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860

Meister

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21

Sonntag, 26. Oktober 2014, 10:33

Allgemein bin ich mir ein bisschen vorgekommen wie in einem Turbodiesel, bei dem der Drehzahlmesser falsch geht...


Das ist leider das Ergebnis einer durch Regulierung seitens der EU angepassten Motorsteuerung. Sämtiche Motorenhersteller, deren Motoren sich früher mit einer hervorragenden Drehfreude auszeichneten, sind genauso davon betroffen, wie Motorenhersteller, die früher schon Schlaftabletten produziert hatten. Wie sich die neuen Benzen fahren, kann ich mangels Erfahrung nicht beurteilen, aber Deinen Eindruck vom Benz hatte ich genauso bei Probefahrten mit aktuellen 1-er BMW und Alfa. Die den Motoren dieser Hersteller früher selbstverständlich innewohnende Drehfreude ist komplett zugunsten eines früh hoch liegenden Drehmoments verlorengegangen. Das nutzbare Drehzahlband ist schmaler geworden. Dadurch scheint es möglich zu sein, den Verbrauchsmesszyklus mit extrem niedigen Ergebnissen zu absolvieren. Dass diese im Zusammenspiel von moderner Technik und Testverfahren entwickelten Motoren ihren niedrigen Normverbrauch in der Realität nicht annähernd erreichen, interessiert dann kein Schwein. Ärgerlich ist dagegen, dass ein Toyobaru wegen seines vergleichsweise hohen Normverbrauchs, der im Alltagsgebrauch aber problemlos realisiert und sogar unterboten werden kann, steuerlich schlechter gestellt wird als KFZ, die zwar einen niedrigen Normverbrauch, aber in der Realität gleich hohen Verbrauch haben wie der nach Norm ach so "versoffene" Toyobaru.

Als ich neulich einen Mercedes LKW in der Werkstatt hatte, hab ich mir die Zeit im PKW-Showroom vertrieben. Deinen Eindruck von der Innenraumanmutung möcht ich etwas präzisieren. Auf den ersten Blick ansprechend, bei genauerer Betrachtung billig. In der aktuellen A-Klasse sind an ähnlichen Orten wie im Toyobaru Kunststoffe von ähnlicher Oberfläche und Qualität verarbeitet. Die dem Toyota von verschiedenen Testern vorgeworfene Minderqualität der Innenraummaterialien finde ich genauso im Benz. Von "Premium" ist das weit entfernt. Das war sogar mein verflossener Alfa 147 bezüglich Innenraummaterialien und haptischer Anmutung um Klassen hochwertiger.
Gruß aus dem Bergischen Land
Andreas

Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.

"Christian schnall Di o, weil jez foar i eana hi, dass's all die Lizenz abgebn." W. Röhrl in Arganil

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »860« (26. Oktober 2014, 10:46)


qmatic

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Sonntag, 26. Oktober 2014, 19:29

Wo werden denn die Drezahlbänder kleiner? Gerade das Drehmoment liegt heute teilweise von knapp über 1.000 rpm bis über knapp 4.000 rpm an. Und das auch schon bei R4 Motoren und nicht irgendwelche 5+ Zylinder Motoren. Wirkliche Hochdrehzahlmotoren gab es doch sowieso schon seit Jahren nur in den höherpreisigen Segmenten, wie jetzt auch. Mercedes ist da vielleicht nicht das beste Beispiel aber die M-Modelle kann man noch immer hoch drehen. Über echte Sportwagen wie Ferrari oder Porsche braucht man nicht viel sagen, die drehen bis 9.000 rpm.

Apoc991

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Sonntag, 26. Oktober 2014, 20:06

