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chireb

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Mittwoch, 10. Mai 2017, 13:01

Wir haben heute wieder einen Motor zerlegt.
Er sieht so aus wie fast alle Motoren, die wir nach einem Defekt geöffnet haben incl. meinem Rennmotor.
Immer dasselbe Bild, dieser wurde knapp vor dem Pleuelabriss ausgeschaltet.
So sieht das dann aus:
"Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit, die Lehrfreiheit, die Versammlungsfreiheit, die Vereinigungsfreiheit, das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis, das Eigentum oder das Asylrecht zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte...." Art 18 GG

bewusst

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62

Mittwoch, 10. Mai 2017, 13:13

Hallo,
hast du eine Vermutung woran das liegen könnte?
LG

860

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63

Mittwoch, 10. Mai 2017, 13:53

Pleuellagerschaden an Zylinder 1? Alle anderen Lager OK?
Gruß aus dem Bergischen Land
Andreas

Wenn in meiner persönlichen Beziehung zum GT überhaupt ein Mangel besteht, dann ist es ein Mangel an Fahrkunst, Mut und Unvernunft, der allein dem Fahrer anzulasten ist.

"Christian schnall Di o, weil jez foar i eana hi, dass's all die Lizenz abgebn." W. Röhrl in Arganil

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Mittwoch, 10. Mai 2017, 14:40

meistens liegt es an diversen Tuningversuchen.... (Versuch macht klug)
:whistling: Man ist entweder Teil der Lösung oder Teil des Problems (M.Gorbatschow)

chireb

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65

Mittwoch, 10. Mai 2017, 16:40

In den meisten Fällen handelte es sich um ganz normale Serienmotoren, die den Lagerschaden auf Zylinder 1 hatten. In diesem Jahr waren es 4 Stück, Quote 100% aller Schäden.
Der Schaden beginnt offensichtlich (fast) immer mit Pleullager 1.
Sobald dieses Lager angefressen ist, sinkt der Öldruck und Lager 2 beginnt, sich ebenfalls aufzulösen. Gleichzeitig Hauptlager 1 und direkt danach Hauptlager 2.
Man sieht es genau an den Spuren der Lagerschalen. 3 und 4 sind dann noch relativ unversehrt, sowohl Pleuel- als auch Hauptlager.
Man sieht am Pleuelfuß 1, dass dieses sich schon kräftig verkantet hat. Mit viel Glück ist es noch nicht gerissen, wäre aber nur eine Sache von 1 bis 2 Sekunden gewesen, je nach Drehzahl.
Dieser Motor hatte knapp 120tkm runter. Kolben und Laufbuchsen sind in erstklassigem Zustand und bewegen sich im Einbaumaß. Die würden grob geschätzt problemlos 300tkm und auch mehr schaffen.

Wir werden aus diesem Motor jetzt einen neuen machen und einige kleine Verbesserungen in der Ölversorgung sofort mit einbauen.
Das machen wir ab sofort standardmäßig bei allen Motoren, die wir bauen, ob Serien-AT- oder Rennmotor.

Wir hoffen, damit dieses Ölvesorgungsproblem abstellen zu können.
"Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit, die Lehrfreiheit, die Versammlungsfreiheit, die Vereinigungsfreiheit, das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis, das Eigentum oder das Asylrecht zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte...." Art 18 GG

nomatter

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Mittwoch, 10. Mai 2017, 17:49

Danke.

Welches Öl war in den Motoren, dh, wie viele Schäden fuhren mit 0W20?

bewusst

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67

Mittwoch, 10. Mai 2017, 18:11

Hallo,

könnte es an der Hitze liegen die vom Krümmer Ausgang zur Overpipe kommt, in diesem Bereich ist
doch die Hitze sehr groß?
Da könnte über längere Zeit das Öl etwas verkorksen wodurch wieder das Öl in den feinen Ölgängen gar nicht oder schleppend
voran kommt.

Fand aber eine Zeichnung wo erkennbar ist, dass der Zylinder1 nicht bei der Batterie also im Bereich Krümmer/Overpipe liegt
sondern auf der Beifahrerseite vorne beim Kühler.
Zylinder3 ist in diesem Bereich.

@Chrieb:
Weißt du welche Softwareversion die Autos mit den Motorschaden hatten?

Danke,
LG

TRS

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Mittwoch, 10. Mai 2017, 18:43

Zylinder werden üblicherweise von der Riemenseite abwärts gezählt. Damit hast du qasi schon selbst geantwortet. Weiterhin halte ich es für mehr als gewagt anzunehmen das die Ölversorgung in der Kurbelwelle (also das am weitest innen liegende Bauteil überhaupt) von der Hitze des außen verlaufenden Auspuff beinflusst wird. Gänge es um einen Schaden der Laufbuchse wäre das je nach Motor noch entfernt denkbar. Hier würde ich das ausschließen.

