mir sicher, dass du die
    Prüfung schaffen wirst.“ Sagte Kagamis Mutter am Telefon.


    „Wenn du deinen Führerschein hast
    ruf uns an, wir haben extra etwas Geld zurück gelegt damit du dir
    ein Auto kaufen kannst.“


    Kagami lief etwas rot an.


    „Oh, das ist so lieb von euch.“


    „Ach, wozu hat man denn Eltern? Aber
    halt dich Nachts besser von den Strecken in den Bergen fern, wenn da
    solche Idioten herum fahren.“


    „Ja.“ Sagte sie augenrollend. „Sag
    daddy einen schönen Gruß, ich melde mich. Hab dich lieb.“
    Verabschiedete sie sich.


    „Hm, Geld für ein Auto.“ Grübelte
    sie und griff zu ihrem Laptop der auf dem Nachttisch lag. Sie saß
    auf ihrem Bett und klappte Den Laptop auf, um sich im Internet über
    günstige, gebrauchte Wägen schlau zu machen. Nachdem sie eine weile
    nach allem möglichen mit vier Sitzen und einem Lenkrad geguckt hatte
    schweifte sie etwas ab.


    „Oh Gott, sehen die alle langweilig
    aus.“ Sagte sie vor sich hin, dann wählte sie Nissan in der Leiste
    aus.



    Silvia.



    „Hm, die sehen schon besser aus.“
    Dachte sie und sah sich verschiedene Inserate an, welche außerhalb
    ihrer Preisspanne lagen. Es faszinierte sie wie viel Liebe und Mühe
    sich die Leute gemacht hatten. Bilder wie aus einer Zeitschrift und
    in den Beschreibungen prangerten lange Listen von verbauten
    Ersatzteilen. Meistens fingen die Beschreibungen mit einem Satz an
    wie: „Ich trenne mich schweren Herzens...“


    Die Leute mussten ihre Autos wirklich
    lieben. Noch nie hatte sie darüber nachgedacht, dass es mehr als nur
    ein Transportmittel sein könnte, ja sogar eine Art Leidenschaft.
    Plötzlich erschrak sie als sie Quietschende Reifen vor ihrem Fenster
    hörte. Sie sprang auf und sah heraus, doch es war nur ein
    Rollerfahrer der die abendliche Ruhe durcheinander brachte. Das
    letzte Wochenende war sie extra mit ihrem Rad den verdammten Hügel
    hoch gefahren, nur um dort die halbe Nacht allein rum zu sitzen. Der
    Typ in dem schwarzen Auto hatte sie bestimmt nur verarscht.
    Vermutlich sind solche Leute lieber unter sich.




    Naoji kniete in Deisukes Werkstatt
    neben seinem Wagen und begutachtete seine Reifen.


    „Sehen noch Top aus.“ Meinte er.


    „Sind ja auch so gut wie neu.“
    Erwiederte Deisuke. „Fährst du heute wieder hoch?“ Fragte er.


    „Ach, ich weiß nicht. Ich bin etwas
    frustriert seit dem letzten mal.“


    „Ich hab heute Abend noch was vor,
    aber wie wärs wenn du mich nächstes mal mit nimmst? Vielleicht
    fällt mir während der Fahrt irgendwas auf, das ich noch verbessern
    könnte.“


    „Klar, gerne, aber nur wenn du mir
    nicht die Sitze voll kotzt.“ Scherzte Naoji.


    „Haha.“ Lachte Deisuke sarkastisch.
    „Würde in der Kiste doch gar nicht auffallen.“


    „Was, so dreckig ist er doch gar
    nicht?“ Meinte Naoji und lächelte verlegen.


    In der Tat war der Wagen alles andere
    als dreckig, allerdings sahen die meisten Autos von Enthusiasten zu
    jeder Zeit und bei jedem Wetter aus wie geleckt. Davon war der S15
    weit entfernt.



    „Okay, ich hau dann auch ab.“
    Deisuke schnappte sich seine Jacke. „Wenn du gehst, mach das Licht
    aus und zieh einfach das Garagentor zu.“ Grade wollte er zum Tor
    hinaus gehen als er sich noch einmal umdrehte. „Oder... Willst du
    vielleicht mit kommen? Wir gehen was trinken, also ich und ein paar
    alte Kumpels die für n paar Tage in der Nähe sind.“


    Naoji grübelte kurz, spontane Aktionen
    waren absolut nicht sein Ding.


    „Ähm, ich erledige das hier noch und
    dann komm ich vielleicht nach. Ich schreib dir einfach.“ Sagte er,
    um sich alle Möglichkeiten offen zu halten.


    Deisuke streckte den Daumen nach oben,
    nickte und verabschiedete sich. „Okay, bis dann.“


    Als Naoji nun allein mit seinem Wagen
    in der Werkstatt stand, wurde ihm bewusst, dass er eigentlich
    überhaupt nichts mehr zu tun hatte. Das Licht war Repariert, die
    schrammen ausgebessert, selbst die Reifen waren noch absolut in
    Ordnung. Vorsichtig legte er seine Hand auf die Carbonmotorhaube, als
    wollte er, wie bei einem Tier, das tiefe Atmen spüren. Die sanfte
    Bewegung wenn sich die Lunge mit Luft füllte und dann wieder
    ausatmete.




    „Du bist so kalt.“ Las Ryo in dem
    Messenger des Social Networks, auf seinem Handy. Kurz darauf folgte
    die nächste Nachricht.


    „Ich hasse dich!“


    Ryo klickte kurzer Hand auf
    „Blockieren“ und steckte das Handy wieder weg. Er stand von dem
    reich gedeckten Tisch auf.


    „Mutter, das Abendessen war wieder
    hervorragend. Danke, dass du dir so viel Mühe gemacht hast.“ Sagte
    er und nickte dabei, um seiner Aussage mehr Ausdruck zu verleihen.
    Obwohl er es ernst meinte, wirkten die Worte dennoch wie eine gut
    einstudierte Phrase. Seine Mutter lächelte. „Schön das es euch
    geschmeckt hat.“ Sagte sie und begann den Tisch ab zu räumen.



    „Ich werde mich jetzt zurück ziehen,
    wenn es euch recht ist.“ Sagte Ryo und sah dabei seinen Vater an.
    Er saß noch, genau wie sein Arbeitskollege, der zum Essen eingeladen
    war, am Tisch. Grade zog er eine Zigarre aus seinem Etui und zündete
    sie sich an.


    „Sicher, geh nur. Beim essen warst du
    ja schon lieber mit deinem Handy beschäftigt.“ Sagte er abweisend
    und bot seinem Gast ebenfalls eine Zigarre an. Ryo nickte mehr oder
    weniger zustimmend und verließ das Esszimmer. Egal wie sehr sein
    Vater ihn mit solchen Sticheleien versuchte zu ärgern, er blieb
    immer cool. Es ärgerte ihn, für den Moment in dem es passierte,
    doch danach prallte es von ihm ab, als wäre nichts gewesen. Manchmal
    fragte er sich wie seine richtigen Eltern wohl waren. Er hatte keine
    Erinnerungen an sie, so früh hatten sie ihn schon zur Adoption
    freigegeben. Ryo beschloss nicht auf sein Zimmer zu gehen, sondern
    lieber einen kleinen Ausritt mit seinem FD zu machen. Auf dem Weg in
    die Garage ging er durch die große Eingangshalle und trat durch die
    riesige Pendeltür nach draußen. „So viel Geld für dieses riesige
    Haus und es gibt nicht mal eine Verbindung zwischen Haus und Garage.“
    Dachte er sich kritisierend.


    In der, ebenfalls riesigen, Garage
    stand sein schwarzer RX-7. Rund herum waren allerhand Luxuskarossen
    von seinem Vater. Viele waren Oldtimer die er versuchte zu
    restaurieren, dementsprechend lagen überall Teile und Werkzeug
    herum, alles jedoch gut und fein säuberlich sortiert. Allerdings
    befanden sich auch ein paar modernere Modelle in seinem Besitz.
    Direkt neben Ryos FD parkte ein Mercedes AMG GT R , doch Ryo
    interessierte sich weniger für diese Supersportwägen. Er fand es
    interessanter etwas besser zu machen, etwas aus dem Mittelmaß empor
    zu heben und daraus etwas zu kreieren, das sich niemand hätte
    erträumen lassen. Er ging an dem Wagen vorbei und wieder rümpfte er
    die Nase als ihm das GT R Logo auffiel. Er schüttelte den Kopf und
    stieg in den FD. Wie konnte jemand nur die Frechheit besitzen seinen
    Wagen GT R zu nennen. Es gab nur einen wahren GT-R und dessen Ruhm
    und Bekanntheit würde diese Schüssel nie erreichen. Er startete den
    Motor und fuhr vom Grundstück.




    Naoji setzte sich wieder in den S15
    nachdem er getankt hatte. Sein Handy vibrierte. Es war eine Nachricht
    von Deisuke. Auf dem Bild sah man ihn mit vielen anderen Leuten, sie
    lächelten und schienen sich gut zu amüsieren. „Komm vorbei, die
    Mädels hier sind fast alle noch zu haben.“ Lautete die nächste
    Nachricht. Naoji lächelte, das Angebot war verlockend, doch er hatte
    sich vorgenommen noch mal die Strecke zu fahren bei der er letztes
    Wochenende geschlagen wurde und wenn er sich erst mal etwas
    vorgenommen hatte, machte er es auch. Er fuhr los und versuchte sich
    die Strecke noch besser ein zu prägen, als er sie sowie schon
    kannte. Während er den Hügel herauf fuhr hielt er sich an die
    Geschwindigkeit, den Uphill beherrschte er ohne hin gut genug. Als er
    an der Stelle vorbei kam wo er überholt wurde fragte er sich wie das
    Wohl ausgesehen haben muss. Wie sich die Leute in dem Fahrschulauto
    gefühlt haben müssen, doch vermutlich konnten sie dem ganzen nichts
    abgewinnen und haben sich nur aufgeregt, dachte er. Während er
    seinen Wagen auf den Parkplatz steuerte sah er plötzlich eine Frau,
    neben ihrem Fahrrad, auf der Leitplanke sitzen. „Wer zum Teufel
    fährt mitten in der Nacht mit dem Rad hier hoch?“ Dachte er sich
    überrascht.

