Mythos "Alltagstauglichkeit"

  • Laut Duden ist alltags-tauglich "sich [gut] für die alltägliche Verwendung eignend".


    Ich besitze neben dem Toyobaru einen Kombi und einen Kleinwagen. In 99% der Fälle gibt es für mich nichts, was ich nicht mit jedem dieser Autos machen könnte. (Sehr wohl aber gibt es Fälle, wofür ich das eine oder andere Auto aus unterschiedlichen Gründen klar bevorzuge.) Für nur 1% der Fälle gilt aber, dass sie nicht alltäglich sind. Im Umkehrschluss bedeutet es: Alle 3 Autos sind gleichermaßen alltags-tauglich für mich.


    Ansonsten - wie schon oft erwähnt - ist der Alltag der Menschen verschieden, somit was sie alltäglich tun und damit wiederum was (einschließlich Auto) dafür tauglich ist.

  • Der alltagstauglichste PKW überhaupt wird wohl der sein, den man über den Taxiruf vor die Türe gestellt bekommt. Der hat (richtige Bestellung vorausgesetzt) immer ausreichend Sitzplätze und Gepäckraum, der fährt auch wenn sämtliche Fahrgäste beschwipst sind, damit hat man absolut keine Parkplatzsorgen und die Betriebskosten sind sofort transparent.

    Genau so isses. Zum Einkauf bei IKEA kann man sich auch einen Transporter mieten. Um einmal im Jahr da einzukaufen brauche ich keinen Lastwagen. Ansonsten kann man vieles auch liefern lassen, z.B. Fernseher. Ist versicherungstechnisch auch besser.
    Realistisch betrachtet ist ein Wagen in einem Ballungsgebiet wirtschaftlich unsinnig, da ÖPNV, Fahrrad, Taxis und Car-Sharing "on-demand" vorhanden sind. In den Biergarten mit dem Auto? Einmal in 10 Jahren, die Alkoholfreie Plörre war ungenießbar.


    Da ich also schon unvernünftig bin, kann ich auch direkt alltagsuntauglich unvernünftig sein.

  • Wenn ich ein knochenhartes Rennauto im Alltag bewege, das auf unseren schlechten öffentlichen Straßen schon zu hart ist und ungewolltes Eigenleben entwickelt, dessen Verdeck im plötzlichen Regen wegen der 20 Druckknöpfe je nach Tagesform und Aussentemperatur rund 3 - 5 Minuten Montagezeit benötigt, aber trotzdem nie ganz dicht ist, dessen Semis bei Regen teilweise unbeherrschbar werden und auch auf trockener Bahn einige Kilometer Aufwärmung benötigen, dessen Lenkung so hart ist, dass es einem kräftig in die Hände schlägt, das nie im Leben in eine Waschstraße kann, ohne eine Taucherbrille mitzunehmen, das einen "Kofferraum" für das Bordwerkzeug und ein paar Handschuhe hat, kein Ablagefach, keinen Schminkspiegel an den nicht vorhandenen Sonnenblenden, keine Haltegriffe oder Kleiderhaken ....
    DANN ist das nicht alltagstauglich :thumbsup:


    Das kann man wohl uneingeschränkt so stehen lassen.



    Man, das klingt aber nach echt verdammt viel Spaß ... :D

  • Jup, geht mir genauso.
    Dennoch würde ich den GT86 als uneingeschränkt alltagstauglich bezeichnen, solange man ihn weitestgehend Serie lässt und nicht alltäglich mehr als eine Person oder sehr sperriges Gepäck mitnehmen muss.

    "There are a number of ways of increasing performance. (...) These items can all be modified by customers (...).
    Yet designing a low center of gravity body from scratch can only be achieved by the car's manufacturer. And that is what we have done."


    Hiromi Tamou
    Deputy General Manager, Subaru Engineering Division

  • Also mein Tantchen (erst 96) mag meinen GT86. Sie mag die Sitze, das Platzangebot für ihr Gerödel (AOK-Chopper faltbar passt ganz locker in den Kofferraum) und die Dynamik. Nur das Aussteigen geht nicht geschmeidig, da muss man etwas nachhelfen. Das Auto hat für mich nur einen wirklichen Nachteil: Ich muss zu oft zur Inspektion, weil ich das Lustfahren nicht lassen kann :D .


