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Fight

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Montag, 13. November 2017, 18:10

At All Costs - User Kurzgeschichte

Hi,

ich
schreibe in meiner Freizeit hin und wieder Geschichten bzw.
Kurzgeschichten. Im Sommer habe ich dann mal angefangen etwas mit
Autos zu schreiben, weil Autos halt cool sind, aber irgendwann ist
jede Geschichte halt auch zu ende und nachdem ich sie vor ein paar
Tagen fertig geschrieben hatte, kam mir der Gedanke sie auch hier zu
veröffentlichen. Ansonsten haben bisher nur Freunde und Bekannte sie
vorgesetzt bekommen.
Es wird sicher einige an Initial D oder The
Fast And The Furious erinnern. Ein paar Sachen sind sicher etwas bei
den Haaren herbei gezogen, einfach aufgrund dessen das es nur ein
Hobby ist und ich nicht immer ewig recherchieren wollte. Nehmt mir
das also bitte nicht übel :D
Jeh nachdem wie das hier ankommt
werde ich immer Montags einen Teil hier posten.
Ich hoffe
natürlich das es euch gefällt.
Konstruktive Kritik ist immer
willkommen!
Part 1:

At All Costs


Downhill


Naoji öffnete die Haustür und trat
nach draußen. Eine frische, nächtliche Sommerbrise empfing ihn. Er
atmete tief ein und blickte auf die andere Straßenseite. Dort stand
er, sein Nissan Silvia S15 Spec R. Man brauchte nicht lange, um fest
zu stellen das es kein gewöhnlicher S15 war, denn der große
Heckspoiler, der Diffusor und der schnittige Frontspiltter sprachen
eine ganz eigene Sprache. Es war unschwer zu erkennen das der Wagen
nicht mehr Serienmäßig war, doch das was man nicht sehen konnte,
dass was still und leise unter der Carbonmotorhaube schlummerte, war
das eigentlich faszinierende und zu gleich furchterregende.

„Heute ist es also soweit, mal sehen
ob du diesmal davon kommst.“ Dachte Naoji. Er lief über die Straße
und stieg in den Wagen. Als er den Zündschlüssel umdrehte erwachte
die Bestie mit einem tiefen schnaufen.



Kagami schloss die Tür ihres
Fahrschulautos.

„So, dann ist das also deine letzte
Stunde vor der Prüfung?“ Fragte Jiro.

„Genau.“Antwortete sie knapp und
startete den Motor.

„Okay, dann fahren wir auch schon
los.“ Meinte Jiro etwas überrumpelt. „Wir fahren heute ne kleine
Runde über die Berge.“

„Ja.“ Antwortete sie wieder kurz.
„Ist sonst alles okay bei dir?“
Fragte er nach, da sie offensichtlich nicht gut drauf war.

„Ach naja, es ist so öde hier auf
dem Land.“

Jiro lachte. „Achso, na wenn es nur
das ist. Was ist denn mit deinen freunden? Du hast doch sicher viele
aus der Schule?“

„Ja klar, aber die meisten sind doch
irgendwie öde, niemand sucht nach Abenteuern. Also, verstehen sie
mich nicht falsch, ich mag meine Freunde, aber manchmal wünsche ich
mir einfach aus diesem öden Alltag aus zu brechen.“ Erzählte sie.



Naoji kam bei dem großen Parkplatz in
den Hügeln an, die Gegend hier, außerhalb der Stadt führte zum
Berg Ishi. Fast jeder verkehr der in die Stadt wollte musste hier
lang, also gab es etliche Strecken und Pässe die Nachts wie
ausgestorben erschienen. Ryo stand schon auf dem Parkplatz neben
seinem schwarzen RX-7 FD. Naoji hielt neben ihm an und stieg aus, er
lief zu ihm rüber, doch er starrte vertieft ins Tal hinunter.
Überall waren lichter aus der Stadt zu sehen, wie ein kleiner
Sternenhimmel. So weit abgelegen war kaum ein Geräusch zu hören,
nur das sanfte Rauschen der Blätter im Wind.

„Du fährst zuerst runter und ich
folge dir.“ Ryo unterbrach die magische stille.

Naoji war überrascht, er war fest
davon ausgegangen das Ryo als erster starten will, so wie er es sonst
meistens tat. Es schien ihm zu gefallen die Lichter seines Verfolgers
im Nacken zu haben und sie letztendlich doch verschwinden zu sehen.

Ryo lief zu seinem Wagen und stieg ein.
Naoji tat es ihm gleich. „Wie auch immer du willst, diesmal werde
ich dich schlagen“ Dachte er und fuhr langsam vom Parkplatz. Mit
normaler Geschwindigkeit fuhren sie die Straße herab bis zur ersten
Kurve, ab hier würde das Rennen beginnen.



„Fahr hier den Pass hoch.“ Sagte
Jiro. Kagami setzte den Blinker und bog auf die Landstraße ab.

„Naja, wenn du bald deinen
Führerschein hast kannst du ja ab und zu in die Großstadt fahren,
vielleicht ist es da nicht so langweilig.“

Kagami runzelte die Stirn und zog eine
Augenbraue hoch. „Ich glaube das ist nicht die Art von Abenteuer
die ich suche.“

„Naja, wie willst du das wissen ohne
es mal ausprobiert zu haben?“

„Da haben sie wohl auch wieder recht,
vielleicht geh ich auch ins Ausland nach der Schule.“

„Und wie kommst du dann zum
Flughafen?“ Fragte Jiro lächelnd.

Kagami rollte die Augen. „Mit dem
Auto.“ Sie gab ihm die Antwort die er haben wollte.

„Genau, also streng dich gut an bei
der Prüfung.“

„Ist ja nicht so, als könnte ich
nicht auch mit dem Zug fahren. Die Prüfung ist sowieso überflüssig.“

Jiro lachte. „Du wirst bestimmt noch
viel lernen selbst nachdem die Prüfung vorbei ist“ Meinte er und
öffnete das Fenster, um die frische, kühlende Luft zu genießen.

„Ja, aber Fahren kann ich doch
sowieso schon. Ist ja auch nicht so schwer. Immer brav blinken und
sich an die Geschwindigkeit halten.“

Plötzlich war ein Hallendes Knallen zu
hören, nur ganz kurz, ein, zwei mal.