  • Next One ^^



    Neue
    Leidenschaft




    Ryo stieg auf das Gas und der
    Wankelmotor begann laut zu schreien. Ein Subaru WRX STI hatte ihm
    Lichthupe gegeben und ihn provokant überholt. Das konnte er sich
    nicht bieten lassen. Ryo hatte sich extra etwas zurück fallen lassen
    nur, um dann mit top speed an ihm vorbei zu zischen. Die Autobahn war
    mäßig gefüllt und er kam dem Subaru auf der rechten Spur schnell
    näher. Er sah links einen LKW fahren den, der Subaru wohl überholen
    wollte, er machte keinen Platz. Ryo bremste nicht, mit erschreckender
    Geschwindigkeit kam der WRX näher und nur ein paar Meter bevor er
    ihm auffahren würde, tippte Ryo kurz die Bremse an, zog nach links
    und rauschte blitzschnell an dem Subaru vorbei. Etwa genau so schnell
    lenkte er wieder nach rechts, um dem LKW nicht aufzufahren. Ein
    halsbrecherisches Manöver, dachte sich auch der LKW Fahrer und
    betätigte die Hupe. Der Subaru konnte in keinster weise mithalten
    und verschwand in Ryos Rückspiegel. Dieser nahm die nächste
    Ausfahrt und machte sich auf den Weg in die Stadt. Auch wenn er kein
    Fan davon war schnell, stur geradeaus zu fahren, würde er solch eine
    Herausforderung nie ablehnen und wenn die Geschwindigkeit hoch genug
    war, konnte selbst gerade aus fahren etwas knifflig werden. Er fuhr
    nicht in die Stadt hinein, sondern hielt an einem kleinen Kaffee
    etwas außerhalb. Er blieb noch für etwa fünf Minuten bei laufendem
    Motor im Wagen sitzen, damit er etwas herab kühlte. Ein paar,
    offensichtlich betrunkene, Typen liefen von der anderen Seite der
    Straße auf den Parkplatz. Grade als Ryo den Motor aus machte und
    ausstieg zeigte einer auf ihn, oder den Wagen, und Brüllte etwas
    unverständliches. Ryo ignorierte es und lief zum Eingang des
    Kaffees, doch dann hörte er eine schrille Frauenstimme.

    „Hey, lasst das gefälligst und
    verpisst euch!“

    Ryo sah zu ihnen rüber. Zwei Kerle und
    eine Frau. Einer riss an ihrer Jacke herum und plötzlich packte der
    andere sie am Hals. Das sah nicht nach der Art von Spaß aus die
    Betrunkene üblicherweise hatten. Ryo lief zu ihnen.

    „Hey!“ Rief er. „Lasst den
    Scheiss!“

    Die beiden Typen hielten kurz inne und
    starrten ihn überrascht an. „Fick dich! Und verpiss dich besser!“
    Brüllte der eine und deutete mit dem Finger auf ihn. Die Frau
    ergriff die Chance der Unachtsamkeit und donnerte dem brüllenden Typ
    mit der geballten Faust aufs Ohr. Der andere verlor während dessen
    den halt an ihrer Jacke, doch er reagierte schnell und packte sie von
    hinten. Ryo ging auf den anderen zu der sich, am Boden kniend das
    Blutige Ohr hielt und verpasste ihm einen weit geschwungenen tritt
    ins Gesicht, dann ging er auf den letzten zu, der versuchte die Frau
    fest zu halten. Sie wehrte sich wie verrückt und zappelte wie ein
    Fisch auf dem trockenen.

    „Lass sie los.“ Sagte er in einem
    direkten, befehlenden Ton.

    Die Frau trat währenddessen nach
    hinten aus, genau zwischen die Beine des Angreifers. Dieser sackte
    zusammen und lies sie los. Sie hastete zu Ryo und stellte sich neben
    ihn, als sie sich umdrehte sah sie den Typen auf dem Boden liegend,
    wie er sich vor schmerzen krümmte. Sie lächelte gehässig. „Na,
    jetzt seid ihr nicht mehr so stark was?“ Sagte laut, ging zu dem
    Kerl mit dem blutigen Ohr und trat ihm in die Rippen, als er grade
    wieder aufstehen wollte. Noch immer lächelnd kam sie wieder zu Ryo.
    „Ach, danke übrigens. Aber ich wär' schon mit denen fertig
    geworden.“ Meinte sie selbstsicher. „Hey, komm. Ich lad' dich auf
    n Kaffee ein.“

    Ryo musterte sie kurz und neigte den
    Kopf leicht. Zerrissene Jeans die ihre schlanke und große Figur
    betonte, rotes Tanktop, eine dünne Lederjacke, Nietenarmband, eine
    gepiercte Nase und kurze Haare. „Ich wollte mir sowieso grade einen
    holen.“ Sagte er und willigte ein. Sie liefen zum Eingang des
    Kaffees. „Wie heißt du?“ Fragte sie.

    „Ich bin Ryo.“
    „Nara.“ Sagte sie lächelnd und gab
    ihm zur Begrüßung die Hand, als sie ihm tief in die Augen sah.

    Sie betraten das Kaffee und nahmen an
    einem Fenster platz. Ryo suchte immer einen Platz von dem aus er
    seinen Wagen gut sehen konnte. „Ist n super Wagen. Dein FD?“
    Fragte sie. Ryo war etwas überrascht und zog eine Augenbraue hoch,
    er hatte noch eine Frau getroffen die überhaupt wusste das es einen
    RX-7 FD von Mazda gab. „Ja, meiner.“ Antwortete Ryo. Als die
    Bedienung kam bestellten sie zwei Kaffee. In der hellen Beleuchtung
    musterte Ryo sein Gegenüber weiter. Die Kleidung sah insgesamt etwas
    zerrissen aus und er begann sich zu fragen, ob sie überhaupt andere
    Kleidung besaß. Wer war sie nur und woher wusste sie was zum Teufel
    ein FD war?



    Naoji trat auf die Kupplung und zog die
    Handbremse. Der S15 wurde ruckartig langsamer und dann brach das Heck
    aus. Er lies die Handbremse wieder los und die Kupplung kommen,
    währenddessen stieg er wieder aufs Gaspedal. Die Hinterräder
    drehten durch und er leitete einen langen Drift, um die spitze Kurve
    ein. Kagami hielt sich mit beiden Händen am Haltegriff über dem
    Fenster fest und riss die Augen weit auf. Ihr Herz schlug wie noch
    nie und sie atmete schwer. Diese Mischung aus Angst und Adrenalin,
    noch nie zuvor hatte sie so etwas erlebt. Als sie die Kurve verließen
    und die Räder wieder Grip bekamen wurde sie von der Beschleunigung
    in den Sitz gedrückt. Die durch den Turbolader freigesetzte Leistung
    traf sie wie ein Hammer. Blitzschnell rasten sie den Hügel hinab.
    Wie konnte jemand imstande sein, das alles unter Kontrolle zu halten?
    Naoji war ständig am Lenken und Schalten und manchmal sah es so aus,
    als würde er mit den Füßen alle drei Pedale auf einmal treten. Es
    war wie als würde er mit dem Wagen tanzen, als wären sie ein gut
    eingespieltes Team. Als sie an der Kreuzung, am Fuß des Hügels,
    ankamen stoppte Naoji den Wagen.

    „So, und jetzt?“ Fragte er.
    Kagami sah ihn ungläubig an.
    „Das war un...“ Sie hielt sich die
    Hand vor den Mund und riss die Tür auf. Naoji runzelte die Stirn und
    Biss die Zähne zusammen als er das Plötzliche ächzten hörte und
    wie etwas von flüssiger Konsistenz auf den Boden plätscherte.

    Kagami lehnte sich wieder in den Sitz
    zurück und stöhnte. „Sorry.“

    „Schon, okay. So lange du nicht in
    den Wagen kotzt.“ Meinte er.

    „Kannst du mich nach hause Fahren?“
    Fragte sie etwas verlegen.

    „Und was ist mit deinem Fahrrad?“
    „Scheiss! Auf mein Fahrrad. Ich
    brauch n Auto.“ Sagte sie selbstsicher.

    Naoji lachte. „Du brauchst vor allem
    erst mal n Führerschein.“

    Er legte den Gang ein und steuerte den
    Wagen wieder in Richtung Stadt.

    „Wie viel hast du für den hier
    bezahlt?“ Fragte sie.

    „Naja, genau genommen hab ich ihn
    geerbt. Er war vorher meiner Mom.“

    „Oh... Das heißt sie ist...“
    Vorsichtig versuchte Kagami den Satz zu ende zu bringen.

    „Ja, genau das.“ Meinte Naoji. „Ist
    schon lange her, also schon okay.“

    Nach einigen Minuten unangenehmer
    Stille im Wagen unterbrach sie die Ruhe erneut. Sie hatte so viele
    quälende Fragen.

    „Hast du ne gute Idee was sich als
    erstes Auto eignet?“

    Naoji schmunzelte. „Das kommt drauf
    an, was du damit machen willst und wie viel Geld du ausgeben kannst.
    Du willst das wirklich durch ziehen?“ Fragte er.

    Sie grübelte. Es durchziehen, was
    überhaupt? Sich ein sportliches Auto kaufen und damit Unsinn machen?
    Nein, so einfach war das nicht. Sich ein sportliches Auto kaufen und
    damit ausbrechen, aus dem Öden Alltag und Abenteuer erleben. Ja!
    Dafür lohnte es sich.

    „Absolut!“ Sagte sie bestärkt.
    „Und du bringst es mir bei.“

    „Ich?“ Fragte Naoji überrascht.
    „Ja, du schuldest mir was.“ Meinte
    sie.

    „Ich?“ Fragte er wieder ungläubig.
    „Ja, weil du uns mit dem
    Fahrschulauto fast umgebracht hättest.“

    „Als ob ich was dafür kann das Ryo
    genau da überholt.“ Argumentierte er.

    „Hättest du da auch überholt? Trotz
    Gegenverkehr?“

    Naoji sah zu ihr und fing an zu
    lächeln. „Ja.“ Bestätigte er ihr mit einem breiten grinsen.

    Sie lachten zusammen. „Okay, du
    kannst mich hier raus lassen.“

    Sie verabschiedeten sich und der Nissan
    verschwand in der Dunkelheit. Was für eine Nacht. Noch nie hatte sie
    sich so gut, so lebendig Gefühlt. Gepusht von dem ganzen Adrenalin
    hüpfte sie auf und ab zur Wohnungstür und lies ein lautes „Ja!“
    In den Nachthimmel hallen.