    Grüßle Fred

  • Der GT 86 ist für mich, in meiner Lebenssituation, ebenfalls alltagstauglich.


    - ich bin hauptsächlich allein oder zu zweit unterwegs, zur Not kann ich aber auch zwei Freunde einpacken, und an den nächsten See fahren
    - der Wagen lässt sich mit 2 Personen und ausreichend Gepäck beladen
    - Transport eines 26" Mountainbikes ist möglich
    - hochgeschraubt, auch Wacken-erprobt
    - der GT bringt mich überall dort hin, wo ich mit anderen Fahrzeugen auch hinkomme. Der Unterschied ist jedoch der Spaßfaktor und Liebe zum Detail!


    Für mich also ein eindeutiges JA.

  • Ich hatte vorher einen Opel Astra J mit 5 Türen.
    Der war wirklich für fast jede Situation geeignet. Mountainbike und Ski gingen rein und Fahrten zu 5. mit Gepäck waren natürlich kein Problem.
    Aber vor dem Kauf des BRZ habe ich mir überlegt wie oft solche Situationen wirklich vorgekommen sind und ob es da nicht auch Alternativen gegeben hätte.
    Nach einiger Überlegung war klar, dass das nur sehr selten vorkommt und der BRZ für mich völlig ausreicht.


    Habe es nie bereut. Bei gelegentlichen Mountainbiketouren fährt mein Kumpel, dafür fahre ich dann wenn wir was anderes machen. Mehrere Leute mitnehmen kommt auch sehr selten vor und dann fährt meine Freundin mit ihrem Fabia. Größere Gepäckstücke passen gut rein und sonst findet man auch immmer eine Möglichkeit.


    Das alltägliche kann ich also locker bewältigen mit dem Fahrzeug, sogar im Winter ist der Wagen ganz gut fahrbahr wenn es nicht unmengen Schnee hat.
    Und die wenigen Ausnahmen, die ein anderes Fahrzeug erfordern sind es für mich nicht wert ein anderes Auto zu fahren und auf jede Menge Fahrspaß zu verzichten.

    Michelin PSS 225/40, OZ Leggera HLT 8x18, KW V3 mit Stützlagern, ST Stabis, Perrin Pulley Kit+Kurbelwellenscheibe, Milltek AGA, Motiv Overpipe, Schroth Gurte, Mishimoto Ansaugung, K&N LuFi, HKS Duct, Valentis smoked, Innenraum Alcantara, Lederarmlehne, Clarion NX720E, Cusco Domstrebe und Motorstreben vorne, Laile Strebe hinten, TRD ASC, TRD DoorStabi, Grimmspeed Bremsstopper, Guerney Flap, Oil Catch Can, mehr...

  • Als ich mir den GT gekauft hab war ich Single. Zu der Zeit war das Auto für mich ausreichend alltaugstauglich. Bin mit den Wagen zur Arbeit gegondelt, war mit einer Freundin im Skiurlaub usw. Hab sogar mit umgeklappter Rücksitzbank diverse Möbel von Ikea geholt. Alles kein Problem...


    Jetzt bin ich Familienvater und da sieht die Sache schon ganz anders aus. Es geht schon los beim Thema Maxicosi. Wenn der Nachwuchs mitfährt klebt meine Freundin entweder an der Windschutzscheibe oder sie klemmt sich hinten die Beine ein. Ganz abgesehen davon, dass man sich bald den Rücken verrenkt bis man das Kind mal auf der Rücksitzbank angeschnallt hat. Hinter mir ist trotz meiner übersichtlichen 1,83m und sportlicher Sitzposition für einen Erwachsenen kein Platz mehr. Kinderwagen ist auch so ein Thema. Geht zwar mit Mühe und Not rein aber man muss die Räder abmachen und die Wanne auf die Rücksitzbank packen. Also mega umständlich und für mich im Alltag viel zu aufwändig und zeitraubend. Außerdem ist das Auto dann wirklich voll wenn der Kinderwagen mitfährt, da geht echt nix mehr rein.