„Was war das denn?“ Fragte Kagami.


Naojis Herz raste, vermutlich genau so
schnell, wie sie diesen Hügel herunter preschten. Wie an Silvester
knallten ein paar Fehlzündungen ins Tal. Er schaffte es in den
Kurven immer etwas Abstand zu Ryo zu gewinnen, doch auf den Graden,
wenn der Turbolader des RX-7s sein volles Potential entfaltete, war
er nicht zu stoppen. Er war hoch konzentriert und doch fragte er sich
warum Ryo nicht zuerst gefahren war.



„Du hast also dein Fahrwerk neu
abgestimmt, deswegen kommt der Wagen so gut um die Kurven“

Dachte Ryo und analysierte den Fahrstil
seines Gegners. Obwohl sie mit einer Halsbrecherischen
Geschwindigkeit über den Asphalt jagten war er völlig ruhig und
konzentriert.



Naoji schoss durch die engen Kurven,
ständig war er am Schalten, um die Drehzahl möglichst hoch zu
halten, doch er hasste den Downhill. Er fürchtete sich davor, er
fürchtete sich den richtigen Zeitpunkt zum Bremsen zu verpassen und
alles kam ihm viel schneller und unkontrollierter vor als beim
Uphill. Er musste es doch nur schaffen nicht überholt zu werden und
könnte ihn dann beim Uphill schlagen. Er lenkte in die langgezogene
Kurve ein um sie zu schneiden und stieg aufs Gaspedal.

„Noch ein paar Kurven mehr! Diesmal
kriegst du mich nicht“ Dachte er und erhaschte einen Blick in den
Rückspiegel. Licht! So hell das es den Innenraum seines S15
erleuchtete, das konnte nicht sein, er richtete seinen Blick wieder
auf die Straße. In der langgezogenen Kurve kam ihm ein Auto
entgegen, er erschrak sich, riss weit die Augen auf und trat
reflexartig auf die Bremse. Das Heck des Wagens brach schlagartig
aus, blitzschnell lenkte er ein und Driftete immer näher an die
Leitplanke.

„Jetzt!“ Dachte Ryo, schaltete
runter und gab Vollgas. Es kam ihm vor wie in Zeitlupe als er genau
zwischen dem Quer driftendem S15 und dem anderen Wagen in der Kurve
hindurch jagte. Höchstens ein Blatt Papier hätte noch zwischen die
Seitenspiegel gepasst. Naoji sah Ryo vorbei schnellen. „Wie?
Unmöglich in der Kurve genug Grip zu haben!“ Dachte er und zeigte
die Zähne als er spürte wie die Rücklichter seines Wagens die
Leitplanke berührten und er etwas an ihr entlang schliff. Er stand
auf der Bremse und hatte voll eingelenkt, als die Hinterräder dann
plötzlich Grip bekamen riss es ihn wieder in die andere Richtung,
doch er war darauf gefasst und fing den Wagen wieder ein.

„Fuck!“ Platze es wütend aus ihm
heraus und er fuhr mit mäßigem Tempo den Rest der Strecke hinunter.
Das Rennen war für ihn gelaufen.

Ryo peitschte noch immer durch die
Nacht und gab dem RX-7 die Sporen.

„So spät in der Nacht ist es noch
nicht, mit Gegenverkehr hättest du rechnen müssen.“ Dachte er
sich. Da war es wieder, ein Gefühl, etwas das ihm klar machte noch
am leben zu sein. Er wusste nicht ob es Angst war, aber für einen
Sekundenbruchteil war er im Stande etwas zu Fühlen und zu wissen das
er lebendig ist.



Jiro hatte den Wagen angehalten und den
Warnblinker betätigt. „Ist alles in Ordnung?“ Fragte er
aufgeregt. „Diese verdammten Idioten, das hier ist doch keine
Rennstrecke!“ Brüllte er.

„Man, das war knapp.“ Sagte Kagami.
„Ich glaub mir geht’s gut.“

„Die haben nicht mal angehalten!“
Beschwerte sich Jiro, der völlig außer sich vor Wut war.

„Komm lass uns zurück fahren, die
Stunde ist für Heute vorbei.“ Meinte er und regte sich ab.

Die ganze Fahrt über verarbeitete
Kagami das Erlebte. Drei Autos waren da, auf einer zweispurigen
Strecke, alles ging so schnell. „Wie hat es der eine geschafft beim
Ausweichen keinen Unfall zu bauen? Und wie Hat der schwarze Wagen
abschätzen können das er genau durch die Lücke passt?“ Diese
Fragen und wie jemand sein Auto so beherrschen konnte beschäftigten
sie noch, als sie Zuhause schon im Bett lag. Für einen kurzen Moment
hatte sie gedacht womöglich zu sterben, doch diese ganze Aufregung,
diese wahnsinnige Geschwindigkeit, ließen sie nicht mehr los.


Der
schwarze Wagen



Ein schriller, unnachgiebiger Ton
weckte Kagami. Sie hatte die halbe Nacht damit verbracht die
Situation des beinahe Unfalls zu verarbeiten und daher wenig Schlaf
bekommen. Ächzend öffnete sie die Augen und schlug nach dem Wecker.
Er verstummte für ein Paar Minuten, doch aufstehen musste sie
Ohnehin.

Nachdem sie sich aus dem Bett gequält
und fertig gemacht hatte ging sie zum Bus, welcher sie, wie die
anderen Schüler, zur Schule beförderte. Die Musik in ihren
Kopfhörern übertönte das geplaudere und das lästern der anderen.
Der Bus war so voll, dass sie keinen Sitzplatz bekam und sich an
einer Stange festhalten musste. Es war ein ziemliches Gedränge und
sie wurde plötzlich von hinten angerempelt, als der Bus kurz
abbremste. Grade als sie sich umdrehte, ihren Kopfhörer heraus nahm
und sich beschweren wollte bemerkte sie, wie die zwei Jungs hinter
ihr eine Zeitschrift durchblätterten. Die Überschrift über dem
großen Bild titelte imposant und in großen Buchstaben „Nissan!“.
Das war der Wagen von gestern Nacht, es bestand kaum ein zweifel.
Natürlich, es war dunkel und ging alles sehr schnell, doch der S
förmige Blitz auf der Motorhaube war unverkennbar.