  • So, eigentlich wollte ich auch alles in den ersten Post, schreiben, damit man gleich alles auf einmal hat, allerdings hätte es das Zeichenlimit überschritten. Deswegen kommt jetzt alles nach und nach. Ist dann halt ein wenig Gesuche.
    Also hier der nächste Teil:



    Unzufriedene
    Kunden



    Nara kramte ein paar Scheine aus ihrer
    Hosentasche, sie hatte nicht einmal eine Geldbörse.

    „Ähm, oh...“ Stammelte sie
    peinlich berührt, als sie feststellte das ihr Geld gar nicht
    ausreichte. Ryo legte seine Brieftasche auf den Tisch und bezahlte,
    inklusive eines großzügigen Trinkgeldes.

    „Schon, okay.“ Meinte er.
    Nara legte ihre Hand auf seine und
    bedankte sich. Ryo bemerkte die Geste, doch wusste er nichts damit an
    zu fangen. Ihre Hand fühlte sich warm, doch etwas rau an.

    „Tut mir leid, aber kannst du mich
    noch wo hin bringen?“ Fragte sie verlegen, wissend das sie ihr
    Gefälligkeitskonto bereits überzogen hatte.

    „Ich lebe um zu fahren.“ Sagte er
    kurz und stand auf. Sie gingen zum Wagen und Nara dirigierte ihn, bis
    sie am Ziel waren. Ryo war noch nie zuvor in dieser Gegend gewesen.
    Alles sah etwas heruntergekommen aus und durch die grelle
    Leuchtreklame, der vielen Bars, wirkte alles sehr künstlich. Als
    Nara ausstieg bedankte sie sich, drückte ihm einen Zettel in die
    Hand und verpasste ihm einen Kuss auf die Wange. Ryo wollte noch
    etwas sagen, doch da verschwand sie schon. Er sah auf den Zettel,
    darauf stand ihre Handynummer. Ryo fuhr zurück nachhause und legte
    sich in sein Bett. Er dachte darüber nach was alles geschehen war.
    „Was für ein verrückter Tag.“ Gähnte er vor sich hin und
    schloss die Augen.



    Kagami war schon früh wach und
    schaufelte aufgeregt Schokomüsli in sich hinein, während sie sich
    über Sportwägen schlau machte. Sie hatte etliche Tabs auf ihrem
    Laptop, im Browser, geöffnet und las einen Artikel nach dem andern
    und sah ein Video nach dem anderen. Sie konnte den Tag nicht
    abwarten, an dem sie endlich ihren Führerschein bekommen würde. Ein
    Wagen hatte es ihr schon besonders angetan, doch sie versuchte noch
    gute Angebote von anderen Marken, als Toyota, zu finden. Nächsten
    Freitag war es endlich soweit und sie würde ihren Führerschein
    bekommen, endlich losgelöst und vollends frei, wie ein Blatt im
    Wind. Sie breitete die Arme aus und schloss die Augen. Beinahe konnte
    sie den Fahrtwind schon in ihren Haaren spüren, als plötzlich ihr
    Handy klingelte und sie aus ihrer Fantasie gerissen wurde. Hastig
    schnappte sie es sich und nahm den Anruf entgegen.

    „Hi.“ Sagte sie gut gelaunt. „Okay
    ich komm raus.“ Sie legte auf, schnappte sich ihre Handtasche und
    eilte die Treppe hinunter auf die Straße. Naoji stand dort und
    lehnte an seinem Wagen. Sie begrüßten sich und machten sich auf den
    Weg.

    „Was zeigst du mir heute?“ Fragte
    Kagami neugierig.

    „Wir fahren erst mal in die
    Werkstatt.“ Meinte Naoji.

    Sie runzelte die Stirn. „Hm? Stimmt
    was mit dem Wagen nicht?“ Fragte sie Besorgt.

    „Nein, mit ihr ist alles in Ordnung.
    Aber ich denke, es ist am besten, wenn du von Grund auf verstehst wie
    ein Auto überhaupt funktioniert, bevor du versuchst damit Unsinn zu
    machen.“

    Kagami zog ihre Augenbraue nach oben,
    das klang gar nicht nach der Art Spaß die sie sich erhofft hatte.
    Frustriert pustete sie die Luft aus ihrer Lunge und starrte aus dem
    Fenster. Naoji bemerkte ihr Desinteresse. „Glaub mir, das ist
    spannender als du denkst.“

    Als sie bei Deisukes Garage ankamen
    parkte er das Auto und sie stiegen aus. Es kam ihm etwas seltsam vor,
    normalerweise war Deisuke immer in der Garage am werkeln und wenn er
    doch mal nicht da war, war zumindest das Tor zu, doch es stand offen
    und von Deisuke war keine Spur. Naoji schielte vorsichtig in die
    Garage, es waren ein paar Öl oder Kühlmittel Spritzer auf dem Boden
    und Werkzeug lag unordentlich auf dem Boden. Das Passte gar nicht zu
    ihn, es war sonst immer alles Top in Schuss. Er streckte seine Hand
    nach hinten. „Warte mal kurz.“ Sagte er zu Kagami und betrat
    vorsichtig die Garage. Langsam ging er ins hinter Zimmer, er hörte
    einen Wasserhahn laufen und konnte erkennen das Jemand im Bad war.
    Als er nach hinten durch die Tür ging, krallte er sich im vorbei
    gehen ein altes Radkreuz, nur für den Fall das er jemanden umhauen
    müsste.

    „Deisuke?“ Rief er.
    Die Person schloss den Wasserhahn und
    drehte sich erschrocken um.

    „Oh! Fuck!“ Erschrak Naoji als er
    Deisukes blutiges Gesicht sah. „Was ist den mit dir passiert?“

    „Ach halb so wild.“ Meinte er und
    wischte sich das Blut von der Nase. „Nur n paar unzufriedene
    Kunden, die zu blöd sind ihre Turbos kalt zu fahren.“

    „Okay.“ Sagte Naoji erstaunt und
    etwas entsetzt. „Aber ansonsten geht’s dir gut.“

    „Alles Shiny.“ meinte er und
    blinzelte ihm zu.

    Sie liefen wieder nach hinten in die
    Garage wo Kagami ungeduldig wartete. „Oh, ich wusste gar nicht das
    du auf Frauen stehst.“ Scherzte Deisuke.

    „Wenn du mit Frauen, Autos meinst...“
    Sagte Naoji. „Das ist Kagami, sie will das ich ihr beibringe wie
    man schnell fährt.“

    „Vor allem schnell um die Kurven.“
    Sagte sie.

    „Ja und ich dachte es wäre ganz gut
    wenn ich ihr erst mal zeige wie ein Auto von Grund auf funktioniert.“

    „Ah, weise Entscheidung.“ Meinte
    Deisuke und hob den Zeigefinger. „Wirst langsam doch noch
    erwachsen.“



    Ryo betrat den großen Balkon, man
    konnte über das gesamte Anwesen blicken. Er war schon lange auf,
    hatte wie immer ordentliche Kleidung an und genoss die Aussicht.
    Seine Mutter und sein Vater betraten ebenfalls den Balkon.

    „Ach, was für ein schöner Tag.“
    Meinte seine Mutter und reichte Ryo eine Tasse Kaffee.

    Er nahm sie lächelnd entgegen,
    eigentlich war ihm viel zu warm für Kaffee, aber er trank ihn
    trotzdem. Seine Eltern nahmen auf den Gartenmöbeln unter dem großen
    Sonnensegel platz, doch Ryo blieb am Geländer der Terrasse stehen.
    Er drehte sich zu ihnen um und lehnte sich an.

    „Ryo.“ Sagte sein Vater mit seiner
    tiefen, rauen Stimme und seinem ernsten Gesichtsausdruck. „Du warst
    gestern in der Altstadt?“

    Seine Mutter setzte den Kaffee ab und
    blickte ihn mit großen Augen an.

    „Hm?“ Entgegnete Ryo fragend.
    „Altstadt?“

    „Ja, ein bekannter von mir hat dort
    deinen Wagen gesehen. Was hast du da gemacht?“

    Nun konnte er sich denken was sein
    Vater meinte.

    „Ach so, ich wusste nicht das dieses
    Viertel als Altstadt bezeichnet wird. Ich hab zufällig jemanden
    kennengelernt und sie dort hin gebracht.“

    „Eine Frau? Hast du dich mit einer
    Prostituierten getroffen?“ Fragte er direkt.

    „Was? Nein.“ Entgegnete er
    fassungslos. „Sie wurde auf einem Parkplatz von zwei Typen
    überfallen, ich hab ihr geholfen und sie dort hin gefahren, das
    wars.“

    Seine Mutter mischte sich nun ein. „Das
    ist kein Ort für dich. Es ist sehr gefährlich dort.“

    „Von jetzt an wirst du nicht mehr
    dort hin fahren.“ Sagte sein Vater. Er wirkte nicht sauer, sonder
    ganz ruhig und gelassen, doch trotzdem lag eine strenge Spannung in
    der Luft.

    „Warum? Ich kann doch wohl hin fahren
    wo ich will?“ Sagte er trotzig.

    Jetzt wurde sein Vater laut und verlieh
    seiner Aussage mehr druck. „Wenn ich dich noch mal dort sehe wirst
    du nichts mehr haben womit du dort hin fahren kannst.“ Drohte er.



    Deisuke war völlig in seiner
    Lehrerrolle aufgegangen.

    „Naja, ein Wagen braucht nicht
    unbedingt einen Turbolader. Der Vorteil von Motoren die
    selbst-saugend sind ist, dass du direkte Kontrolle über das Gas
    hast. Bei Turboladern entsteht immer ein sogenanntes Turboloch.“

    Kagami saß auf dem Kofferraum des S15
    und hatte einen kleinen Notizblock vor sich auf den Heckspoiler
    gelegt. Mit großen Augen machte sie sich interessiert Notizen.

    Naoji lehnte wie üblich an der Wand
    und sah den beiden zu, sein Plan war perfekt aufgegangen, doch sein
    Blick schweifte immer wieder auf Kagami ab. Bedingt durch den warmen
    Sommer trug sie einen schwarzen Rock und ein weißes Oberteil. „Sie
    hat so lange Beine.“ Dachte er. „Und sie sieht wirklich gut aus.“
    Kagami lehnte sich nach vorn und legte ihre Ellenbogen auf dem
    Spoiler ab. Naojis Augen wurden immer größer und er verfiel dem
    schwärmen seiner Gedanken. Bis sie bemerkte das er sie,
    offensichtlich anstarrte. „Naoji, was guckst du denn so?“ Sagte
    sie etwas empört. „Starrst du mich etwa an?“

    Das riss ihn aus seinen Gedanken und er
    versuchte sich zu rechtfertigen.