@860:
Ich seh das Thema Motoren relativ ähnlich wie Du. Grundsätzlich hätte mich diese drehmomentbetonte Auslegung im unteren Drehzahlbereich nicht so sehr gestört, wenn nicht das gefühlt extreme Turboloch vorhanden gewesen wäre. Durch das immens verzögerte Ansprechverhalten entsteht einfach für mich eine inakzeptable Verzögerung bis zum richtigen Beschleunigungsvorgang. Und bei 2.0l Hubraum und 211PS sollte der Turbo doch ein bisschen zügiger Druck aufbauen können als bei einem Diesel, zumindest bilde ich mir das ein.
Sonst bin ich in letzter Zeit einige Turbomotoren gefahren - Benziner und Diesel - und muss sagen, dass da durchaus ein paar ansprechende Kandidaten dabei waren in Sachen Drehwilligkeit und Ansprechverhalten. Positiv überrascht haben mich dabei der 1.0er EcoBoost (leider in einem viel zu schweren Auto) sowie der 18d Motor mit 2.0l. Beide waren in Sachen Ansprechverhalten und Drehfreude auf einem für mich guten Niveau.
Ich bin immer der Meinung, dass ein aufgeladener Motor hubraummäßig so groß dimensioniert sein sollte, dass er als Saugerkonfiguration das Auto vernünftig vorwärts bewegen kann. Ab dann kann man meiner Einschätzung - und teilweise auch Erfahrung nach - mit einem Lader über praxisnahes Spritsparen nachdenken. Bis dahin seh ich das ganze Thema Downsizing mehr als kritisch.
Wenn ich überlege, dass unser Avensis (T25) mit dem 1.8er Benziner zwischen 6.6 und 7.5 Liter zu bewegen ist und die meisten Passat mit dem 1.4TSI und 122PS die ich so kenne eher 8-9 Liter (fairerweise muss ich sagen, dass mein E90 318i auch ca. 8 Liter zieht) brauchen frag ich mich echt, wo hier der Vorteil sein soll. Die EU-Regel ist in meinen Augen einfach absurd und nicht sonderlich weitblickend.
Ein weiteres Problem ist, dass grad viele downgesizten Turbomotoren gern mal einen Laderdefekt haben - ganz besonders der 1.4er TSI. Für das Geld und die für das Austauschteil ausgestoßenen Emissionen kann ich wohl lang mit Mehrverbrauch fahren. Irgendwo wurd auch mal ausgerechnet, dass ein 30 Jahre alter Range Rover mit V8 und um die 20-25 Liter Verbrauch eines der umweltfreundlichsten Autos überhaupt ist... für mich nachvollziehbar.

Zum Innenraum möcht ich nur noch kurz etwas sagen: ich hab da keine sonderlich hohen Ansprüche. Je nach Auto (und dessen Verwendungszweck) sollten aber die entsprechenden Berührungspunkte auch zum Einsatzort passen und sich so anfühlen.
Grüße aus dem Sonnenwald

Apoc991


Toyota GT86 Pure (rot), Bastuck resonated Catback, OZ Ultraleggera 8x18" ET43 mit Michelin Pilot Sport 4 in 225/40, Enkei OEM 16" mit Michelin Alpin A5 in 205/55

860

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Sonntag, 26. Oktober 2014, 20:18

Wo werden denn die Drezahlbänder kleiner?


Konkretes Beispiel gefällig?

Alfa 16V TS Motor 2,0/155 PS: Ähnliche Charakteristik wie Toyobaru, verwertbare Leistung von 1200 - 7000.
Alfa 1,4 TB 170 PS: verwertbare Leistung von 1200 - 5500, der Motor kann zwar noch höher bis etwa 6500 drehen, aber mit fallender oder bestenfalls stagnierender Leistungsabgabe.

BMW 120i Vierzylinder 2,0/170 PS dreht bis 7000
BMW 118i Vierzylinder 1,6 Turbo/170 PS, ähnelt dem Alfa 1,4 TB

Meine Aussagen zu den damit einhergehenden Verbräuchen kann auch belegt werden. Während ein 118i 170 PS bei Spritmonitor mit minimal 6,04 und im Durchschnitt mit 7,4 L/100km gelistet ist, wird der GT86 mit minimal 6,52 und im Durchschnitt mit 8,5 L/100km geführt. Der real bewegte BMW übertrifft den angegebenen und steuerrelevanten Normverbrauch von 5,9 L/100km in allen Fällen und im Durchschnitt um 25,4%. Der GT86 dagegen wird in der Realität in Einzelfällen sogar unter dem Normverbrauch von 7,8 L/100km bewegt und braucht im Durchschnitt nur 8,9% mehr Kraftstoff als die Verbrauchsangabe verspricht.
Gruß aus dem Bergischen Land
Andreas

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