„Wie heißt der Wagen?“ Fragte sie
aufgeregt und deutete auf das Bild.

Die Jungs sahen sie erstaunt an, auch
sie war von ihrer Art überrascht, normalerweise war sie nicht so
direkt.

„Ähm, das ist ein Nissan Silvia.“
Sagte der eine. „Ein S15, um genau zu sein.“ Ergänzte der andere
und lächelte besserwisserisch.

„Ok, wisst ihr wer so einen fährt?“
Fragte Kagami neugierig.

Die Beiden lachten.

„Also ich kann mir keinen Leisten.“
Der Bus erreichte die Schule und die
Türen öffneten sich.

„Okay, danke ihr habt mir trotzdem
geholfen.“ Sagte sie und verschwand in der Menschenmenge die aus
dem Bus strömte.

„Oh Gott, ich hab mich verliebt! Hab
ich Nasenbluten?“ Fragte der eine seinen Kumpel und lachte.



„Dem hast du's ordentlich gegeben.“
Sagte Deisuke, als er sich das Kaputte Rücklicht an Naojis Wagen
anguckte. Dieser lehnte schlecht gelaunt an der Wand und kaute auf
einem Zahnstocher herum. Er trug seine graue, verwaschene Jeans und
ein weißes T-Shirt. Die Sachen hatte er meistens an, wenn irgendwas
am Auto zu machen war. Seine dunkle, karierte Jacke hatte er sich
über die Schulter geworfen. Er verschränkte die Arme und fragte auf
dem Punkt gebracht.

„Wie viel?“
Deisuke grinste. „Lass stecken, bist
ja öfter hier.“

Naoji trat von der Wand weg und nickte
ihm zustimmend und etwas demütig zu.

„Hast ihn wenigstens geschlagen?“
Er schnaufte, holte tief Luft und
antwortete. „Nein, da kam plötzlich so n scheiß Fahrschulauto um
die Kurve.“

Deisuke schüttelte den Kopf.
„Lappen... Aber, um die kurven geht’s jetzt besser?“

„Ja, das ist super. Nur dieser
verdammte, aufgeladene Wankelmotor. Das Ding geht so ab.“ Fluchte
Naoji.

„Wenn du dem S15 noch mehr PS
verpasst bringst du dich damit hundert prozentig um, vielleicht ist
es nicht nur der Wankel und der Turbo der dich fertig macht.“ Gab
Deisuke zu denken.



Als Kagami auf dem Heimweg war
beschloss sie diesmal nicht den Bus zu nehmen, auch wenn es ziemlich
warm war und der Fußweg etwa eine halbe Stunde länger dauerte.
Nachdem sie einer tratschenden Freundin erzählt hatte, was ihr bei
der Fahrstunde passiert war, stand sie den Rest des Tages im
Mittelpunkt und wurde von allen bemitleidet, als wäre ein
Familienmitglied gestorben. Ihr war das viel zu viel und so stieg sie
nicht in den Bus ein, um ein wenig Zeit für sich zu haben. Sie
schlenderte ein bisschen durch die Straßen und beschloss, sich bei
der Hitze nicht zu sehr zu beeilen. Die Stadtkaffees und Bars waren
gut besucht, überall waren lächelnde Leute unterwegs. Familien,
Mütter mit Kindern. Der Gedanke daran eines Tages Kinder zu bekommen
und als Hausfrau zu enden lies sie erschaudern. Sie wollte irgendwas
aus ihrem Leben machen und kein alltägliches, normales, langweiliges
Leben bestreiten. Plötzlich wurde sie aus ihren Gedanken gerissen
als ihr blick an einer flachen, schwarzen Silhouette vorbei streifte.
Sofort wendete sie ihren Blick wieder auf das Objekt und da stand er.
Eindeutig und ohne Zweifel. Der schwarze Wagen von letzter Nacht.



Ryo lies den leeren Becher seinen
Milchshakes in den Mülleimer fallen. Grade als er sich umdrehte und
in seinen Wagen steigen wollte bemerkte er eine junge Frau, die wie
gebannt davor stand. Er legte den Kopf zur Seite und musterte sie.
Schuluniform, lange dunkle Haare, groß, schlank. „Sieht ganz
passabel aus.“ Dachte er und wartete darauf das sie ihn bemerkte.
Peinlich berührt erschrak Kagami, als sie feststellte wie sie von
dem vermeintlichen Besitzer des Wagens angestarrt wurde.

„Oh, Entschuldigung. Ähm, ist das
ihr Wagen?“ Fragte sie schüchtern.

„Ja.“ Antwortete Ryo knapp.
„Ich hab dich gestern Nacht gesehen.“
Er nickte „Mhm.“
„Du bist fast in uns rein gefahren,
das war Sau knapp.“

„Ah, Fahrschule.“ Ging es ihm auf.
„Ja, du hättest uns fast alle
umgebracht.“

„Naja...“ Er zögerte.
„Ist dir das denn egal?“ Fragte sie
etwas geschockt.

Er legte fragend den Kopf auf die
Seite. „Was?“

„Na, das wir alle hätten sterben
können. Hast du gar keine Angst?“ Irgendwie ging das Gespräch
nicht in die Richtung die sie sich vorgestellt hatte.

„Ich hab keine Ahnung wovon du
redest.“ Sein Ton war kalt und abweisend. Er trat an das Auto heran
und öffnete die Tür.

„Warte, was ist mit dem Anderen? In
dem S...“ Ihr war schon wieder die Zahl entfallen.

„Fünfzehn.“ Sagte Ryo während er
einstieg. „Wenn du ihn suchst, fahr nachts in die Berge.“ Grade
wollte er die Tür schließen, doch er stoppte noch kurz. „Aber
komm nicht mit dem Fahrschulwagen.“

„Nachts in die Berge?“ Fragte sie
verwirrt, doch er hatte die Tür schon geschlossen und den
Ohrenbetäubenden Motor angelassen.

„Soll das n Witz sein?“ Rief sie,
als er einfach los fuhr und sie stehen lies.