    „Was? Nein, ich hab nur...“ Er
    wurde von Deisukes Gelächter unterbrochen der sich köstlich
    amüsierte. Kagami schlüpfte unter dem Heckspoiler heraus, als sie
    sich die Heckklappe herunter gleiten ließ. „Also wirklich.“
    Meinte sie.

    Naoji kratze sich am Hinterkopf und sah
    sie verlegen an.

    „Naja, ich glaube ich hab für heute
    erst mal genug. Kannst du mich nach hause fahren?“ Fragte sie ihn.

    „Ähm, ja. Sicher!“ Stotterte
    Naoji, der wieder in der Realität gelandet war.

    Sie verabschiedeten sich von Deisuke
    und stiegen in den Nissan.

  • Part 06:



    Eingekauft



    Kagami konnte ihren Augen kaum trauen,
    endlich hielt sie ihn in den Händen. Ihren heiß ersehnten
    Führerschein. „Yes! Yes! Yes! Yes! Yes!“ Sie freute sich wie ein
    Kind.

    „Wie lang willst du das Ding noch
    anstarren?“ Fragte Noji. Der neben ihr auf dem Fahrersitz seines
    S15 saß. Er war direkt nach der Arbeit zu ihr gekommen, um sie zum
    Autohändler zu fahren.

    „Ich freu' mich einfach so.“ Sagte
    sie euphorisch.

    „Und du bist dir sicher wegen dem
    Wagen?“ Fragte er.

    „Absolut, ich hab nur gutes darüber
    gelesen. Der perfekte Wagen, um richtig fahren zu lernen.“

    „Vielleicht ein bisschen wenig PS
    oder? Zweihundert, klingt nicht so beeindruckend.“

    „Ich hab gelesen das, das nur Leute
    sagen die nicht fahren können.“ Ärgerte sie ihn.

    Er kniff die Augen zusammen und sah sie
    finster an. „Ha Ha.“ Lachte er sarkastisch.

    Naoji steuerte den S15 auf den
    Parkplatz des Autohauses und sie stiegen aus. Überall waren Leute
    die sich Wägen ansahen und jeder schien plötzlich seinen Blick auf
    den S15 zu richten. Kagami blickte Naoji mit großen Augen an. „Ist
    das immer so?“

    „Jedes mal.“ Erwiderte er lässig
    und lehnte sich lässig an den Wagen.

    Kagami packte ihn und zog ihn von dem
    Auto weg. „Keine Zeit jetzt rum zu Posen! Ich will mein Auto.“

    Gemeinsam betraten sie die
    Geschäftsstelle, wo sich auch direkt ein Verkäufer an sie heran
    pirschte.

    Noch bevor er sie begrüßen konnte
    platze Kagami los. „Wir kommen wegen dem Toyota.“

    Etwas verdutzt sah er sie an, doch dann
    reagierte er in seiner üblichen Routine. Er schüttelte beiden die
    Hand. „Ah, ja dann Folgen sie mir bitte.“

    Sie liefen nach draußen auf den
    Parkplatz und Kagami konnte ihr zukünftiges Auto schon sehen. In
    seinem glänzenden Orange hob er sich wie ein bunter Vogel von den
    anderen Autos ab. Sie konnte ihre Freude und Aufregung kaum zurück
    halten und klammerte sich an Naojis arm.

    „Oh mein Gott, guck nur!“ stammelte
    sie und deutete auf den Wagen.



    Ryo beschleunigte den RX-7 weiter bis
    er direkt hinter der Stoßstange des anderen Fahrers war. Diesmal
    fuhr er nicht seinen eigenen RX-7. Sondern ein völlig auf die
    Rennstrecke abgestimmtes Leistungsmonster. Wie auf schienen preschten
    sie durch eine kurvige links, rechts Kombination. Ryo hatte sich in
    den Windschatten seines Gegners gehängt und lauerte nur auf eine
    gute Gelegenheit. Nach der nächsten Geraden versuchte er in der
    folgenden rechts Kurve innen zu attackieren, doch der andere Fahrer
    schnitt die Kurve ebenfalls und fuhr großzügig über die Curbs. Ryo
    wusste das nach dieser Kurve eine noch längere gerade kam und
    beschleunigte Blitz schnell aus ihr heraus. Er drehte den Motor bis
    zu seinen maximalen 11.000 Umdrehungen pro Minute und zischte auf der
    linken Seite an seinen Gegner heran, doch als nächstes kam wieder
    eine rechts, links Kurven Kombination. Beide mussten abbremsen und
    der andere Fahrer hielt seine Führung in der Rechtskurve, da er die
    Innenseite hatte. Jetzt kam schon direkt die linkskurve.
    „Einundzwanzig.“ Zählte Ryo als er die Bremslichter seines
    Gegners sah und er in die Linkskurve fahren wollte. Dann bremste auch
    er, schnitt auf die Innenkurve und beschleunigte an seinem Gegner
    vorbei. Diese eine Sekunde die er später gebremst hatte, hatte ihm
    einen entscheidenden Vorteil verschafft.

    Nachdem beide durchs Ziel gefahren
    waren und sich in der Boxengasse trafen schüttelten sie sich
    respektvoll die Hände.

    „Hab ich dich Erwischt, Makoto.“
    Lächelte Ryo.

    „Das war 'ne verdammt gute Aktion.“
    Meinte dieser. „Langsam kann ich dir nichts mehr beibringen.“

    „Wird zeit mich richtige Rennen
    fahren zu lassen was?“

    Makoto nickte. „Weißt du was? Ich
    hör mich um, vielleicht kannst du mal ein paar Testrunden drehen.“

    „Danke.“ Sagte Ryo und lächelte.
    Da war es wieder, eine seltsame Regung in seinem tiefen inneren. So
    sehr er es wollte er konnte dieses blöde Grinsen nicht abstellen,
    was war nur los?



    „Was? Du willst dich einkaufen? Woher
    hast du so viel Geld?“ Naoji konnte nicht glauben was Deisuke ihm
    am Telefon erzählte.

    „Ich hab ewig dafür gespart und ich
    hab Sponsoren. Also, Sponsoren, die mich sponsoren, aber ich hab
    denen gesagt das ich genau den richtigen Fahrer dafür hab.“

    „Was denn für Sponsoren?“
    „Ich erzähl dir alles später, das
    wird super.“ Meinte er und legte auf.

    Naoji steckte das Handy weg und drehte
    sich, weg von dem friedlichen Ausblick auf dem Parkplatz, zu Kagami
    und ihrem neuen Toyota GT86. Sie hastete von einer stelle ihres
    Wagens zur anderen und sah sich alles ganz genau an. „Oh mein Gott,
    Naoji!“ Sagte sie immer wieder hysterisch. „Er ist so
    wunderschön.“

    Zum telefonieren hatte er sich ein paar
    schritte entfernt und kam nun wieder zu ihr.

    „Ja ist er, aber da kann man noch was
    dran machen.“

    Sie sah ihn etwas ungläubig an. „Wer
    hat denn eigentlich angerufen?“

    „Das war Deisuke, er hat irgendwas
    davon geschwafelt das er professionelle Rennen fahren möchte oder
    so. Also nicht er, er will nur einen Fahrer Sponsoren.“

    „Und da ruft er dich an?“ Fragte
    sie verwirrte, bis ihr ein Licht auf ging. „Moment, er will dich
    als Fahrer aufstellen?“

    „Klang danach.“
    „Uh, Naoji der Rennfahrer.“ Sie
    nahm ihn etwas auf den Arm.

    „Ähm, ich weiß ja noch gar nicht ob
    ich das mache.“ Stotterte er verlegen. „Und wo diese Idee von ihm
    überhaupt her kommt.“

    „Was? Aber das ist doch 'ne super
    Gelegenheit.“

    Jetzt war Naoji wieder von ihrer
    Zustimmung überrascht.

    „Geh, doch einfach mal zu ihm und hör
    dir an was er zusagen hat. Nein sagen kannst du immer noch.“ Meinte
    sie.



    Als Ryo zuhause an kam ging er, ohne
    große Umwege, direkt auf sein Zimmer. Auch wenn seine Eltern übers
    Wochenende verreist waren und er ihre Gesellschaft ohne hin mied
    fühlte er sich in seinem Zimmer am wohlsten. Er ignorierte seine
    Eltern, um seinen Vater zu bestrafen, der damit gedroht hatte ihm den
    FD weg zu nehmen. Allerdings traf dieses Verhalten seine Mutter wohl
    schwerer, was er auch wusste, aber es war ihm Egal. Wenn sie ihm
    drohten, wollte er nichts mit ihnen zu tun haben, vorerst. Außerdem
    wartete er nur auf eine Chance bei einem Professionellem Rennteam zu
    fahren, dann würde er sich ohne hin so schnell es ging aus dem Staub
    machen. Doch da war noch etwas, dass ihn beschäftigte. Schon während
    des Rennens war es ihm aufgefallen, immer wieder musste er an Nara
    denken und an das was letztes Wochenende geschehen war. Wenn seine
    Eltern nicht wollten das er sich in dieser Gegend blicken ließe
    musste sie wirklich schlimm sein und Nara lief dort ganz allein
    herum. Er wusste nicht mal ob sie eine Wohnung oder so was hatte.

    Er ließ sich auf sein Bett fallen und
    runzelte die Stirn.

    Irgendwas stimmte nicht, er hatte so
    ein seltsames Gefühl. Etwas das er, wenn überhaupt, nur beim fahren
    spürte. Nur dann nahm er Dinge wie Angst und Freude wahr, umso
    schneller, umso intensiver. Wenn er nicht fahren konnte war er nur
    eine Leere Hülle und wandelte wie ein Zombie von Tag, zu Tag vor
    sich hin vegetierend umher.

    Doch jetzt, schon seit er an dem Abend
    wieder zuhause angekommen war nahm er dieses Bedrückende Gefühl
    wahr.

    Er stand von seinem Bett auf und
    durchsuchte sein Zimmer. Erfolglos. Er ging zu seiner Garderobe, sah
    in den Taschen seiner Jacken nach und da fand er ihn. Den Zettel mit
    ihrer Nummer. Ryo setzte sich wieder auf sein Bett, streifte den
    zerknitterten Zettel etwas gerade und wollte die Nummern in sein
    Handy eintippen, als dieses Plötzlich in seiner Hand anfing zu
    vibrieren. Verdutzt blickte er auf das Display. Eine Nummer die er
    nicht kannte. Er stutzte kurz, doch nahm letztendlich ab.