@chireb: Bei wie vielen eurer Lagerschaden bei denen es zum Abriss des Pleuel kam ist denn auch der Kolbenbolzen rausgerissen worden? Noch eine Frage: Waren die Ölkanäle in den KWs in Ordnung? (=Dicht)

Ansonsten sieht das schon ernsthaft nach einem Serien-Problem aus...

PS: Noch was zum zuvor angeschnittenen "Abblasen": Alles soweit richtig erklärt, allerdings würde ich gern einen kleinen Hinweis hinzufügen. Auch wenn die Begriff eher im "Tuning" Bereich benutzt werden ist es dennoch wichtig zu wissen das es sich (mit 99.99% Wahrscheinlichkeit) bei dem Turbo von dem hier gesprochen wird nicht um ein BlowOff handelt. Beim Kompressor dagegen ist das so korrekt. Turbolader haben, zumindest wenn sie wie heute üblich per Wastegate geregelt werden, ein PopOff. (Eigentlich im OEM Bereich und in D ein SUV da ein PopOff eigentlich nicht zulässig ist) BlowOff ist wie der Name schon sagt ein dauerhaftes abblasen um überflüssigen Druck los zu werden. Diese Art der rein Frischluftseitigen Regelung ist beim Turbo heute nahezu völlig ausgestorben. Macht auch wenig Sinn, da sie den großen Vorteil des Turbo gegenüber dem Kompressor, nämlich die weit höhere Energieeffizienz, komplett in Luft aufgehen lässt. (Wortspiel beabsichtigt... ;) )

Eh wieder jemand schimpft: SUV - SchubUmluftVentil aka Rezirkulationsventil
D - Deutschland ;)
OEM - Original (kurz und knapp)

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »TRS« (10. Mai 2017, 19:30)


Moerserlex

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Mittwoch, 10. Mai 2017, 19:03

Kann es sein dass der Motor mit heißem Öl und Standgasdrehzahl zu wenig Öldruck aufbaut? Wenn man dann Stop and Go fährt, wo auch hin und wieder die Drehzahl beim einkuppeln auf sagen wir mal 700 fällt, ist ja quasi gar kein Druck mehr da, so dass die Lagerschale reibt.
Wenn man das nun öfter hat...
Bei mir ist das Standgas um 50 Umdrehungen erhöht, und trotzdem halte ich in solchen Fällen (Öltemperatur hoch, abruptes Stehenbleiben) etwas Gas, damit ich bei ca 1000 Umdrehungen etwas mehr Öldruck und Zirkulation halte.

chireb

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Mittwoch, 10. Mai 2017, 19:16

Wir habe nichts festgestellt, das auf Ölsorte, Temperaturen oder sonst etwas hindeutet.
Es gibt keine gemeinsamen Nenner.
Bei meinem Motor war die Leerlaufdrehzahl auf 1000U angehoben, da hatte ich auch immer reichlich Öldruck, auch bei 120 Grad.
Das Problem sehen wir in einem anderen Bereich, konstruktiv bedingt. Erst mal versuchen und testen, wie immer. Dann wissen wir mehr.
Der Hersteller ist hier aber eher gefragt. Blöd: der will Motoren verkaufen :whistling:
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TRS

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Mittwoch, 10. Mai 2017, 19:25

@chireb: Weiß nicht ob du es gelesen hast. Vllt habt ihr das auch schon längst gemacht. Trotzdem nochmal weil ich es für wichtig halte: Bitte schaut euch die Ölbohrungen an ob die Dicht sind bzw nur dort Öl raus kommt wo es gewollt ist. Ich habe da einschlägige Erfahrungen mit einem Bauteil eines anderen großen OEM bei dem genau das das Problem war (aber an einem Anderen Bauteil, keine KW) und zu zahlreichen eingelaufenen Nockenwellen bzw komplett zerlegten Köpfen geführt hat. Natürlich kein Serein-Problem....

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »TRS« (10. Mai 2017, 19:34)


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katty262 (11.05.2017)

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Donnerstag, 11. Mai 2017, 16:23

Lagerschaden auf Zylinder 1.
Wie hängst du eigentlich den Motor an den Kran?
tstststs, dafür gibt es spezielle Punkte, kann schnell etwas kaputt gehen.


Aber im Reperaturhandbuch steht das man genau an dieser Stelle einen Haken einschraubt und den Motor daran rausheben soll?