    Mittlerweile fahre ich bestimmte Alltagsstrecken auch nur noch ungern mit dem GT. Durch die Tieferlegung ist der Bock so hart, dass ich auf holprigen Straßen eh nicht zügig fahren ohne dem Auto und meiner Bandscheibe Schaden oder hohen Verschleiß zuzufügen. Da bin ich mit meiner Familienkutsche je nach Strecke schneller und auf alle Fälle komfortabler unterwegs.


    Aus den genannten Gründen hab ich mir als Zweitwagen einen Avensis geholt. Damit klappt alles ohne Probleme. Der Kinderwagen kann ohne Demontage in 30 Sek verstaut werden. Im GT dauert es bestimmt 3 Minuten. Maxicosi ist ruck zuck drin. Wenn ich bei dem ganzen Vorgang 5 Minuten sparen kann, sind das Welten! Wer schonmal ein Kind mit 3-Montas-Koliken im Auto verstaut hat, der weiß wovon ich rede und wie gut es für das Nervenkostüm ist wenn es schnell geht ;)


    Mein Fazit: Als Single für mich mit Einschränkungen alltagstauglich, mit Familie definitiv nicht! Sicherlich kann man alles irgendwie unter großen Abstrichen hinnehmen und als alltagstauglich hinstellen aber ob es sinnvoll ist sei mal dahingestellt.
    Unterm Strich bin ich froh den GT nur noch als Spaßmobil nutzen zu müssen. Ist besser für den Wagen, meine Nerven und mein Portemonnaie :thumbup:

    [color=#999999]3,7Kg Schwungscheibe, K&N-Luftfilter, Mishimoto Ansaugschlauch, Eibach-Federn, Motec Nitro - 225 40 R18 Michelin Pilot Sport Cup 2, Mittelarmlehne, Scan Gauge 2, 3" Overpipe und ESD Mod 3.0 by Sperrdiff, HEL Ölkühler mit Mocal Thermostat (OFT Stage 1 Mapping in Planung)

    Einmal editiert, zuletzt von Daniel Düsentrieb ()

  • 3liter : Stimmt, das Kind ist bald aus dem Kinderwagen und Maxicosi raus. Aber selbst die Zeit ist mir zu lange. Hat mich schon nach 3 Tagen genervt ;)


    Ich muss aber fairerweise dazu sagen, dass ich die Entscheidung zum Zweitwagen nicht nur an der "bedingten" Alltagstauglichkeit fest gemacht hab. Ich wohne im Taunus und hier wird im Winter nicht gerade sparsam mit Salz umgegangen. Zukünftig werde ich den Wagen nur noch von 04 bis 10 fahren. Was ich da an Versicherung spare reicht locker für die olle Familienkutsche. Und wenn nun der GT als Schönwetterfahrzeug und ohne Alltagsbelastung wegen schlechten Straßen weniger verschleißt und nicht so viele spaßfreie Kilometer drauf bekommt, dann lohnt sich langfristig auch die Investition in den Zweitwagen rein monetär gesehen.


    Bezüglich der Alltagstauglichkeit hab ich noch einen Punkt. Stehe jeden Morgen im Berufsverkehr Berg auf im Stau. Mit leichter Schwungscheibe und Schalter wird das auf Dauer echt zur Tortur! Ab und zu geht das aber auf Dauer ist das echt stressig und für mich wieder ein Punkt gegen die Alltagstauglichkeit. Ist ja generell oft so, dass Tuning zu Gunsten der Leistung / des Spaßfaktors zu lasten der Alltagstauglichkeit gehen. Fängt bei Gewichtsoptimierung an und hört bei der AGA auf. Mein Kind will ich auch nicht Langstrecke auf die Rücksitzbank verfrachten wo der Auspuff nur so bollert. Der kleine bekommt ja einen Dachschaden :P