    „Hallo?“
    „Ryo?“ Fragte eine zittrige
    Frauenstimme. „Ryo, bist du's?“

    „Ja, wer ist da?“ Fragte er und
    ahnte nichts gutes.

    „Ich bins Nara.“ Sagte sie,
    eindeutig verheult. „Ich brauch deine Hilfe! Du musst mich holen
    bitte.“ Flehte sie ihn an.

    „Wo bist?“ Ryo sprang von seinem
    Bett auf. „Ich komm dich holen, sofort!“

  • Wieder ein sehrt schöner Teil der Reihe. Mal schauen wie es mit dem Toyobaru weiter geht.

    Mit freundlichem Gruß


    Skorpion / Carsten


    -------------------------
    Toyobaru GT86 Inferno Orange non Aero EZ 09/12 meiner seid 04/16
    Felgen: Oxigin Concave 18 in 18x8,5 et35, Valenti smoked, Bastuck Catback, Edelbrock Kompressor (Juni '17)

  • Erstmal danke für das Feedback ^^ Und sry das es jetzt etwas länger gedauert hat, aber naja Feiertage und so :D


    Hier der nächste Teil:


    Der Koffer


    Ryo preschte durch den strömenden Regen. Er fuhr am absoluten Limit, um so schnell wie möglich zu Nara zu kommen. Auch wenn seine Eltern ihm verboten hatten in die Altstadt zu fahren war es ihm, in diesem Moment, total egal. Als er das Kaffee, bei dem sie sich das erste mal getroffen hatten sehen konnte und welches sie als Treffpunkt ausgemacht hatten, zog er die Handbremse, trat auf die Kupplung und driftete auf den Parkplatz. Er lies den Motor laufen und griff hastig nach seinem Handy, doch da kam Sie schon, um das Kaffee herum gelaufen und stieg ein. Ryo musterte sie in der seichten Innenraumbeleuchtung des Wagens. Verheultes Gesicht, aufgeplatzte Lippe, Geronnenes Blut an der Nase.
    „Was zum Teufel ist passiert?“ Fragte er geschockt.
    „Fahr bitte einfach los. Ich muss hier weg.“ Drängte sie und Ryo fuhr.
    „Soll ich dich irgendwo hin bringen? Wir können auch zu mir, dann kannst du mir erzählen was passiert ist.“ Meinte er und Nara nickte.
    Die restliche Fahrt über schwieg sie, es war nur der beruhigende klang des Motors, der Reifen und des Regens, der auf die Windschutzscheibe prasselte, zu hören. Nara war erstaunt, als sie bei Ryo ankamen. Noch nie hatte sie so ein riesiges Anwesen gesehen. „Hier wohnst du?“ Fragte sie verblüfft. Ryo nickte und parkte den Wagen. Sie gingen auf sein Zimmer und setzten sich aufs Bett. „Danke, das du mich geholt hast.“ Sagte Nara demütig.
    „Kein Problem, aber was ist denn überhaupt los?“ Fragte Ryo.
    „Die wollten mich umbringen. Die haben jemanden geschickt um mich umzubringen!“ Die Tränen rannen ihr die Wangen herunter.
    „Was? Wer?“ Wollte Ryo wissen. „Und warum?“
    Sie fiel ihm um den Hals und begann zu weinen, sie wollte sich einfach nur irgendwo fest halten. Ryo war etwas überrascht, doch letztendlich legte auch er seine Arme um sie. Plötzlich verspürte er ein warmes Gefühl von Geborgenheit. Nara schnappte etwas nach Luft. „Aber dann...“ Sie schniefte. „Dann hab ich ihn umgebracht.“


    Deisuke saß, bei laufendem Motor in seinem Wagen. Immer noch Regnete es und nur die Scheinwerfer erhellten den kleinen Parkplatz mitten im Wald. Er hatte ein mulmiges, ungutes Gefühl bei der Sache, doch es war seine Chance. Plötzlich kamen drei schwarze Mitsubishi Lancer Evo X auf den Parkplatz gefahren. Deiskue stieg aus seinem Toyota Supra MK IV aus und auch bei einem der Lancer öffnete sich eine Tür. Ein Typ mit schwarzem Anzug stieg heraus und breitete einen Regenschirm aus, während er zur Beifahrertür lief und sie öffnete. Ein weiterer Anzugträger stieg aus und lief zu Deisuke.
    „Hi.“ Sagte dieser, doch der andere grinste nur.
    „Wir haben was du willst, ich kann zwar nicht verstehen wie man dir vertrauen, oder mit dir Geschäfte machen kann.“ Er schubste Deisuke abfällig mit dem Zeigefinger. „Aber ich treffe hier nicht die Entscheidungen.“
    Deisuke hätte den Typen am liebsten zu Brei geschlagen, doch er wusste wer er war und auch der Konsequenzen. Der Typ drehte sich um und gab den Anderen in den Wägen ein Zeichen. Es kamen direkt zwei Leute, ebenfalls in schwarzen Anzügen, heran geeilt und überreichten ihm zwei Koffer. Er öffnete einen und Zeigte ihm den Inhalt. Deisuke riss die Augen auf, noch nie hatte er so viele Scheine auf einmal gesehen.
    „In dem anderen Koffer ist genau so viel.“ Er drückte Deisuke die Koffer in die Hand. „Und mach keinen Scheiß damit, ich will nicht noch mal in dieses verfickte drecks Kaff kommen müssen. Du weißt was passiert ist als du uns das letzte mal verarschen wolltest. Nächstes mal bleibt's nicht bei ein paar blauen Flecken.“ So schnell wie sie aufgetaucht waren verschwanden sie auch wieder und ließen Deisuke mit den Koffern zurück. Nur das donnern der Motoren war noch in der Ferne zu hören. Bei der Erinnerung von letztem mal, als sie ihn in seiner Garage besucht hatten, hatte er gleich ganz weiche Knie bekommen. Vielleicht war das doch eine Nummer zu groß für ihn, doch wenn alles klappen würde, hätte er endlich ausgesorgt und müsste nicht mehr für irgendwelche Arschlöcher in dieser mickrigen Garage arbeiten.


    „Ja!“ Rief Naoji, als Kagami den Wagen mit einem großzügigen Tritt aufs Gas quer stellte. „Genau so, genau so! Jetzt halte ihn so, ganz vorsichtig!“
    Kagami nahm etwas den Fuß vom Gas und lenkte ein. Der 86 fing sich wieder und Fuhr geradeaus über den Parkplatz am Fuß des Berges. „Unglaublich.“ Meinte er verblüfft. „Du hast wirklich Talent dafür.“
    Kagami hielt den Wagen an und lächelte. „Danke, aber es kommt mir gar nicht so schwer vor.“
    „Naja, noch sind wir ja auch nur beim Powersliden, wenn die Handbremse dazu kommt wird es etwas komplizierter.“ Meinte Naoji.
    „Okay, wie geht das?“Fragte sie wissbegierig.
    „Naja, also du beschleunigst und wenn du einlenkst trittst du auf die Kupplung und ziehst die Handbremse, dann wartest du bis das Heck ausbricht, lässt die Handbremse wieder los und gibst Gas. Dazu brauchst du aber viel Geschwindigkeit.“
    „Okay.“ Sagte sie und stieg auf das Gaspedal. Sie beschleunigte den Parkplatz herunter und die Bordsteine kamen bedrohlich immer näher, dann trat sie auf das Kupplungspedal und zog zeitgleich die Handbremse. Ruckartig wurde der Wagen langsamer und das Heck brach aus.
    „Die Kupplung! Die Kupplung!“ Rief Naoji, doch Kagami saß orientierungslos, überfordert am Steuer und würgte den Wagen ab.
    „Ach, shit.“ Fluchte sie.
    Naoji drehte sich zu ihr. „Die Kupplung..“ Er zuckte mit den Schultern. „Nächstes mal länger treten.“
    Kagami atmete auf und pustete die Luft aus ihren Lungen. „Ich glaub ich hab erst mal genug für heute, sonst muss ich morgen gleich einen neuen Satz reifen kaufen.“
    „Naja, die sollten noch ein wenig halten, aber morgen ist auch Sonntag.“ Warf Naoji ein.
    Kagami stellte ihren GT neben den S15. „Sieh nur, was für eine tolle Aussicht.“ Der Regen hatte sich etwas gelegt und der neblige Wasserdampf stieg von der Straße und den Bäumen empor. Sie konnten durch das Tal bis in die Stadt hinunter sehen. „Willkommen in Silent Hill.“ Scherzte Naoji.


    Ryo wachte neben Nara auf. Das seichte Morgenlicht schien in sein Zimmer und erhellte das kleine Chaos das sie gestern hinterlassen hatten. Ryo konnte es nicht leiden wenn es unordentlich war, es kam ihm so ineffizient vor. Auf dem Boden lagen seine und Naras Klamotten kreuz und quer, gerade als er aufstehen wollte, um Ordnung zu machen drückte sich Nara an ihn und murmelte irgendetwas unverständliches. Er legte seinen Arm um sie und schlief wieder ein. Kaum hatte er die Augen geschlossen wurde er von etwas anderem geweckt. Irgendjemand hatte die Dusche an gemacht und Nara war plötzlich weg. Verdutzt guckte er auf den Wecker auf seinem Nachttisch, es war bereits Mittag. „Was zum? Fuck.“ Fluchte er und sprang aus dem Bett. Schon ewig hatte er nicht mehr so tief und fest und vor allem lange geschlafen. Nachdem Nara geduscht hatte und Ryo sich angezogen hatte saßen sie auf dem Balkon und frühstückten etwas. Der Nebel hatte sich gelegt und die Sonne schien angenehm warm.
    „Also nur damit ich das richtig verstehe, du hast jemandem einen Koffer geklaut und dann kam jemand um dich umzubringen?“
    Nara umklammerte ihre Kaffeetasse fest mit beiden Händen und nickte.
    „Was ist denn in dem Koffer?“ Fragte Ryo.
    Sie zuckte mit den Schultern. „Ich hab keine Ahnung.“
    „Und wo ist der Koffer?“
    „Hast du den Zettel noch den ich dir gegeben hab?“ Fragte sie.
    „Den mit deiner Handynummer? Ja, klar.“
    „Das ist nicht meine Nummer, das ist ein Bankschließfach. Da ist er drin.“
    Ryo riss überrascht die Augen auf. „Aber... Ich dachte...“ Ihm fehlten die Worte. „Warum hast du denn nicht rein geguckt?“
    „Hab ihn nicht aufgekriegt.“
    Ihm wurde das langsam etwas zu viel. „Okay, wir fahren nachher dahin, holen den Koffer und bringen ihn einfach zurück. Hoffentlich bevor meine Eltern wieder da sind.“ Ryo spielte auch mit dem Gedanken die Polizei zu verständigen, doch er regelte die Dinge lieber selbst und wenn sein Vater Wind von der Sache bekommen würde, hätte er vermutlich mal einen RX7 gehabt, wenn ihm nicht noch eine schlimmere Bestrafung einfallen würde.