Angst? War es das was er gespürt
hatte? Dieses Gefühl, das sein Herz höher schlagen lies, wenn auch
nur für einen Augenblick. „Verurteilt sie mich? Dafür das ich
schnell fahre? Dafür das ich mich lebendig fühle?“ Fragte er
sich. Von Anfang an hatte er mit Gegenverkehr gerechnet, deswegen
entschied er sich auch Naoji zu verfolgen und nicht voraus zu fahren.
„Ich wäre wohl doch besser zuerst gefahren, in der Kurve hätte
ich Naoji mit dem neuen Heckspoiler sowieso abgehängt.“

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Fight« (20. November 2017, 19:24)


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Montag, 13. November 2017, 19:45

Ui, ein Kurzgeschichten-Thread. Dann kram ich auch mal eine aus. Sie ist Teil eines Tagebuchs, Teil einer Reise um die Welt und Teil eines Werdegangs. Die Station dieser Geschichte ist Dubai, eine sehr auto-geprägte Stadt...



Dubai…

… im Vorbeifahren erledigt


Das derzeit höchste Gebäude, der Burj Khalifa, steht in Dubai. Ich stand an diesem schönen Tag im November ebenfalls in dieser schönen Stadt. Um genau zu sein: ich stand auf der mittleren Aussichtsplattform, also im 125. Stockwerk, des besagten Gebäudes. Blickte auf die Stadt. Ein wenig hatte ich das Gefühl, auf eine Spielzeugstadt herabzublicken. Ich erinnerte mich an die Zeit, als ich Kind war und mit Duplo, Lego, Playmobil und ähnlichen Baustein-Systemen spielte. In diesen Gedanken vertieft nahm ich einen Schluck von meinem Gin Tonic.

Meine Gedanken ließ ich kreisen. Direkt nach dem Vorfall im Repetitorium war ich untergetaucht, also über Shanghai, Tokio, Hong Kong und Singapur, wo ich meinen nächsten Auftrag erhielt, nach Dubai geflogen. Die Angelegenheit in meiner Heimat wurde von den dortigen Behörden unter den Teppich gekehrt und die Anwesenden zum Stillschweigen verdonnert. Im Falle der Zuwiderhandlung drohte den beiden Zeugen, also Tobias und dem Repetitor, die Todesstrafe wegen schwerer Gefährdung der Sicherheit eines meiner Auftraggeberländer. Ich hatte mir bereits das Passende herausgesucht.

Ein junger Mann, vielleicht Ende vierzig, stellte sich neben mich.

„Sie sind aus Singapur?“ wollte er wissen. Augenscheinlich.

„Sie sind ganz schön neugierig“, stellte ich fest.

„Gut. Dann sind ja die Eckdaten abgestimmt.“

Er gab mir eine Mappe. Ungefähr zwei Zentimeter dick. Ich knickte sie vorsichtig. Nur Papier, keine Bombe, kein mit irgendeiner Flüssigkeit gefülltes Behältnis.

„Hier drin sind alle Informationen, die Sie brauchen werden. Wir haben auch die Hälfte Ihrer Entlohnung bereits angewiesen. Über die Ihnen bekannte Nummer bin ich für Sie erreichbar. Falls Sie also Fragen haben, falls es tatsächlich Unklarheiten geben sollte… können Sie mich erreichen.“

Eigentlich hätte er auch sagen können: „Eigentlich sollte es keine Unklarheiten geben. Falls doch… lesen Sie nochmals oder fangen Sie an zu denken.“

Ich nickte nur. Denn insgeheim musste ich ihm zustimmen. Eigentlich wusste ich schon, was ich tun sollte. Das einzige, was mir noch fehlte, war das Bild von meiner Zielperson. Aber zugegeben: der Umfang der Mappe machte mir ein wenig Angst. Das Ding war ungefähr drei Zentimeter dick. Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder fand ich in der Mappe das, was ich ohnehin schon wusste und hatte und dazu ein paar ergänzende Informationen - oder der komplette Auftrag wurde geändert.

Ohne dem Inhalt eines Blickes zu würdigen, steckte ich die komplette Mappe in meinen Rucksack.

„Dann sind wir durch, oder?“

Er nickte nur. Trank seinen Wodka Martini aus und ging anschließend direkt von dannen.

Ich widmete mich meinem Gin Tonic. Auf eine deutlich intensivere Art und Weise wohl gemerkt. Man ist ja Genussmensch.

Eine halbe Stunde und einen japanischen Single Malt später fand ich mich ein paar Etagen weiter unten auf meinem Bett in meinem Hotelzimmer. Die Mappe lag neben mir. Nur kurz überlegte ich, mich in eines der Einkaufszentren zu begeben und einen Textmarker zu kaufen, um dann, beim Studium der Mappe, die wichtigen Stellen markieren zu können. Aber die Neugier siegte. Ich warf entgegen jeder Intention und Vernunft einen Blick in die Mappe.

Nachdem ich selbige durchgeblättert hatte, kam ich mir ein wenig verarscht vor. Ungefähr 80 Prozent der Mappe bestand aus Bildern und Datenblättern von Fahrzeugen. Die Hälfte der Autos gehörte meiner Zielperson. Dieser junge Mann, den ich beseitigen sollte, schien das Sammeln von Autos toll zu finden, aber ein Problem mit Fahrzeugen zu haben, die entweder neu und nackt weniger kosten als (umgerechnet - beziehungsweise beim deutschen Vertragshändler) 100.000 Euro oder weniger als acht Zylinder haben. Sonst gab es keine Einschränkungen. Ich fand Porsches, BMWs, Ferraris, Bentleys, Lamborghinis, Astons und Bugattis auch Exoten wie Koenigseggs, Paganis, DeTomasos, Vipern und viele mehr. Sowohl Sportwagen als auch Limousinen und Geländewagen waren dabei. Ein durchschnittliches, privat geführtes deutsches Automuseum würde vor Neid erblassen.

Die zweite Hälfte der Autos - die kleinere Hälfte wohl gemerkt - war weitaus bunter. Ich fand neben einem Ferrari, drei Porsches, einem Rolls Royce und zwei Lamborghinis auch ein paar Hyundais, ein paar Toyotas, ein paar Volkswagen und sogar einen Smart. Aus dieser Hälfte durfte ich mir einen Wagen aussuchen.