    [color=#999999]3,7Kg Schwungscheibe, K&N-Luftfilter, Mishimoto Ansaugschlauch, Eibach-Federn, Motec Nitro - 225 40 R18 Michelin Pilot Sport Cup 2, Mittelarmlehne, Scan Gauge 2, 3" Overpipe und ESD Mod 3.0 by Sperrdiff, HEL Ölkühler mit Mocal Thermostat (OFT Stage 1 Mapping in Planung)

  • Habe nur 6 Jahre hinter mir, aber ich weiss immernoch nicht wohin mit meinem Zeug. Einfach zuviele Optionen ... zuviel Platz

    Laif, ich weiß.... :P 8) ^^ ;)


    Ich soll Dir einen Gruß von Carmen bestellen... und ich weiß, wir haben da noch einen Besuch offen..... *grins*


    Gruß, Jörg

  • Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Subaru-Verkäufer über den BRZ.


    Ich - mit schon angezeigtem Interesse am BRZ: "Ich brauche ein alltagstaugliches Fahrzeug."
    Verkäufer - stirnrunzelnd: "Ok... was fahren Sie denn derzeit für ein Auto?"
    Ich: "Smart Roadster"
    Verkäufer: "Ok... na dann...


    Ich sehs auch so: jeder definiert Alltagstauglichkeit anders. Ich bin auch die meiste Zeit allein unterwegs; bis vor kurzem hin und wieder zu viert (=> damalige Freundin und ihre Kinder (2 und 5). Die haben gut reingepasst und sich wohl gefühlt; ich sowieso. Auch was ich so besorge, passt gut in den Wagen rein. Mit umgeklappter Rücksitzbank hab ich eine Barkombination bestehend aus Tisch (70 x 115) und zwei Stühlen reinbekommen - natürlich nicht aufgebaut. Der Wagen lässt sich für mein Verständnis angenehm und komfortabel genug fahren und bietet auch Leistungsreserven, damit ich kein Verkehrshindernis bin. Ist aber auch nicht so stark, dass man bei jedem Gasstoß aufpassen muss.


    Wenn ich allerdings den Smart Roadster betrachte:
    Ich behaupte mal: so wirklich alltagstauglich ist selbiger nicht. Kofferraum... tja. Vorne ist Platz für eine Kiste Bier; dann ist der Kofferraum voll. Hinten sollte man nichts Gefrorenes transportieren; dazu ist der Motor einfach zu nah. Das Dach ist ein dünnes Häutchen, das auch mal ein wenig Kälte durchlässt. Dank des empfindlichen Turbos und der damit verbundenen Warm- und Kaltlaufphasen ist der Wagen nicht besonders kurzstreckengeeignet. Dank der mehr als miesen Federung, die die Fahrbahnunebenheiten direkt an die Wirbelsäule weiterreicht, ist er allerdings auch nicht langstreckengeeignet. Ab ca. 140 / 150 km/h wird das Fahren einfach nur unangenehm, dadurch ist er nicht bzw. nur eingeschränkt autobahngeeignet. Kurze Ölwechselintervalle (10.000 km p.a.) und eine fehlende Ölablassschraube zwingen ihn oft in die Werkstatt. Wenn was dran ist, sind die ersten paar hundert Euro bereits verschwunden, bis sich der Mechaniker zum Ursprung des Übels vorgekämpft hat - dank des wartungsunfreundlichen Aufbaus. Die nicht-Mercedes-würdige Qualität zwingt oft zu dieser Erfahrung und so auch zu vielen außerplanmäßigen Stops.
    Entsprechend hab ich den Mechaniker vorgestern, als er mal wieder in der Werkstatt war (Schlüssel musste nach leerer Batterie neu angelernt werden), nach getaner Arbeit gefragt, wie es meinem Sorgenkind geht.


    Aber irgendwie mag ich die Kiste, und irgendwie macht sie auch Spaß. Ungefähr so viel wie der GT, aber auf andere Art und Weise. Und ich hab meine Angst vor den Unterhaltskosten meines ersten Ferraris verloren... 8)