  • Oh Mann. Muss ich wieder ein Woche warten, bis es weiter geht?

    _________________________________________________
    Toyota GT86 - Bj. 2016 - inferno orange metallic
    Centerplate "86"-Emblem - Pivot Dual Gauge DXW-W - Weathertech Kofferraumschale - Tachoabdeckung Leder mit doppelter, roter Ziernaht -
    Soundtube-Stopfen "86" - Subaru Öl-/Wasser-Wärmetauscher - Radium Brake Master Cylinder Brace - TRD-Domstrebe - TRD-Schaltknauf -
    Nappa-Leder-Lenkrad mit 12-Uhr-Markierung - 2017er Center Dash Assembly mit roter Ziernaht

  • So, Nummer 8:


    Die Zeit rennt


    Ryo hielt den Koffer fest in seiner rechten und zog Nara mit seiner linken hinter sich her.
    „Du kannst das Ding nicht einfach zurück bringen.“ Fluchte sie.
    „Natürlich und das ist das einzig Richtige.“ Erwiderte er. Sie stampften über den Parkplatz der Bank zu seinem Wagen.
    „Also von wem hast du den Koffer?“ Er drehte sich zu ihr, als sie am Wagen an kamen.
    Nara rollte die Augen. „Keine Ahnung, irgend n Anzugträger.“
    „Erzähl keinen Scheiß! Du klaust doch nicht einfach irgend einen Koffer. Du kanntest den Typen richtig?“ Ryo hatte sie durchschaut und Nara sah ihn verdutzt an. Sie schaute sich kurz um und lehnte sich zu ihm. „Okay, Hör zu...“ Flüsterte sie. „Das sind echt gefährliche Leute, die wollten mich wirklich umbringen, ich hab dir keinen Scheiß erzählt.“
    Das sie ehrlich zu ihm war beruhigte Ryo ein wenig. „Okay, steig ein.“ Meinte er und öffnete ihr die Wagentür.


    Deisuke saß mit Naoji an dem kleinen Tisch im Hinterzimmer seiner Garage. „Also, ich werde Mechaniker und du Fahrer. Wir arbeiten also ständig Zusammen.“ Meinte Deisuke und Naoji nickte. „Dann brauchen wir nur noch einen zweiten Fahrer, aber die Sponsoren haben gesagt sie kümmern sich darum.“
    „Okay, und wer sind die Sponsoren?“ Fragte Naoji.
    „Ach, das sind Geschäftsleute, die waren zufällig in meiner Garage und ich hab ein paar derer Firmenwägen repariert. Überwiegend Mitsubishi Lancer. Wir sind dann so ins Gespräch gekommen.“
    „Mhm...“ Naoji war nicht ganz überzeugt. „Und lerne ich die auch kennen?“
    „Ja, sicher. Die werden da sein, wenn du ein paar Testrunden fährst, auf ner richtigen Strecke.“
    „Na, dann bin ich mal gespannt.“ Meinte Naoji noch immer etwas misstrauisch. Ihm kam das alles zu gut vor um wahr zu sein. Irgendwas konnte nicht stimmen.


    Ryo lief mit Nara die Treppe des Hotels hinauf, es war nichts besonderes, wie man es in einer kleinen Stadt erwarten würde. An den Wänden hingen Bilder von Berühmtheiten die angeblich mal dort gewesen waren und ein roter Teppich, dem man sein alter leicht ansehen konnte, zierte das Treppenhaus. „Okay, du musst erst mal hier bleiben. Ich hab gewisse Dinge zu erledigen. Kann ich dich mit dem Koffer allein lassen und darauf vertrauen das du keine Dummheiten machst?“ Fragte er Nara besorgt, welche die Tür zu ihrem Zimmer auf schloss. Sie trat herein, drehte sich zu ihm und breitete die Arme aus. „Na klar, in dieser Luxus Suite halte ich es mit Leichtigkeit ein paar Monate aus.“ Sagte sie sarkastisch. Das Zimmer war winzig, lediglich ein Bett, ein kleiner Röhrenfernseher und eine Kommode befand sich darin und zu allem Überfluss, natürlich auch noch ein dezent merkwürdiger Geruch, der aus dem Badezimmer zu kommen schien.
    „Okay, super.“ Sagte Ryo. Er griff ihr um den Nacken, zog sie zu sich und Küsste sie. Schon wieder fing sein Herz an zu rasen, als würde er gerade eine scharfe Kurve, am absoluten Limit fahren und sich darauf vorbereiten den Wagen wieder ein zu fangen, wenn er den Grip verlor.
    „Dann bis später.“ Sagte er und ging. Nara setze sich auf das Bett und starrte den Koffer an.


    Der Boxer hämmerte als Kagami ihn über Fünftausend Touren drehte. Dieser Supra, den sie verfolgte, war so verdammt schnell und sie wusste das er nicht mal Vollgas gab. Deisuke war ein unglaublich begabter Fahrer, das er es vorzog als Mechaniker zu arbeiten und Naoji als Fahrer aufstellte sprach eindeutig für Naoji. Sie sah in den Rückspiegel wo der S15 ihr am Heck klebte. Alle drei hatten sich dazu entschlossen das zukünftige Rennfahrerleben zu feiern und waren auf dem weg zu einem See der sich am Fuß des Berges befand. Sie fuhren auf den Parkplatz und hielten an. Kagami stieg aus und ihre Augen labten sich an der schmeichelnden Form des Supras. Der große Spoiler, die vielen, sanften Kurven und die charakteristischen Scheinwerfer hatten beinahe etwas erregendes.
    „Du bist unglaublich schnell.“ Rief sie Deisuke zu als er ausstieg.
    „Der ist nur schnell im geradeaus fahren.“ Warf Naoji ein.
    Deisuke lächelte. „Da, hat er leider recht. Deswegen bist du auch der Fahrer.“
    Naoji holte die Getränke aus seinem Kofferraum und sie liefen zusammen zu einer Bank. Sie setzten sich und stießen zusammen an.
    „Was wirst du eigentlich machen Kagami?“ Fragte Naoji. „Wenn wir erst mal richtig los legen und ständig Rennen fahren.“
    Sie sah ihn mit großen Augen an. „Ähm, naja ich werd auch da sein.“ Stotterte sie unsicher.
    „Kagami kann mir assistieren, ich brauch ja jemanden der die Drecksarbeit macht.“ Meinte Deisuke. Naoji und Deisuke lachten. Kagami sah Ryo mit ernstem Blick an. „Ja, ich bin dann dafür zuständig deine Reifen zu wechseln, also sein besser nett zu mir.“ Naojis lachen brach abrupt ab und er sah sie verdutzt an. Kagami brach die ernste stille und boxte ihn auf den Arm.
    „War nur n Scherz.“ Lachte sie.
    „Unsere Investoren müssten sich gerade nach anderen Fahrern um gucken, ich bin gespannt mit wem sie ankommen.“ Sagte Deisuke bedenklich.


    Seit Ryo das Visier seines Helms herunter geklappt hatte war die Welt um ihn herum abgeschaltet. Für ihn gab es jetzt nur den Wagen und die Strecke. Er stieg vorsichtige auf die Bremse und lenkte in die Kurve. Er manövrierte geschickt, genau am Scheitelpunkt über die Curbs und beschleunigte aus der Kurve heraus. Der Motor schrie laut auf und flammen schlugen aus dem Auspuff. In der nächsten kurve fuhr er nicht komplett auf die Curbs. In einer der Testrunden hatte er festgestellt das sie in dieser Kurve rutschiger, als in den anderen Kurven waren und so entschied er sich zur Hälfte den Asphalt zu nehmen. Er wusste das er diese Runde schneller gewesen war, er hatte keine Stoppuhr oder sonstiges im Fahrzeug, doch er konnte es spüren. Als er auf die Zielgerade fuhr trat er das Gaspedal bis zum Boden durch.
    „Komm schon, jetzt liegt es an dir.“ Dachte er.
    Makoto stoppte die Uhr als der Wagen die Ziellinie überquerte. Wie eine Rakete schoss er, so schnell er gekommen war, wieder hinfort.
    „Und wie schnell war er?“
    Er hielt Osamu die Uhr hin. 00:53:187.
    „Und ist das schnell?“ Fragte Osamu der zum ersten mal auf der Strecke war um sich Fahrer an zu schauen.
    „Der durchschnitt brauch ca. eine Minute genau.“ Erwiderte Makoto.
    „Nun ja, wir reden aber hier nicht vom durchschnitt.“ Sagte Osamu sehr fachlich.
    „Die Bestzeit war bisher dreiundfünfzig Sekunden und zweihundert dreiundfünfzig Millisekunden.“
    Das zauberte ein Lächeln auf Osamus Gesicht. „Gut, lassen sie mich mit dem Burschen ein paar Worte wechseln.“
    Makoto nickte und führte den Herren in die Boxengasse. Ryo stand schon dort in seiner Rennfahrermontur und zog gerade seinen Helm aus.
    „Ryo, das ist Osamu. Er scoutet hier nach Fahrern.“
    Ryo wollte seine Handschuhe ausziehen bevor er ihm die Hand gab. „Lass sie ruhig an, ich trage sonst auch Handschuhe.“
    Sie begrüßten sich.
    „Leihst du mir mal deinen Helm?“ Fragte Makoto. Ryo sah ihn etwas verwirrt an und runzelte die Stirn. „Ähm, klar. Warum?“ Fragte er und hielt ihm den Helm hin.
    „Jemand hat gerade meine Bestzeit geschlagen und das kann ich nicht auf mir sitzen lassen.“ Sagte er, als er den Helm nahm und zu einem der anderen RX-7 ging.
    Ein grinsen machte sich auf Ryos Gesicht breit. „Ich hab die neue Bestzeit?“ Rief er ihm hinter her und Makoto streckte den Daumen nach oben.
    „Und so wird der Lehrer vom Schüler geschlagen.“ Sagte Osamu. „Du hast wahrlich Talent, lass uns eine runde zusammen laufen und ich erzähle dir alles über die Details der Rennserie, das Reglement und so weiter.“
    Ryo nickte und ging mit ihm.