Was ich bei der weiteren Literatur auch feststellte: mein Auftraggeber wollte gar keinen Distanzschuss mehr. Oder sagen wir so: ein Distanzschuss war nach derzeitiger Sachlage nicht wirklich durchführbar. Ich sollte die Zielperson, ein führendes Mitglied einer terroristischen Vereinigung, der sich einbildete, in Dubai untertauchen zu können, im Rahmen eines Drive-By-Shootings erledigen. Toll.

Klar hatte ich auch meine P99 mit Zubehör und Munition dabei, aber zumindest die Accuracy hätte ich mir sparen können. Dem Ding wohnt der Nachteil einer gewissen Unhandlichkeit bei. Außerdem war ich von Natur aus ein distanzierter Typ. Ich fühlte mich einfach sicherer, wenn ich irgendwo in ungefähr einem halben Kilometer Entfernung lag und wartete, bis mir mein Ziel ins Visier hüpfte.

Ich unterdrückte einen Fluch.

Aber gut. Dann sollte es halt so sein.

Glücklicherweise war einer der Hyundais, der mir angeboten wurde, im Taxi-Outfit gestaltet. Den wollte ich unbedingt haben. Schließlich ging es bei der Durchführung des Auftrags darum, möglichst unauffällig zu sein. Zusätzlich orderte ich - für die Ermittlungsarbeit - einen Lamborghini. Auch weil ich bis zum damaligen Zeitpunkt noch nie einen solchen Wagen gefahren bin und schon sehr gespannt war, wie sich die Kiste im Vergleich zu meinen Sportflitzern verhielt. Ich „stand“ ja eigentlich auch mehr auf die gediegene, zurückhaltende und elegante Art, mich sportlich fortzubewegen. Gut, zugegeben: elegant war der italienische Kampfstier auch.

Meine Zielperson wohnte in einer schicken Villa im Stadtteil Jumeirah. Dort postierte ich mich allmorgendlich mit dem Lamborghini und studierte die Verhaltensweisen.

Ich erkannte schnell: Mir blieb nur das mit dem Drive-By. Meine Zielperson hatte augenscheinlich jenseits des Jobs kein Privatleben. Der Kerl wohnte in einem von hohen Mauern umgebenen Haus, fuhr morgens zur Arbeit, kam abends irgendwann zurück und vergrub sich im Haus. Zwei Wochen lang beobachtete ich Tag für Tag das gleiche Spiel. Ich hatte auch das Gefühl, mein Ziel nahm die Mahlzeiten ebenfalls am Arbeitsplatz ein. Denn ich konnte auch nicht feststellen, dass der Typ einkaufen ging. Die einzige Abwechslung, die sich feststellen ließ, war der Wagen. Hier war er aber wirklich abwechslungsreich, nutzte äußerst selten mal zwei Tage hintereinander das gleiche Auto. Natürlich blieb auch der eine oder andere Wagen in den zwei Wochen, die ich für meine Detektivarbeit genutzt hatte, unbenutzt. Schon weil der Kerl weit mehr als vierzehn Fahrzeuge hatte, die zwei Wochen allerdings nur vierzehn Tage…

An Tag Nr. 15 meines Aufenthalts in der Stadt teilte ich meinem Auftraggeber mit, dass ich nicht sagen könne, an welchem Tag ich den Auftrag würde erledigen können. In meinem Hotelzimmer teilte ich sodann den Teil der Mappe, der die Fahrzeugsammlung meines Ziels betraf, in drei Stapel. Einer hieß „nein“ und betraf die Fahrzeuge, die für ein Drive-By nicht geeignet waren. Der Zweite war mein „vielleicht“ - Stapel, also der „Kann man probieren“. Der Dritte, der „Ja“-Stapel, stand für „Feuer frei“.

Sämtliche Exoten wie Pagani, Bugatti, Koenigsegg landeten auf dem „Nein“-Stapel. Ebenso die Fahrzeuge mit mehr als 600 PS und die Cabrios, Roadster und Targas. Insgeheim freute ich mich über jedes exotische Cabrio mit mehr als 600 PS.

Auf dem „Vielleicht“-Stapel landeten Fahrzeuge, die zwar auffällig waren, aber nicht allzu exotisch - und die in Dubai zum normalen Straßenbild gehören. Also beispielsweise die Ferraris, die Astons, die Bentleys, die auffälligen Porsches - sofern ich sie nicht aus anderen Gründen mit einem „nein“ bezeichnet hatte.

Der kleinste Stapel war der Stapel mit den Fahrzeugen, die ich mit „Feuer frei“ tituliert hatte. Hier dachte ich an normale und unauffällige Porsches, an die Mercedes-AMG-Limousinen und -Coupes und den BMW M5. Der Stapel war bedenklich klein; keine zehn Fahrzeuge. Zudem musste ich auch beim näheren Betrachten feststellen, dass ich die wenigsten der Fahrzeuge, die ich in dem Stapel fand, bereits in natura gesehen hab. Mit anderen Worten: meine Zielperson fuhr bevorzugt Wagen aus dem „Vielleicht“- und insbesondere aus dem „Nein“-Stapel.

In Gedanken tat ich das, was jeder vernünftig und rational denkende Mensch in meiner Situation tun würde: ich entwarf einen Brief, in dem ich die durch die Änderung des Auftrags entstandene Brisanz, Gefährlichkeit und den damit erhöhten Schwierigkeitsgrad des Auftrags darstellte, natürlich abgeleitet von der Auftragsänderung zum Drive-By. Weiterhin kündigte, ich an, dass sich die Rechnungssumme für den Auftrag um 33 % erhöhen würde. Die erhöhte Schwierigkeit begründete ich durch die Umstände, die sich durch den Drive-By ergaben.

Auf Papier fixiert und in einen Briefkasten geworfen hatte ich die Ankündigung dann keine halbe Stunde später. Ich konnte mich also zeitnah und in aller Ruhe dem nächsten Punkt der langen Ermittlungsliste widmen: der Auswahl des richtigen Ortes für die Tötung.