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katty262 (11.05.2017), Bom (11.05.2017)

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Donnerstag, 11. Mai 2017, 16:47

alles richtig gemacht....
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chireb

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Dienstag, 18. Juli 2017, 09:18

Wir hatten jetzt endlich die Zeit, damit anzufangen, diesen Motor zu zerlegen.
Von außen zeigte er ja genau das Bild, das wir schon öfter gesehen haben incl. bei meinem Motor.
In diesem ist die Zerstörung jedoch noch viel massiver.
Nachdem der rechte Ventildeckel entfernt worden war, fielen uns schon die Rollenschlepphebel der Einlassventile von Zylinder 1 entgegen.
Ein Zeichen dafür, dass der Kolben mit großer Gewalt auf die Einlassventile geschlagen hat. Genau so sah es dann auch aus, als der Zylinderkopf runter war.
Die Einlassventile sind krummgeschlagen, der Kolbenboden gespalten! und Brocken aus dem Feuersteg herausgebrochen. Dazu hat sich der Kolben auch noch gedreht und auch der Brennraum des Zylinderkopfes hat etwas abbekommen.
Die weiteren Schäden werden sich zeigen, möglicherweise ist die Nockenwelle krumm und das Nockenwellengehäuse durch die Belastung beschädigt. Das vermessen wir noch.
Sehr auffällig ein Fehler, der beim Zusammenbau des Motors verursacht wurde: An einer Stelle wurde erheblich zu viel Dichtmasse auf die Kopfdichtung aufgetragen, so dass der Rücklaufkanal neben Zyl. 1 von der Dichtmasse halb geschlossen war! Ein böser Fehler, der beim Fahren mit hohen Drehzahlen dazu führen kann, dass der Kopf zu voll mit Öl ist, weil es nicht schnell genug abfließen kann. Zum Glück ist das nicht der einzige Rücklaufkanal.
Auch auffällig: die extrem starke Ablagerung mit Ölkohle im Bereich der Auslassventile. Bei der angegebenen Laufleistung haben so viel noch nicht gesehen. Die Ursache dafür finden wir wohl noch.
Mal sehen, was die Vermessung der Kolben bringt und ob es weitere Überraschungen gibt, wenn wir den Block zerlegen.



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Sgt.Seg (18.07.2017)

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Dienstag, 18. Juli 2017, 12:36

nen gespaltenen Kolben hab ich auch noch nicht gesehen.. puh

Ölkanal zumachen mit Dichtmasse ist natürlich idiotisch .. passiert aber öfter als man denkt...

stevo

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Dienstag, 18. Juli 2017, 13:17

Sieht schon brutal aus.
Sah schon mit dem Loch im Motor böse aus...
ich bin gespannt wenn Du meinen öffnest wie er von innen aussieht...

AnPe

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Mittwoch, 19. Juli 2017, 05:19

Hmmm...
ich lese hier die ganze Zeit 1. Zylinder...
Noch ( ?( ) ohne Schaden, frage ich mich, ob der Fehlercode P0351 (Ignition Coil "A" Prinary/Secendary Circut) den ich Sonntag zum zweiten Mal in 4 Jahren gehabt habe (nach je ca 30 Minuten Volllast) nicht auch in die gleiche Bresche schlägt - dass es da am Zylinder 1 zu heiß wird...

chireb

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Mittwoch, 19. Juli 2017, 07:45

Die Zündspule verursacht nicht den Lagerschaden. Die wird nur zu heiß und irgenwann will sie nicht mehr.
Wir haben für beide Probleme jetzt eine Lösung gefunden, die das hoffentlich abstellt.
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Mittwoch, 19. Juli 2017, 12:02

Könnte evtl ein frühzeitiger oder gar regelmäßiger Wechsel der Pleuellager zu evtl besseren Lagern solch einen Schaden verhindern? Ich denke da jetzt mal so an die ganzen BMW M-Modelle, welche gerne mal alle 60tkm neue Pleuellager brauchen.
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Mittwoch, 19. Juli 2017, 12:48

Über den präventiven Wechsel der Pleuellager hab ich ehrlich gesagt auch schonmal nachgedacht.

Aber der Aufwand!?!

Bei nem Reihensechser muss meisst nicht mal der Motor ausgebaut werden, "nur" Ölwanne und was davor ist abschrauben.

Wenn ich nicht völlig falsch liege, müssen bei unseren Boxern die Blockhälften getrennt werden, ergo der Motor KOMPLETT zerlegt und neu aufgebaut werden.
Das ist schon etwas Arbeit :whistling:

MFG Carsten
Gwehrfahrdeblom Sachsenring 10/11/12/13/14/16
denn geradeaus kann jeder :D


Es geht nicht darum, wie schnell ein Auto ist, sondern WIE ein Auto schnell ist.
( überliefert von T. Schrick)

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