  • 9


    Gesponnenes Netz


    „Sie sind also unser erster Fahrer.“ Meinte Osamu und schüttelte Naoji die Hand.
    „Scheint so.“ Lächelte dieser und sie begrüßten sich.
    Sie standen in der Boxenhalle und Naoji musterte das Fahrzeug, welches mit einer Plane abgedeckt war. Lange Motorhaube, geschwungene Form, er fragte sich mit was sie die Rennen bestreiten würden.
    „Nun, da unser Fahrzeug bereits ihre Aufmerksamkeit erlangt hat.“ Osamu lief zu dem verhüllten Wagen. „Wollen wir es nicht länger verstecken.“ Er zog die Plane herab und enthüllte die majestätische Silhouette des Fahrzeugs. Naojis Augen funkelten als er den Wagen sah. Er war überwältigt, sprachlos. So viele Gedanken hatte er sich gemacht und jetzt wo er den Wagen musterte hatte sich für ihn alles zum guten gewandt.
    „Wow.“ Brach es aus ihm heraus und Osamu begann die Technischen Daten herunter zu rattern.
    „Ein 3,8 Liter V6 Motor mit optimierter Nockenwelle und variabler Ventilsteuerung der insgesamt 410PS produziert. Eine verbesserte Abgasanlage, 6-Gang Schaltgetriebe mit Lamellenkupplung, verbesserte Bremsanlage und natürlich ist der Wagen mit ABS ausgestattet. Wir haben dem Fahrzeug eine Diät verschrieben und ihn so leicht wie möglich gemacht, 1300kg um genau zu sein. Im Innenraum selbstverständlich mit Recaro Sitzen. Sicherlich ist ihnen auch schon der Überrollkäfig aufgefallen. Das Fahrwerk wurde angepasst und abgestimmt mit Bilstiein Dämpfern und verbesserten Federn, neuen Stabilisatoren vorn und hinten, sowie neue und leichtere RAYS Nismo Felgen. Darf ich vorstellen, unser Nissan 370z.“
    Jetzt hatte es Naoji endgültig die Sprache verschlagen, es war wie der feuchte Traum eines fünfzehnjährigen. „Und...“ Er schluchzte. „Und damit darf ich jetzt fahren?“
    Osamu öffnete die Fahrertür und holte einen Helm hervor. „Ich will sogar das sie damit fahren.“ Sagte er und lächelte. Jetzt war er aus seiner Schwärmerei erwacht und konnte es kaum erwarten die Rennstrecke zu pflügen. „Okay, ich brauch noch n Rennanzug.“ Sagte er und Osamu führte ihm zu einem Spind worin sich dieser befand. Nachdem er ihn angelegt hatte und sich den Helm geben lies ging er wieder zu dem Z. Die Front des Wagens war weiß, doch ab dem Ende der Motorhaube verlief die Farbe zu einem leuchtenden Orange welches von schwarzen, geschwungenen Streifen durchzogen war. Auf der Seite stand groß „Sakushi Racing“. Das war das Team für welches er fahren würde. Alles machte einen großartigen Eindruck und Osamu wirkte ebenfalls sehr professionell. Naoji stieg in den Wagen, die Sitze schmiegten sich an seinen Rücken und das Lenkrad fühlte sich griffig und wohlgeformt an. „Vielleicht haben wir einfach einmal Glück in unsrem Leben.“ Dachte er und startete den fauchenden V6 Motor.


    „Du hast den Koffer den Triaden geklaut?!“ Fluchte Ryo. „Oh mein Gott, ich muss mich setzen.“ Er lies sich auf das Bett neben Nara fallen und hielt sich die Hände vors Gesicht. „Warum? Warum um alles in der Welt macht man so was?“ Fragte er fassungslos.
    „Ich wollte da weg, ich hab gedacht da wäre Geld drin und ich könnte damit abhauen.“ Nara rechtfertigte sich und redete sich in Rage. „Du weißt nicht wie das ist! Wenn man nirgends hin kann, wenn man nichts hat!“
    Ryo nahm die Hände vom Gesicht und starrte die Decke an. „Wie bist du da überhaupt rein gerutscht?“ Fragte er ruhig um Naras Gemünd etwas ab zu kühlen.
    „Das ist ne lange Geschichte. Ich bin von zuhause weggelaufen weil ich es nicht mehr ausgehalten hab. Ich wollte nicht eines morgens aufwachen und feststellen das mein Dad meine Mom nun endgültig zu Tode geprügelt hatte und andererseits wusste ich, dass wenn sie ihn nicht umbringen würde, ich es vermutlich irgendwann getan hätte. Also bin ich weg gelaufen. Ich hatte nichts und nachdem ich mich wochenlang von Almosen und dem Müll anderer Leute ernährt hatte wollte ich...“ Sie Hielt kurz inne. „... Einfach auf die Straße gehen und meinem jämmerlichen Leben ein Ende setzen. Der Typ hat mich aber blöder weise nur angefahren. Ja, keine Ahnung. Ich bin im Krankenhaus aufgewacht und plötzlich fing dieser Kerl an sich um mich zu kümmern. Ich dachte er hätte einfach ein schlechtes Gewissen, aber er hat mich nur benutzt und ehe ich mich versehen konnte war ich abhängig von ihm.“
    „Fuck.“ Fluchte Ryo und sprang vom Bett auf. „Du hast ne Nummer von dem Typen? Und das ist der von dem du den Koffer hast?“
    Nara nickte. „Okay, ich ruf ihn an.“ Er dachte kurz nach, ob das so eine gute Idee war. „Ich ruf ihn an und sag ihm das wir den Koffer irgendwo deponieren, dann können sie ihn Abholen und wir sind fein raus.“
    „Denkst du wirklich das die uns einfach gehen lassen?“
    „Haben wir denn irgend eine andere Wahl? Soll ich etwa die Polizei rufen? Die schmeißen dich hundert pro in den Bau, wenn sie nicht sowieso korrupt sind. “ Warf Ryo ein. Nara schüttelte den Kopf und überreichte ihm ihr Handy.


    Kagura kniete auf dem nassen, steinigen Boden. Er wusste was jetzt passieren würde, doch er wusste auch, dass er versagt hatte und es nicht anders verdiente. Seine Hände waren hinter seinem Rücken gebunden, doch er konnte sich noch glücklich schätzen, dass er so lange ein treues Mitglied gewesen war, denn andererseits hätten sich seine ehemaligen Kollegen wohl etwas viel grausameres ausgedacht. Kyoya legte seinen Revolver an und zielte aus nächster Nähe auf Kaguras Hinterkopf. Er spannte mit dem Daumen den Hahn und machte somit die Waffe scharf. Kagura kannte das charakteristische Geräusch und wusste das es nun vorbei war. Er schloss die Augen und versuchte sich ein paar schöne Gedanken zu machen. Kyoya betätigte den Abzug seiner Smith & Wesson Mod.629. Die Kugel der 44er preschte durch die Schädeldecke wie ein heißes Messer durch Butter. Blut und Knochenfetzen klatschten auf den verregneten Boden und der leblose Körper sackte zusammen. Kyoya versetzte ihm einen tritt und stieß ihn in das Grab, welches er Kagura vorher hatte ausgraben lassen.
    „Zu machen.“ Befahl er seinen Handlangern kalt und lief zurück zur Straße wo er in die Limousine stieg.
    „Kagura hatte schon immer eine Schwäche für hilflose Frauen gehabt.“ Sagte er.
    „So hilflos war sie wohl nicht, wenn sie den Koffer stehlen und einen unserer Männer töten konnte.“ Erwiderte Ayato.
    „Sehr wohl.“ Sagte Kyoya und nickte demütig.
    „Gibt es schon eine Spur von dieser Hure?“
    „Meine Männer sind dran, ich glaube die größten Chancen haben wir über sein Handy.“ Sagte Kyoya.
    Ayato schnaufte wütend. „Findet sie, wenn hier jemand Menschen verschwinden lässt dann sind wir das.“
    Plötzlich klopfte es an der Scheibe und Kyoya lies diese herunter. „Was?!“ Fragte er gestresst.
    „Ein wichtiger Anruf für sie, auf Kaguras Handy.“
    Ayato sah Kyoya finster, mit gerunzelter Stirn an. Dieser nahm den Anruf entgegen und stellte das Handy auf Lautsprecher.
    „Wer ist da?“ Fragte er.
    „Niemand, wir haben etwas, das ihnen gehört.“
    „Ist das So?“
    „Ja, einen Koffer, wir werden ihn nächstes Wochenende im Industriegebiet bei der Bushaltestelle deponieren, wo sie ihn abholen können.“
    Kyoya zog die Augenbraue nach oben. „Und was wollt ihr dafür?“
    „Nichts, wir wollen damit nichts mehr zu tun haben.“
    Kyoya schmunzelte. „Wie wäre es wenn wir uns persönlich treffen, ich würde ihnen gern einen kleinen Finderlohn zukommen lassen.“
    „Der Koffer wird am Wochenende deponiert, ob sie ihn holen oder nicht.“
    Der Anrufer legte auf und Kyoya grinste. „Und so kommt der Knochen zum Hund.“
    „Lass die Haltestellen von jetzt an rund um die Uhr überwachen.“ Befahl Ayato.
    „Selbstverständlich.“ Bestätigte er. „Sollen wir sie auch gleich erledigen?“
    „Vorerst nicht, ich will wissen wer dieser Typ ist. Womöglich wurde diese Nara nur von jemandem benutzt.“
    „Sie denken da an die Yakuza?“ Warf Kyoya ein.
    „Wir haben sie schon mal von hier vertrieben und wir werden es wieder tun. Mit aller härte!“

  • Mit etwas verspätung, SRY!