Ich widmete mich nun der Prüfung des alltäglichen Arbeitsweges. Mit anderen Worten: ich lief die Straße entlang, insgesamt zehn Kilometer, die sich in der dubaianischen Hitze deutlich länger anfühlten als im Zentrum Europas. Auf meiner Karte markierte ich jede Ampel mit einem „X“ und jede begünstigende Besonderheit mit einem „+“. Eine hindernde Besonderheit erhielt ein „-“. Begünstigende Besonderheiten waren beispielsweise lange Rotphasen, ein unübersichtliches Gelände und „abseits der Hauptverkehrsstraßen“. Hindernd war starker Verkehr und freies Feld.

Schnell war klar: es kam nur eine Ampel in Frage. Dort hat man schließlich eine ganze Rotphase Zeit. Sofern rot war. Vom fahrenden Fahrzeug in ein weiteres fahrendes Fahrzeug wollte ich nicht schießen. Vor allem nicht beim Fahren.

Kurz grübelte ich über der Möglichkeit, dem Typ eine Bombe ans Auto zu pappen oder in den Wagen zu werfen. Die Möglichkeit verwarf ich jedoch schnell wieder, denn

ich hatte dummerweise keine Bomben dabei. Erst recht keine zum Fernzünden. Außerdem brachte ich damit andere Menschen in Gefahr. Weiterhin würde der Akt - schon bedingt durch den Knall und die Zerstörung des Fahrzeugs - recht auffällig werden, und auch würde es auffallen, wenn ich dem Kollegen während der Fahrt eine Bombe ins Auto warf oder an selbiges pappte. Vorher und nachher ging nicht; schon weil der Wagen sowohl vor der Fahrt als auch nach der Fahrt auf einem Privatgrundstück stand, das für mich nicht „einfach so“ zugänglich war.

Die Antwort meines Auftraggebers bezüglich der Erhöhung der Gegenleistung ließ auf sich warten. Meine Ermittlungen waren beendet, und so nutzte die Zeit, um das zu tun, was ein Tourist machte: ich bewunderte die Sehenswürdigkeiten der Stadt (also die Einkaufszentren und die Wolkenkratzer), ich legte mich an den Strand und beobachtete die Wolkenkratzer und ich schwamm im Meer rum und beobachtete dabei die Wolkenkratzer. Bis…

… nach einer Woche nach der Ankündigung der Erhöhung mein Handy den Eingang einer Textnachricht meldete. Sie sagte einfach „Ok“. Also ging ich in medias res.

Pünktlich am nächsten Morgen fand ich mich in meinem Hyundai-Taxi gegenüber der Haustür meiner Zielperson ein. Neben mir lag meine geladene und bereits entsicherte P99, und darauf eine Zeitung.
Als sich ein Tor öffnete, wusste ich: morgen war auch noch ein Tag. Ein Lamborghini Aventador Roadster verließ das Anwesen. Zu auffällig, zu offen, zu stark. Ich entschied mich für einen weiteren Touri-Tag, bewunderte also die Einkaufszentren von innen und die Wolkenkratzer vom Strand und vom Meer aus.

Der nächste Tag sah bereits deutlich besser aus. Die Zielperson verließ in einem Ferrari 430 Modena das Anwesen. Solche Dinger stehen hier in Dubai an jeder Ecke. Ich merkte mir das Nummernschild und folgte dem roten Flitzer.

An der ersten Ampel erwischte ich eine Grünphase.

Die zweite bis fünfte Ampel hatte ich gestrichen. Sie hatten zu viele Minuspunkte.

Die siebte Ampel war - nach einer grünen Nummer sechs - dann meine: gerade als wir uns ihr näherten, schaltete sie von grün auf rot. Ich wechselte die Spur und setzte mich neben den Ferrari. Ein kurzer Blick nach drüben ließ mich frohlocken: seine Fenster waren auf. Meine ebenfalls. Auch er blickte kurz zu mir. Und dann wieder geradeaus. Ich griff nach der Waffe, hob sie hoch - und platzierte den Schuss direkt in den Kopf. Machte ich eigentlich gar nicht gern. Im dümmsten Fall platzt selbiger und man erkennt dann nicht mehr, wen man eigentlich erschossen hat. Und es gab in den meisten Fällen eine riesige Sauerei.

Ich hatte Glück: der Kopf blieb heil - von dem kleinen Loch mal abgesehen. Mein Ziel sackte nach vorn auf das Lenkrad. Ich schoss ein weiteres Mal; diesmal in die Halsregion meiner Zielperson.

Es wurde grün. Gemütlich fuhr ich los. Nur nicht zu auffällig. Auch wenn hinter mir ein Hupkonzert ertönte.

Aber sehen wir es positiv: solange gehupt wird, ist noch niemand aufgefallen, dass der Empfänger des Gehupes davon mangels Vitalität nichts mehr davon mitbekommt. Ich war äußerst beruhigt. Offensichtlich dachte man hier tatsächlich nicht daran, mal nachzusehen, ob bei dem Fahrer alles in Ordnung war.

Ich stellte den Wagen in ein Parkhaus eines Einkaufszentrums, entfernte sämtliche Spuren (auch wenn ich den Wagen ausschließlich mit Gummihandschuhen berührt hatte) und lief zu einer rund drei Kilometer entfernten U-Bahn-Station. Die U-Bahn brachte mich in die Nähe meines Hotels. Auch diesmal lief ich den Rest.

In meinem Hotelzimmer angekommen packte ich meinen Krempel zusammen und warf ihn in den Kofferraum des Lamborghini. Mit selbigem machte ich mich auf den Weg ins nicht weit entfernte Abu Dhabi, genauer gesagt auf Yas Island. Dort parkte ich den Wagen in einem weiteren Parkhaus einer weiteren Shopping Mall. Zu Fuß machte ich mich auf zu meinem dortigen Hotel, in dem ich bereits seit drei Tagen offiziell wohnte. Dort widmete ich mich den üblichen touristischen Aktivitäten, die man auf dieser Insel so machen konnte. Also… Einkaufszentrum, am Strand rumliegen, im Meer planschen - und auch in die Freizeitparks habe ich mich gewagt. Denn der Spaß kommt bei meiner Arbeit im Großen und Ganzen viel zu kurz…
Signaturen sind überflüssig, verschwenden Speicherplatz, machen Arbeit und kosten Geld

Skripi91

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Dienstag, 14. November 2017, 11:02

Beides sehr coole Geschichten, bin in der Beziehung leider nicht so begabt.
Freu mich sehr auf Fortsetzungen :thumbsup:

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Fight (14.11.2017)

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Dienstag, 14. November 2017, 15:43

@ Fight:
Trotz der Gefahr, jetzt als Hater zu gelten:
Gleich am Anfang schreibst du zweimal "das" an Stellen, wo ", dass" richtig gewesen wäre... das ist für mich ein absolutes No-Go, tut mir wirklich leid; da bin ich allergisch.

Hier nun das Konstruktive an meiner Kritik (Quelle: Duden.de/Rechtschreibung/dass):

»das« oder »dass«?
Mit nur einem s schreibt man das bezügliche Fürwort (Relativpronomen) »das«:
»Das« bezieht sich auf ein Substantiv im vorangegangenen (Haupt)satz und lässt sich meist durch »welches« ersetzen.•Er betrachtete das Bild, das an der Wand hing.
Ebenfalls mit nur einem s schreibt man das Demonstrativpronomen »das«:
Hier lässt sich »das« meist durch »dieses« ersetzen.•Das habe ich nicht gewollt.
Schließlich wird auch der sächliche Artikel mit nur einem s geschrieben:
Auch hier lässt sich »das« meist durch »dieses« ersetzen. •Sie hoffte, das Krankenhaus bald verlassen zu können.
In allen anderen Fällen handelt es sich um die mit zwei s zu schreibende Konjunktion (das Bindewort) »dass«:
Die Konjunktion »dass« verbindet Nebensätze meist mit Hauptsätzen, in denen Verben wie »behaupten, bestätigen, denken, glauben, hoffen, meinen, sagen, versprechen, wissen« usw. vorkommen. Sie kann nicht durch »dieses« oder »welches« ersetzt werden. •Ich weiß, dass es schon ziemlich spät ist.
•Dass es schon ziemlich spät ist, weiß ich.
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Fight (14.11.2017)

patx

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Dienstag, 14. November 2017, 16:03

Das liegt beim konkreten Beispiel auch an der fehlenden Komma-Setzung ;) Ich denke, sowas kann man ruhig anmerken, ist ja nicht böse gemeint und wenn man sich in Textform ausdrücken möchte, ist einem sicherlich auch korrekter Rechtschreibung gelegen. Letztlich übersieht ja jeder mal das eine oder andere :)
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Fight

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Dienstag, 14. November 2017, 18:08

@ Fight:
Trotz der Gefahr, jetzt als Hater zu gelten:
Gleich am Anfang schreibst du zweimal "das" an Stellen, wo ", dass" richtig gewesen wäre... das ist für mich ein absolutes No-Go, tut mir wirklich leid; da bin ich allergisch.

Hier nun das Konstruktive an meiner Kritik (Quelle: Duden.de/Rechtschreibung/dass):

»das« oder »dass«?
Mit nur einem s schreibt man das bezügliche Fürwort (Relativpronomen) »das«:
»Das« bezieht sich auf ein Substantiv im vorangegangenen (Haupt)satz und lässt sich meist durch »welches« ersetzen.•Er betrachtete das Bild, das an der Wand hing.
Ebenfalls mit nur einem s schreibt man das Demonstrativpronomen »das«:
Hier lässt sich »das« meist durch »dieses« ersetzen.•Das habe ich nicht gewollt.
Schließlich wird auch der sächliche Artikel mit nur einem s geschrieben:
Auch hier lässt sich »das« meist durch »dieses« ersetzen. •Sie hoffte, das Krankenhaus bald verlassen zu können.
In allen anderen Fällen handelt es sich um die mit zwei s zu schreibende Konjunktion (das Bindewort) »dass«:
Die Konjunktion »dass« verbindet Nebensätze meist mit Hauptsätzen, in denen Verben wie »behaupten, bestätigen, denken, glauben, hoffen, meinen, sagen, versprechen, wissen« usw. vorkommen. Sie kann nicht durch »dieses« oder »welches« ersetzt werden. •Ich weiß, dass es schon ziemlich spät ist.
•Dass es schon ziemlich spät ist, weiß ich.
Danke, werd nächstes mal besser drauf achten ^^

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Montag, 20. November 2017, 19:22

Hier Part 2:


Der
schwarze Wagen



Ein schriller, unnachgiebiger Ton
weckte Kagami. Sie hatte die halbe Nacht damit verbracht die
Situation des beinahe Unfalls zu verarbeiten und daher wenig Schlaf
bekommen. Ächzend öffnete sie die Augen und schlug nach dem Wecker.
Er verstummte für ein Paar Minuten, doch aufstehen musste sie
Ohnehin.

Nachdem sie sich aus dem Bett gequält
und fertig gemacht hatte ging sie zum Bus, welcher sie, wie die
anderen Schüler, zur Schule beförderte. Die Musik in ihren
Kopfhörern übertönte das geplaudere und das lästern der anderen.
Der Bus war so voll, dass sie keinen Sitzplatz bekam und sich an
einer Stange festhalten musste. Es war ein ziemliches Gedränge und
sie wurde plötzlich von hinten angerempelt, als der Bus kurz
abbremste. Grade als sie sich umdrehte, ihren Kopfhörer heraus nahm
und sich beschweren wollte bemerkte sie, wie die zwei Jungs hinter
ihr eine Zeitschrift durchblätterten. Die Überschrift über dem
großen Bild titelte imposant und in großen Buchstaben „Nissan!“.
Das war der Wagen von gestern Nacht, es bestand kaum ein zweifel.
Natürlich, es war dunkel und ging alles sehr schnell, doch der S
förmige Blitz auf der Motorhaube war unverkennbar.


„Wie heißt der Wagen?“ Fragte sie
aufgeregt und deutete auf das Bild.


Die Jungs sahen sie erstaunt an, auch
sie war von ihrer Art überrascht, normalerweise war sie nicht so
direkt.


„Ähm, das ist ein Nissan Silvia.“
Sagte der eine. „Ein S15, um genau zu sein.“ Ergänzte der andere
und lächelte besserwisserisch.

„Ok, wisst ihr wer so einen fährt?“
Fragte Kagami neugierig.

Die Beiden lachten.


„Also ich kann mir keinen Leisten.“

Der Bus erreichte die Schule und die
Türen öffneten sich.