    No. 10


    Ein guter Tag


    Kagami lenkte in die Kurve ein, sie stellte ihren Fuß quer, so dass sie mit der spitze das Bremspedal berühren konnte und der Wagen langsamer wurde. Mit dem linken Fuß trat sie die Kupplung und schaltete runter, dann gab sie mit der Ferse ihres rechten Fußes einen kleinen Gasstoß um die Drehzahl anzupassen. Naoji blickte vom Beifahrersitz mit großen Augen in den Fußraum.
    „Du hast dir Heel and Toe einfach mal so selbst beigebracht?“ Fragte er verblüfft.
    Kagami schielte verlegen zu ihm. „Jap.“ Meinte sie nur knapp und versuchte zu verbergen wie geschmeichelt sie sich fühlte.
    „Nicht schlecht.“ Sagte Naoji respektvoll.
    Sie waren auf dem Weg zu einem Restaurant, wo sie sich mit Osamu, Deisuke und dem neuen Fahrer treffen wollten, um die letzten Einzelheiten zu besprechen. Die Gegend hier sah aus wie neu, als wäre noch nie auch nur ein einziges Fahrzeug hier lang gefahren. Die Gehwege waren blitze blank und überall standen moderne Bungalows und kleine Villen. Meistens standen Porsche, Mercedes oder Audis in den Einfahrten. Kagami hielt den Wagen an, als sie bei dem Restaurant ankamen.
    „Hey, ist das nicht der Wagen der dich überholt hatte?“ Fragte Kagami als sie den schwarzen RX-7 auf dem Parkplatz sah. Plötzlich traf es Naoji wie ein Schlag und er stutzte. „R... Ryo?“. Er stieg aus, um sich zu vergewissern, doch es war eindeutig sein Wagen. Er wusste nicht ob er entsetzt sein sollte, oder sich freuen sollte, wenn er tatsächlich mit zu Team gehören würde.
    „Alles okay?“ Fragte Kagami und holte Naoji wieder in die Realität. „Lass uns rein gehen.“
    Sie betraten das Restaurant und wurden sofort von einem wohl gekleideten Kellner in Empfang genommen.
    „Wir sind mit Herr Osamu hier verabredet.“ Meinte Kagami.
    „Ah, die Gäste des Herren Osamu sind eingetroffen, bitte folgen sie mir zum Tisch.“ Sagte er und ging voraus. Er rückte ihnen die Stühle zurecht und sie setzten sich. Schon auf dem Weg zum Tisch hatte Naoji, Ryo erkannt. Er wollte etwas sagen, doch noch immer stutzte er. Osamu stand auf und begrüßte sie. „Nun da wären wir also, alle zusammen. Team Sakushi Racing. Nun Ryo, für sie, das ist Deisuke unser Mechaniker.“ Ryo nickte. „Ich weiß, wir haben uns schon mal getroffen.“
    „Ah, okay.“ Meinte Osamu etwas überrascht und fuhr fort. „Kagami wird Deisuke bei Reparaturen und so weiter zur Seite stehen und zu guter Letzt haben wir da noch Naoji, den anderen Fahrer.“
    Naoji wusste immer noch nicht wie er reagieren sollte, doch jetzt wo feststand dass sie für das selbe Team fahren würden wusste er, dass es der interne Konkurrenzkampf enorm werden würde.
    „Wie geht’s Naoji? Hab dich schon lange nicht mehr in meinem Rückspiegel gesehen.“ Sagte Ryo.
    „Oh, sie kennen sich auch bereits.“ Sagte Osamu überrascht. „Nun, dann können wir ja mit den Einzelheiten weiter machen.“


    „Fuck!“ Schrie Aiko und schlug mit geballter Faust auf die Armaturen ihres Wagens.
    „Beruhige dich!“ Sagte Mamoru. „Vielleicht ist sie es ja gar nicht.“
    Sie stiegen aus dem Wagen und liefen zu dem mit Markierungsband abgesperrten Bereich. Akio hielt ihre Polizeimarke, die sie immer um den Hals trug nach oben und wurde durchgewunken. Sie gingen vorsichtig in die Nähe des steinigen Flussbettes, wo man die Leiche gefunden hatte. Etliche Mediziner und Leute von der Spurensicherung waren bereits da und versuchten noch so kleine Hinweise zu finden. Die Leiche war mit einem Tuch bedeckt worden.
    „Ist sie's?“ Fragte Aiko den Mediziner der neben der Leiche kniete.
    „Kann ich jetzt noch nicht sagen. Sorry.“
    Sie kniete sich ebenfalls hin. „Darf ich mal?“ Fragte sie. Der Mediziner nickte und hob das Tuch kurz an. Verkohlte, vom Schmerz verzerrte schwarze Löcher, in denen sich einst Augen befanden, starrten Aiko an. Man konnte das verbrannte, gammelnde Fleisch riechen. Eine Frau, jung, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und verbrannt. Es würde zu einem Mafia Mord passen, doch etwas machte sie stutzig. Sie deckte die Leiche wieder zu und stand auf. Zusammen mit Mamoru ging sie wieder zum Wagen.
    „Und? Glaubst du sie ist es?“ Fragte er.
    „Ich weiß nicht, eine junge Frau, würde ja passen, aber sie hat ihre Zähne noch.“
    „Und ihre Finger.“ Warf Mamoru ein.
    „Normalerweise sind Mafia Leute schlau genug nichts übrig zu lassen womit man jemanden identifizieren könnte.“
    „Aber vielleicht wollen sie auch das wir wissen das sie entlarvt wurde.“ Meinte er.
    „Ich weiß es nicht, wir müssen abwarten, aber wir hören nicht auf nach ihr zu suchen.“ Sagte Aiko.


    Ryo schloss die Tür zu Naras Hotelzimmer auf. „Ich bin wieder da.“ Sagte er als er die Tür öffnete, doch er starrte nur in einen leeren Raum. Er runzelte die Stirn und sah sich um. „Nara?“
    Seine Verwirrung brach langsam aber sicher in Panik aus. Keine Nara, kein Koffer. Er eilte zur Badezimmertür.
    „Nara? Bist du im Bad?!“ Rief er, doch niemand antwortete ihm. Er riss die Tür auf und fand ebenfalls nichts vor. „Scheiße!“ Fluchte er und sprintete die Treppe herunter zum Empfang. Dabei hatte der Tag so gut angefangen, endlich konnte er einem halbwegs professionellem Rennteam beitreten und seinen Traum ausleben und jetzt das. Vielleicht hätte er doch nicht bei der Nummer anrufen sollen. Vielleicht haben sie Sie nur so gefunden. Was wenn er schuld war? Seine Gedanken überschlugen sich als er beim Empfangsschalter an kam.
    „Hey, haben sie eine Frau hier raus gehen sehen? Vielleicht war jemand bei ihr? Die mit der ich letztes mal gekommen bin.“
    „Sorry, ich hab keine Ahnung, dafür werd ich hier auch nicht bezahlt.“ Meinte das junge, Kaugummi kauende Ding und widmete sich wieder ihrer Nagelfeile.
    Wütend eilte er aus der Eingangshalle nach draußen. Die grelle Sonne schien ihm ins Gesicht und er hielt die Hand schützend nach oben. Ryo sah auf die andere Straßenseite und musterte die Personen die in den Kaffees saßen. Vielleicht musste sie einfach mal raus, vielleicht war gar nichts schlimmes passiert, doch er konnte sie nicht ausfindig machen. Er machte sie auf den Weg zu seinem Wagen und dachte nach. „Okay, wo könnte eine Frau, die die Mafia umlegen will, am helllichten Tag hin wollen?“ Gerade als er die Tür seines FDs öffnete hörte er jemanden rufen. „Ryo!“
    Er blickte die Straße runter und da sah er sie. Sie lief schnellen Schrittes zu ihm und winkte ihm mit dem Koffer zu. Er atmete erleichtert auf und sie fiel ihm in die Arme. „Ich bekomm noch einen Herzinfarkt wegen dir.“ Meinte er. Sie drückte sich an ihn und nuschelte. „Tut mir leid, ich hatte so Kopfschmerzen und musste unbedingt zur Apotheke.“ Ryo streifte ihr durch die Haare und sah ihr tief in die Augen. Schon wieder stellte er fest wie sein Herz raste. Und wie hatte er sich überhaupt benommen, dass er Wütend über das Mädchen am Empfang war, das alles sah ihm überhaupt nicht ähnlich. Sein ganzes Leben hatte er sich über die von Emotionen geleiteten taten seiner Mitmenschen gewundert und nie hatte er es verstanden. Er wusste, dass er anders war und fragte sich so oft, ob er überhaupt imstande war irgendetwas zu empfinden. Bis er eines Tages beinahe in einen Autounfall mit seinem Vater verwickelt worden wäre. Dieser Adrenalinschub lies sein Herz schneller schlagen und sein Blut elektrisierend durch seine Andern schießen. Und genau so, genau das empfand er als er Nara in die Augen sah.


    Mamuro ging zu Aikos Schreibtisch und legte ihr den Laborbericht auf den Tisch.
    „Sie ist es nicht.“
    Akio sah ihn erleichtert an. „Gott sei dank.“ Sagte sie und überflog den Bericht. „Darum soll sich jemand anderes kümmern.“
    Sie erhob sich von ihrem Schreibtisch und ging nach draußen, um eine zu rauchen. Vor drei Monaten, als Aiko ins Krankenhaus gerufen wurde, um mit ihr zu reden hatte sie sie das erste mal getroffen. Jemand hatte sie grün und blau geschlagen und sich an ihr vergangen, doch Aiko hätte niemals gedacht das es so große Kreise ziehen würde. Das diese Nara in direktem Kontakt zu den Mafia Leuten von den Triaden stand. Es war nicht schwer sie davon zu überzeugen es diesen Arschlöchern, die glauben sie könnten tun und lassen was sie wollten, heim zu zahlen. Doch jetzt hatte sie schon so lange nichts mehr von ihr gehört. Wenn sie sie erwischt hätten und dahinter gekommen wären, wäre das ihr Todesurteil und die ganze Operation würde gefährdet werden, wenn nicht sogar scheitern. Die ganze Arbeit, alles umsonst.
    Ihre einzige Hoffnung war Nara und der Koffer.

  • Ich genieße atkuell meine ereignislosen Arbeitsminuten, hab schon die ersten durch und muss sagen, liest sich sehr interessant, obwohl ich von KGn eigentlich wenig halte, also Daumen hoch! ;)


    // kleiner Edit: bin jetzt an der neusten angekommen :D einfach nur stark geschrieben!

  • Ich genieße atkuell meine ereignislosen Arbeitsminuten, hab schon die ersten durch und muss sagen, liest sich sehr interessant, obwohl ich von KGn eigentlich wenig halte, also Daumen hoch! ;)


    // kleiner Edit: bin jetzt an der neusten angekommen :D einfach nur stark geschrieben!


    Vielen Dank! Das freut mich!


    Wieder ein richtig guter Teil, schade dass es nur 14 Teile geben wird :/


    Kann man mit Prequel und Sequel storys rechnen 8o


    Danke! Mal schauen. Ich sag jedenfalls erst mal nicht nein :D


    Sehr schöne Geschichten :)


    Danke!


    Freut mich wirklich sehr das es euch so gut gefällt!