„Okay, danke ihr habt mir trotzdem
geholfen.“ Sagte sie und verschwand in der Menschenmenge die aus
dem Bus strömte.


„Oh Gott, ich hab mich verliebt! Hab
ich Nasenbluten?“ Fragte der eine seinen Kumpel und lachte.


„Dem hast du's ordentlich gegeben.“
Sagte Deisuke, als er sich das Kaputte Rücklicht an Naojis Wagen
anguckte. Dieser lehnte schlecht gelaunt an der Wand und kaute auf
einem Zahnstocher herum. Er trug seine graue, verwaschene Jeans und
ein weißes T-Shirt. Die Sachen hatte er meistens an, wenn irgendwas
am Auto zu machen war. Seine dunkle, karierte Jacke hatte er sich
über die Schulter geworfen. Er verschränkte die Arme und fragte auf
dem Punkt gebracht.

„Wie viel?“

Deisuke grinste. „Lass stecken, bist
ja öfter hier.“

Naoji trat von der Wand weg und nickte
ihm zustimmend und etwas demütig zu.

„Hast ihn wenigstens geschlagen?“

Er schnaufte, holte tief Luft und
antwortete. „Nein, da kam plötzlich so n scheiß Fahrschulauto um
die Kurve.“

Deisuke schüttelte den Kopf.
„Lappen... Aber, um die kurven geht’s jetzt besser?“

„Ja, das ist super. Nur dieser
verdammte, aufgeladene Wankelmotor. Das Ding geht so ab.“ Fluchte
Naoji.

„Wenn du dem S15 noch mehr PS
verpasst bringst du dich damit hundert prozentig um, vielleicht ist
es nicht nur der Wankel und der Turbo der dich fertig macht.“ Gab
Deisuke zu denken.



Als Kagami auf dem Heimweg war
beschloss sie diesmal nicht den Bus zu nehmen, auch wenn es ziemlich
warm war und der Fußweg etwa eine halbe Stunde länger dauerte.
Nachdem sie einer tratschenden Freundin erzählt hatte, was ihr bei
der Fahrstunde passiert war, stand sie den Rest des Tages im
Mittelpunkt und wurde von allen bemitleidet, als wäre ein
Familienmitglied gestorben. Ihr war das viel zu viel und so stieg sie
nicht in den Bus ein, um ein wenig Zeit für sich zu haben. Sie
schlenderte ein bisschen durch die Straßen und beschloss, sich bei
der Hitze nicht zu sehr zu beeilen. Die Stadtkaffees und Bars waren
gut besucht, überall waren lächelnde Leute unterwegs. Familien,
Mütter mit Kindern. Der Gedanke daran eines Tages Kinder zu bekommen
und als Hausfrau zu enden lies sie erschaudern. Sie wollte irgendwas
aus ihrem Leben machen und kein alltägliches, normales, langweiliges
Leben bestreiten. Plötzlich wurde sie aus ihren Gedanken gerissen
als ihr blick an einer flachen, schwarzen Silhouette vorbei streifte.
Sofort wendete sie ihren Blick wieder auf das Objekt und da stand er.
Eindeutig und ohne Zweifel. Der schwarze Wagen von letzter Nacht.


Ryo lies den leeren Becher seinen
Milchshakes in den Mülleimer fallen. Grade als er sich umdrehte und
in seinen Wagen steigen wollte bemerkte er eine junge Frau, die wie
gebannt davor stand. Er legte den Kopf zur Seite und musterte sie.
Schuluniform, lange dunkle Haare, groß, schlank. „Sieht ganz
passabel aus.“ Dachte er und wartete darauf das sie ihn bemerkte.
Peinlich berührt erschrak Kagami, als sie feststellte wie sie von
dem vermeintlichen Besitzer des Wagens angestarrt wurde.

„Oh, Entschuldigung. Ähm, ist das
ihr Wagen?“ Fragte sie schüchtern.

„Ja.“ Antwortete Ryo knapp.

„Ich hab dich gestern Nacht gesehen.“

Er nickte „Mhm.“

„Du bist fast in uns rein gefahren,
das war Sau knapp.“

„Ah, Fahrschule.“ Ging es ihm auf.

„Ja, du hättest uns fast alle
umgebracht.“

„Naja...“ Er zögerte.

„Ist dir das denn egal?“ Fragte sie
etwas geschockt.

Er legte fragend den Kopf auf die
Seite. „Was?“

„Na, das wir alle hätten sterben
können. Hast du gar keine Angst?“ Irgendwie ging das Gespräch
nicht in die Richtung die sie sich vorgestellt hatte.

„Ich hab keine Ahnung wovon du
redest.“ Sein Ton war kalt und abweisend. Er trat an das Auto heran
und öffnete die Tür.

„Warte, was ist mit dem Anderen? In
dem S...“ Ihr war schon wieder die Zahl entfallen.

„Fünfzehn.“ Sagte Ryo während er
einstieg. „Wenn du ihn suchst, fahr nachts in die Berge.“ Grade
wollte er die Tür schließen, doch er stoppte noch kurz. „Aber
komm nicht mit dem Fahrschulwagen.“

„Nachts in die Berge?“ Fragte sie
verwirrt, doch er hatte die Tür schon geschlossen und den
Ohrenbetäubenden Motor angelassen.

„Soll das n Witz sein?“ Rief sie,
als er einfach los fuhr und sie stehen lies.



Angst? War es das was er gespürt
hatte? Dieses Gefühl, das sein Herz höher schlagen lies, wenn auch
nur für einen Augenblick. „Verurteilt sie mich? Dafür das ich
schnell fahre? Dafür das ich mich lebendig fühle?“ Fragte er
sich. Von Anfang an hatte er mit Gegenverkehr gerechnet, deswegen
entschied er sich auch Naoji zu verfolgen und nicht voraus zu fahren.
„Ich wäre wohl doch besser zuerst gefahren, in der Kurve hätte
ich Naoji mit dem neuen Heckspoiler sowieso abgehängt.“

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patx (21.11.2017), Skripi91 (21.11.2017)

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8

Gestern, 16:11

Macht wirklich spaß zu lesen, schick das ganze doch mal nach Japan, vllt hat irgend ein Verlag bock des ganze als Manga zu veröffentlichen :thumbsup: